Gedicht über die Zauche

Pastor Schumann aus Jeserig dichtete 1885 Gedicht über die Zauche

Landwirt sein tut keinen reu´n,

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Unser Heimat wir uns freu´n,

Wo im Aust die Leute schwitzen,

helle Wasserspiegel blitzen,

Hier ein Hügel, dort ein Bruch,

Und Kartoffeln gibt’s genug.

Auf den Seen sich Segel blähen,

in den Kiehnen viele Krälen,

in den Wiesen Ton und Torf,

Rings so manches altes Dorf:

Damsdorf, Göhlsdorf und Plötzin,

Bliesen-, Michelsdorf, Göttin,

Schmergow, Krielow, Petzow, Bochow,

Golzow, Plessow (Die von Rochow),

Jeserig, Phöben, Grebs und Krahne,

Meßdunk, Roßdunk und Reckahne,

Prützke, Trechwitz, Derwitz, Kemnitz,

Gollwitz, Töplitz, Rietz und Pernitz,

Kaltenhausen und Kanin,

und was weiter bei Lehnin:

Schwina, Rädel und Resau,

da ist man die Gegend mau!

Möllendorf und Damelang

Machen Herz und Beine bang.

Doch an Emster und der Havel

Gibt´s beim Landsmann bess´re Tafel,

Fische gibt’s genug und Aale

In den Flüssen, dem Kanale,

auch in Deetz fängt sie Bernau,

dieses kennt er sehr genau!

Quer durch´s Land zieht Eisenbahn,

und gar mancher tapf´re Hahn

kämpft dafür und kräht schon laut:

„Eine neue wird gebaut,

sekundär nach Kloster rullt se!“

und der dritte Mann heißt Schultze,

wie in Nahmitz, Götz und Netzen,

jeden tut das nicht ergötzen.-

Manches Vorwerk ich noch finde,

Schenkenberg und Rotscherlinde

Cammer oder Oberjünne,

wo der Roggen steht man dünne,

doch es nährt sich jedermann,

Steine karrt man in den Kahn,

unser Land baut halb Berlin,

Werder, Glindow und Lehnin

Hier im Ziegelofen rauche,

uns´re liebe alte Zauche.

 

Anmerkung: Schwina heißt heute Emstal.

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