Borkwalde: “Angekommen und doch nicht zu Hause, Glücklich und doch tief betrübt!”

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Borkwalde. Kann man es besser ausdrücken, was unsere Flüchtlinge aus der Ukraine im Moment empfinden? Angekommen in der Stille Borkwaldes, trotz Truppenübungsplatz in der Nähe, behütet durch eine Vielzahl engagierter Helfer/innen und trotzdem fernab von allem Vertrauten, nicht zu Hause eben. Glücklich Frieden für die Kinder und sich selbst finden zu können, doch zutiefst betrübt, wohl wissend, dass Verwandte, Freunde und Bekannte, dem Inferno des Krieges nicht entkommen konnten.

Anet und Ruslan mit ihren vier Kindern konnten sich retten und fanden zunächst ihre erste vorübergehende Unterkunft bei einer Borkwalder Familie. Sie nahmen die sechs Neuankömmlinge vorerst bei sich in einem Zimmer ihres Einfamilienhauses auf, wissend, dass dies keine Dauerlösung sein kann. Das war aber zunächst hintergründig und seitdem sind sie in jeder freien Minute voll damit befasst, beste Bedingungen für ihre neuen Mitbewohner zu schaffen.

Vernetzt mit dem Tipidorf Borkwalde und deren Akteuren wurde innerhalb kürzester Zeit eine Lösung gefunden, die Ukrainer familiengerecht unterzubringen. Die Familie Justen aus Berlin, die seit Jahren bereits unser Tipidorf durch die Bereitstellung von Grundstücken unterstützt, stellte einen Bungalow in Borkwalde sofort und ohne zu zögern für die Unterbringung ukrainischer Flüchtlinge zur Verfügung, vollkommen klar darüber, diesen in diesem Jahr für die eigene Erholung nicht mehr nutzen zu können.

Am Sonnabend begegneten sie sich das erste Mal. Anet und Ruslan, glücklich eine schöne Unterkunft gefunden zu haben, Familie Justen glücklich Menschen helfen zu können, die dem Wahnsinn dieses Krieges entkommen konnten. Große Genugtuung auch bei allen Helfern, die unmittelbar dabei sein konnten und genau wie Anet und Ruslan beeindruckt waren und sind von der vielfältigen Hilfsbereitschaft der Borkwalder Bevölkerung und darüber hinaus. Alles was angefragt, weil benötigt wurde, wie Fahrräder, Bettzeug usw. wurde innerhalb kürzester Zeit gespendet.

Anet und Ruslan möchten auf diesem Weg ihren ausdrücklichen Dank zum Ausdruck bringen, für die vielfältige Unterstützung und gastfreundschaftliche Aufnahme. Besonderen Dank gilt allerdings der Familie Linda und Andi Hoff und der Familie Justen aus Berlin.

Bitte beachtet auch den unten angefügten Text, den Anet und Ruslan verfasst haben.

(Gerhard Schubert, IG Tipidorf)

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Gedanken von Anet und Ruslan zu ihrer Flucht

Hinweis: es handelt sich um den selben Text in zwei Sprachen. Wir danken Maria und Olesja für die Übersetzung.

Ніхто й уявити не міг, прокинувшись одного ранку, що ми почуємо від родичів фразу «війна почалася»… Не можливо було повірити в те, що в цивілізованому світі ми будемо боятися вийти в магазин, що спатимемо одягнені у верхній одяг у коридорі і прокидатися щоночі, від сигналів повітряної тривоги! Ми довго не могли повірити в те, що відбувалося, але дні йшли і новини були нещадні, страх наростав з кожним днем, страх за життя дітей та їхнє майбутнє! В один із днів, коли я ще не була впевнена чи варто їхати, прибігла дочка з переляканими очима, почувши сирену, дочка яка відчайдушно потребувала захисту! Тоді було ухвалено рішення їхати в безпечне місце.

Наша дорога була дуже не легкою, 4 дні, з величезними валізами, по поїздах та автобусах, без нормального обіду та вечері та без можливості просто лягти… Ми тримали шлях на Німеччину, бо там я знайшла, на одному з волонтерських сайтів, сім’ю яка готова була нас прийняти на якийсь час! І я вважаю це велике диво, що ми потрапили саме в Borkhide до Лінди та Енді, сім’я з великими серцями! Вони дозволили відчути себе вдома! І я дуже хочу, щоб світ на нашій землі, на батьківщині, відновився, щоб український народ не терпів геноцид, щоб наші землі були вільні і люди продовжували радіти життю як це було до війни!

Зрозуміло, що вже не буде так, як до війни, але сила духу українців нікуди не подінеться, ми народжені вільними та патріотичними людьми, людьми, які не складуть руки і не будуть мовчки спостерігати як трощать країну! Дякуємо Німеччині за підтримку українського народу та можливість сім’ям сховатися на якийсь час у країні! Ми і наші діти не забудемо цієї доброти та прийняття!!!

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Niemand hätte sich vorstellen können, eines Morgens aufzuwachen und von unseren Verwandten den Satz zu hören: „der Krieg hat begonnen“ … Es war unmöglich zu glauben, dass wir in der zivilisierten Welt Angst hätten, in den Laden zu gehen, in Oberbekleidung im Flur gekleidet zu schlafen und jede Nacht von Luftalarmen aufzuwachen! Wir konnten lange nicht glauben, was geschah, aber die Tage vergingen und die Nachrichten waren gnadenlos, unsere Angst wuchs jeden Tag, Angst um das Leben unserer Kinder und ihre Zukunft! Eines Tages, als ich noch nicht sicher war, ob ich gehen sollte, lief meine Tochter mit erschrockenen Augen herein, weil sie eine Sirene hörte, meine Tochter, die verzweifelt Schutz forderte! Dann wurde endgültig beschlossen, an einen sicheren Ort zu flüchten.

Unsere Flucht war gar nicht einfach, vier Tage, mit riesigen Koffern, in Zügen und Bussen, ohne ein normales Mittag- und Abendessen und ohne die Möglichkeit, sich einfach hinzulegen … Wir haben uns auf den Weg nach Deutschland gemacht, weil ich dort auf einer der Internetseiten mit Hilfsangeboten eine Familie fand, die bereit war uns für eine Weile aufzunehmen! Und ich finde es ein großes Wunder, dass wir in Borkwalde bei Linda und Andy gelandet sind, einer Familie mit großen Herzen! Sie lassen uns wie zu Hause fühlen! Und mein größter Wunsch ist jetzt, dass der Frieden in unserem Land, in der Heimat, wiederhergestellt wird, damit das ukrainische Volk keinen Völkermord erlebt, dass unsere Länder frei sind und die Menschen weiterhin das Leben genießen, wie es vor dem Krieg war!

Mir ist klar, dass es nicht dasselbe wie vor dem Krieg sein wird, aber die Stärke des Geistes der Ukrainer wird nirgendwo hingehen, wir sind als freie und patriotische Menschen geboren, Menschen, die nicht tatenlos aufgeben und nicht still zusehen werden, wie das Land zerschlagen wird! Vielen Dank an Deutschland für die Unterstützung des ukrainischen Volkes und die Möglichkeit für Familien für eine Weile im Land Zuflucht zu finden! Wir und unsere Kinder werden diese Freundlichkeit und Akzeptanz nicht vergessen!!!