Grade Furchen mit Pferd und Trecker – 29. Kreismeisterschaft im Pflügen in Brück

Brück. 14 Trecker und sechs Pferdegespanne haben an der 29. Kreismeisterschaft im Leistungspflügen teilgenommen. Unter den Pferdegespannführern waren zwei Frauen, die Treckerarbeit war reine Männersache, zumindest noch in diesem Jahr. Denn im kommenden Jahr will Kathleen Schultze dabei sein. Die Neunzehnjährige studiert Landwirtschaft an der Humboldt-Universität in Berlin, besitzt einen Fenn-Traktor Baujahr 1965 und agierte dieses Jahr als Jurorin. „Ich bin Praktikantin bei der Agrargenossenschaft Frenzel-Schmidt in Wittbrietzen, berichtete die junge Frau bevor sie mit dem Zollstock die Furche überprüft. Während sie beim Trecker-Pflügen 23 cm tief sein darf, soll sie bei den Pferden 16 cm betragen, jeweils mit einer Abweichung von zwei Zentimetern.

Wettpflügen, Brück

Bei dem vierzehnjährigen Lukas Notzke und Opa Erwin Winkelmann aus Freienthal stimmte es ganz genau. Die beiden sind als „Enkel-Opa-Team“ unterwegs. Ihr Deutz ist Jahrgang 1965 und damit nur acht Jahre jünger als der Fahrer. Immerhin reichte es für das Team zum dritten Platz mit 72,5 Punkten .

Auch Olaf Geigert aus Freienthal hat seinen Enkel dabei. Der Freienthaler ist ganz genau, der Abstand der Schar muss genau stimmen. Trotz der Akkuratesse reichte es mit dem Kramer, Baujahr 1961 nur zum neunten Platz für den Baupolier.

Die rund 80 Zuschauer kamen trotz des Nieselregens voll auf ihre Kosten. „Ich sauge alles auf, das Pflügen ist eine hochkomplexe Sache“, sagte Brücks Bürgermeister Matthias Schimanowski, den es besonders freute, dass das Pflügen trotz des abgesagten Kreiserntefestes stattfinden konnte. „Alles wird im kommenden Jahr nachgeholt“, glaubt der Stadtchef.

Die Juroren, unter denen auch Matthias Wandel aus Locktow dabei war, schauten ganz genau auf die Einhaltung der Furchentiefe, betrachteten den Furchenschluss und die Spaltfurche, auch die Richtungseinhaltung war wichtig. „Selbstverständlich zählt auch der Gesamteindruck des Gespanns und die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Pferd“, erklärt Wandel.

Die beiden Frauen hatten eine Gemeinsamkeit, beide heißen Jana. Während die Lokalmatadorin Jana Schleif aus Brück mit 35 Punkten nur sechste wurde hatte die 22jährige Jana Falkenberg aus Havelsee es sogar aufs Podium geschafft. Sie wurde gute dritte. „Ich habe erst vor einem Monat mit dem Pflügen und dem Training begonnen“, berichtete sie strahlend. Der bekannte und erfahrene Landwirt Gustav Siegel hatte sie zum Mitmachen animiert. Er selbst war wegen einer Verletzung verhindert.

Seine Dauerrivalen, wie der brandenburgische Meister Guido mit Friedrike und Fritzi und Jörg Lindemann aus Krahne mit Adretto und Frieda landeten diesmal auf Platz 4 und 5. Während Walter Heuer aus Calbe wieder einmal, wie schon vor fünf Jahren im strömenden Regen von Alt Bork, als Sieger vom Acker ging.

Zweite wurde der aus Wernigerode angereiste Bernd Mitteldorf.

Bei den Treckern gewann übrigens Jens Bormann aus Salzwedel vor Hermann Jahn aus Marzahna.

Aufrufe: 320