Kloster Lehnin. Wenn der Jugendhilfeausschuss des Landkreises Potsdam-Mittelmark die Kita-Entwicklungsplanung beschlossen hat, wird man auch in der Gemeinde Kloster Lehnin wohl zur Tat schreiten müssen.
„Nicht alle Standorte sind gesichert“, sagte Bürgermeister Uwe Brückner in der Sitzung der Gemeindevertretung (GV) am 12. Mai 2026, die im Lehniner Rathaus stattfand. Der Bürgermeister stellte eine Analyse der Entwicklung in der Gemeinde vor und ist sich jetzt schon klar, dass der Platzbedarf deutlich reduziert werden muss. Einzig die seit 2005 in dem damals renovierten Gebäude ansässige Kita „Sonnenschein“ in Reckahn, sie hat 39 Plätze, und die größte Einrichtung, die Bewegungskita „Kinderland“ in Damsdorf, 178 Plätze, werden auf jedem Fall bleiben.
„Damsdorf ist gerade modernisiert worden, und Reckahn liegt außerhalb, der Weg wäre für Eltern kaum zumutbar“, so die Argumentation des Gemeindeoberhaupts.
Die anderen vier Kindertagesstätten in Grebs, Netzen, Göhlsdorf und Lehnin werden in den Fokus der Untersuchung gelangen. Allerdings wird wohl die Platzzahl in Damsdorf im Bedarfsplan bis auf 100 Plätze heruntergefahren werden und in Reckahn unter Umständen auf 25 Plätze.
Brückner geht davon aus, dass auch in der Göhlsdorfer „Buddelkiste“ von 38 auf 25 Plätze reduziert werden muss, bei den „Dreikäsehoch“ könnte die Platzzahl von 39 ebenfalls auf 25 sinken. Die „Sonnenkäfer“ in Grebs würden von 37 auf ebenso 25 Plätze reduziert, und am härtesten dürfte es Lehnin treffen. Der „Knirpsentreff“ hat jetzt 78 Plätze. „Hier werden wir runter bis auf Null gehen“, kündigte Brückner an. Das 75 Jahre alte Gebäude hat hohen Sanierungsbedarf.
In einer Prognose geht man von 255 Kindern in der nahen Zukunft aus. Neben den genannten gibt es auch noch die evangelische Kita in Lehnin (58 Plätze) und die in freier Trägerschaft befindliche Naturkita „First Steps“ in Trechwitz (59 Plätze), womit es immer noch mehr Kitaplätze als Kinder geben dürfte. „Der Geburtenknick ist deutlich, und auch der Zuzug lässt nach“, benannte Brückner die Gründe für den Rückgang.
Noch vor drei Jahren waren alle Einrichtungen überfüllt und man war kurz davor die Kapazitäten auszubauen. Wurden im Jahr 2018 genau 111 Kinder in den Kitas aufgenommen, werden es voraussichtlich im Jahr 2026 nur etwas mehr als die Hälfte, nämlich 63 sein.
Eine positive Nachricht hatte der Bürgermeister jedoch im Gepäck. „Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben, wir wollen allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Perspektive geben“, war seine deutliche Aussage.
(Artikelfoto: Kita Knirpsentreff)
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3 Kommentare
Als betroffenes Elternteil möchte ich ergänzen: Der Artikel greift ein wichtiges Thema auf, vermittelt aus meiner Sicht aber durch die Formulierung „aus in Lehnin“ den Eindruck, als sei die Schließung des Knirpsentreffs bereits beschlossene Sache. Genau das ist jedoch nicht der Fall!
Im Tagesbetreuungsbedarfsplan wird der Knirpsentreff zwar als gefährdeter Standort benannt. Dort ist aber von einer sukzessiven Reduzierung bis hin zu einer möglichen bzw. eventuellen Schließung die Rede. Eine endgültige Entscheidung auf Gemeindeebene ist meines Wissens noch nicht getroffen worden.
Diese Zuspitzung bleibt leider nicht folgenlos. Eltern werden inzwischen von Außenstehenden darauf angesprochen, dass die Kita „ja nun wohl zugemacht wird“. Familien, die ihre Kinder bereits angemeldet hatten, werden verunsichert oder ziehen sich zurück. Dadurch entsteht eine gefährliche Eigendynamik: Wenn öffentlich der Eindruck entsteht, der Standort sei ohnehin verloren, schwächt das genau die Kita, über deren Zukunft eigentlich noch entschieden werden muss.
Dabei gibt es viele gute Gründe für den Erhalt des Kita-Standortes Lehnin: Der Knirpsentreff ist gut erreichbar, auch ohne Auto; er ist ein gewachsener Ort im Dorf; die Arbeit in zwei Häusern ermöglicht altersgerechte Räume; die Außenbereiche bieten viel Platz für Spiel, Natur und Bewegung; und es gibt ein starkes Miteinander von Kindern, Eltern, Erzieher/-innen und Gemeinde.
Ich würde mir deshalb sehr wünschen, dass auch diese Perspektive in der Berichterstattung Raum bekommt: Warum kämpfen Eltern für den Erhalt dieser Kita? Was bedeutet der Standort für Familien und Kinder? Und welche Folgen hat es, wenn eine noch nicht getroffene Entscheidung öffentlich schon wie eine endgültige dargestellt wird?
Hallo Anonymus, sie haben sicherlich recht, allerdings ist das keine von mir interpretierte Annahme, sondern es ist so gesagt worden. Die endgültige Entscheidung soll ja erst nach der Bekanntgabe des im JHA beschlossenen Kreisentwicklungsplans fallen (voraussichtlich im Herbst), aber nach Worten des Bürgermeisters läuft es darauf hinaus, dass Knirpsentreff geschlossen werden wird.