Reckahn. 16 Besucher in einer Ortbeiratssitzung zeugen vom Interesse der Bürger am Dorf. Das war jetzt am 25. Juni 2026 in Reckahn der Fall. Die meisten sind gekommen, da sie der Tagesordnungspunkt „Änderung der Satzung über die Schulbezirke der Grundschulen“ besonders interessierte. Darin wird die Verwaltung aufgefordert zu prüfen, ob die Einschulung der Kinder aus den Ortsteilen Krahne und Reckahn in die Lehniner Grundschule erfolgen kann.
Dagegen protestieren seit Monaten die betroffenen Eltern. Anke von Treskow legte dem Ortsbeirat 34 Unterschriften der Kita-Eltern vor, die gegen eine Einschulung in Lehnin protestieren. Bislang werden die Kinder aus den beiden Dörfern in Golzow beschult, was mit einem wesentlich kürzeren Schulweg verbunden ist.
Bei der Unterschriftenübergabe während der Einwohnerfragestunde wurde ihr vom Sitzungsleiter Klaus Perle bedeutet, dass das zum entsprechenden Tagesordnungspunkt (TOP) gehören würde. Als der TOP aufgerufen wurde, verwehrte ihr Bürgermeister Uwe Brückner das Wort mit dem Hinweis auf die Kommunalverfassung und der Feststellung, dass diese es nicht zuließe. Einen Hinweis darauf, dass das auf Antrag eines Ortsbeiratsmitglieds durchaus zulässig wäre, gab es nicht.
Bürgermeister Uwe Brückner kämpfte für ein positives Votum für die Vorlage seiner Verwaltung. Und Brückner hat die aus seiner Sicht nachvollziehbaren Argumente. „Bei Gemeindewohl sollte nicht „mein“ im Vordergrund stehe“, begann er durchaus polemisch seine Ausführungen. Er betonte, dass die sinkenden Geburtenraten auch an der Lehniner „Heinrich-Julius-Bruns-Grundschule“ zu freien Kapazitäten führen werden, die unter anderem durch die Kinder aus Krahne und Reckahn kompensiert werden könnten. Er betonte auch mit Blick auf Golzow, dass er die Zukunft der Friedrich-Eberhard-von-Rochow-Grundschule für nicht gesichert hält.
Werden dort kommendes Jahr noch 25 Kinder eingeschult, sind es laut Prognose im Jahr 2030 nur noch 14“, so der Bürgermeister, und damit aus seiner Sicht zu wenig für eine Klasse. „Wenn es so weiter geht, brauchen wir in der Zukunft vielleicht gar nicht mehr über die Grundschule Golzow zu reden“, sagte er weiter. Auch weitere Zahlen sollten die Ortsbeiratsmitglieder überzeugen. Demnach werden in zwei Jahren nur noch fünf Kinder aus den beiden Dörfern eingeschult, und zwei Jahre später, 2030, nur noch drei. Weshalb dann der jetzt angestrebter Antrag mit so viel Vehemenz betrieben wird, wurde nicht erklärt. Die drei Kinder wären für die Lehniner Schule, die zu den größten im Land zählt, ein Tropfen auf den heißen Stein, für die Golzower aber vielleicht tatsächlich lebensnotwendig.
Aller Kinder ,die jetzt schon die Golzower Schule besuchen, sollen bis zum Abschluss der 6. Klasse dort auch verbleiben dürfen.
Der Reckahner Gemeindevertreter Jens Zabel unterstützte die Position des Bürgermeisters und bat die Ortsbeiratsmitglieder um Zustimmung. Von Klaus Perle gab es einen sanften Widerspruch. „Es wird alles auf dem Rücken unserer Kinder ausgetragen“, sagte der Sitzungsleiter.
In der Abstimmung votierte er jedoch gemeinsam mit Ortsvorsteher Norbert Pfenning und Markus Ecker für die Vorlage. Somit wurde sie der Gemeindevertretung einstimmig empfohlen. Bürgermeister Uwe Brückner dürfte zufrieden die Sitzung verlassen haben. Zufriedener als vor einem Monat in Krahne. Dort haben Eltern und Lehrer der Golzower Schule ebenfalls Nachfragen gestellt. Die Antworten des Bürgermeisters konnten jedoch den Ortsbeirat nicht überzeugen. Er votierte einstimmig gegen die Vorlage.
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Ein Kommentar
Großartig, wenn die Gemeindevertretung die Sorgen, Nöte und Bedenken der Menschen ernst nehmen und in derem Sinne votieren. oh, Moment…..