Früher wurden Glaskugeln als traditionelles Requisit zum Hellsehen verwendet. Aber auch die Maler wurden von der Glaskugel inspiriert. Am bekanntesten ist das Bild „Salvator Mundi“ von Leonardo da Vinci aus 1500:
Heute hat die Glaskugel nichts von ihrer faszinierenden und mystischen Wirkung verloren. Und die hat sich inzwischen eine ganz andere Gruppe von Leuten zunutze gemacht. Die Rede ist natürlich von (Hobby-)Fotografen. Und dazu gehören auch die Fotografen der Fotogruppe Blende 8 aus Borkwalde.
Zum einen stellt eine Glaskugel die gesamte Umgebung auf den Kopf. Dies kann man in der Fotografie nutzen, indem man ein Foto in der Nachbearbeitung um 180° dreht. Somit entspricht die Abbildung in der Kugel der Realität, jedoch steht dafür rundherum alles auf dem Kopf.
Wegen ihrer glatten Oberfläche ist eine Glaskugel auch gleichzeitig ein Spiegel.
Grundsätzlich eigenen sich Landschaften und große Strukturen am besten für die Glaskugelfotografie.
Da die Kugel selbst das Motiv ist, kann auf ein weiteres Motiv verzichtet werden. Deshalb ist es fast in jeder Umgebung möglich, beeindruckende Glaskugel-Fotos zu erzielen.
Kameraeinstellungen
Grundregel Nummer eins in der Glaskugelfotografie ist, dass die Kugel immer scharf abgebildet sein muss. Da der Autofokus bei Spiegelungen auf der Oberfläche der Kugel Schwierigkeiten haben kann, empfiehlt es sich, im Zweifelsfall manuell scharf zu stellen.
Bei wenig Licht ist der manuelle Fokus ohnehin fast unumgänglich. Gute Glaskugel-Fotos haben meist einen schönen Schärfe-Verlauf von der Kugel zum Vorder- und Hintergrund. Um die Kugel freizustellen empfiehlt sich daher eine niedrige Blendenstufe.
Es empfiehlt sich meist einen Blenden-Bereich von f/2.8 bis f/4.0 und möglichst die Belichtungszeit an die jeweilige Situation so anzupassen, dass der ISO-Wert möglichst niedrig bleibt.
Kreative Möglichkeiten
Das Schöne an der Glaskugelfotografie ist, dass man selbst in vermeintlich langweiligen Umgebungen besondere Aufnahmen machen kann.
Man wird überrascht, wie vielfältig man eine Glaskugel einsetzen kann. Sogar Lichtmalerei und Langzeitbelichtungen funktionieren. Z.B. macht ein Wasserstrahl für die Glaskugelfotografie ein wunderbaren Effekt und versucht dabei die Bewegung des Wassers durch eine sehr kurze Belichtungszeit „einzufrieren“. Doch auch ruhendes Wasser lässt sich sehr effektiv einsetzen, wenn du deine Glaskugel zum Beispiel in eine Pfütze legst.
Kreativ werden kann auch auch bei der Nachbearbeitung, und die Glaskugel-Fotos somit deinen ganz eigenen Stil verleihen.
(Ramona Gardosch | Artikelfoto: Glaskugel im Winter)
Siehe auch:
- Fotogruppe “Blende 8”: Fotografieren von Lichterstreifen
- Webseite der Blende 8, Fotothemen des Jahres 2021
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