Glindow: Wasserversorgung für Obstanlagen wird optimiert

Glindow. Das Brauchwasserwerk in Glindow hat eine lange Geschichte. 1937 ist es in Betrieb genommen worden und wird heute nach demselben Prinzip betrieben wie einst. Über einen 400 Meter langen Graben kommt Wasser vom Glindower See zu einem Pumpwerk, Von dort aus wird es in ein Rohrnetz eingespeist, dass unter anderem die Obstplantagen auf der Glindower Platte mit dem nährstoffhaltigem Havelwasser versorgt.

Nach zahlreichen Umbauten über die Jahrzehnte beginnt derzeit mit Unterstützung des Landes Brandenburg eine umfassende Sanierung. Erste Abrissarbeiten von Nebengebäuden sind auf dem Gelände erfolgt und ein Nachbargrundstück wurde erworben, um Platz für eine neue Trafoanlage zu schaffen. Umfangreiche Bauantragsunterlagen werden vorbereitet und sollen noch im Sommer eingereicht werden.

„Das Gebäude des Brauchwasserwerks wird mit der kompletten Technik und dem Leitungssystem erneuert“, sagt Projektleiter Stefan Marten:

„Mit druckabhängig arbeitenden Pumpen und besseren Filtern wird dann eine deutlich sparsamere und feinmaschigere Brauchwasserversorgung möglich sein.“

Zugleich würden die Voraussetzungen geschaffen, um von der Glindower Platte aus in einem zweiten Schritt eine Frostschutzberegnung der Plantagen zu ermöglichen.

Aktuell beginne die wissenschaftliche Begleitung des Projektes durch das Institut für Hydrologie und Meteorologie der Technischen Universität Dresden. Auf einer Versuchsfläche der Havelfrucht GmbH auf der Glindower Platte werden Messeinrichtungen installiert, um beispielsweise Wetter- und Bodendaten, den Saftfluss an den Obstbäumen und Verdunstungswerte zu ermitteln. Dabei werden drei verschiedene Bewässerungsmethoden miteinander verglichen.

„Ziel ist es, die Wasserversorgung im Kontext zu dem Sanierungsprojekt und unter den Vorzeichen klimatischer Veränderungen deutlich zu optimieren”, sagt Stefan Marten. Die beste Form und Menge der Wassergabe sollen ebenso ermittelt werden wie der optimale Bewässerungsintervall bei verschiedenen Witterungsverhältnissen.

Die Erkenntnisse aus dem Wissenschaftsprojekt sollen für andere Wassergaben, Böden, Wetterbedingungen und Durchwurzelungstiefen verallgemeinert werden. In einem weiteren Projekt könnten die Ergebnisse in einen Bewässerungsatlas oder eine Bewässerungsapp für den Obstbau überführt werden – und damit eine sehr alte Idee in ein neues Zeitalter begleitet werden.

(Pressemitteilung der Stadt Werder (Havel) | Henry Klix / Artikelfoto: (c) Stadt Werder (Havel) hkx)

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