Brücker Stadtverordnete im Austausch mit Kindern und Jugendlichen

Stadt Brück. Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun (Mahatma Gandhi) – und in der Zukunft sind die Kinder von heute die Erwachsenen von morgen. Was wir beginnen, müssen sie in geeigneter Form vollenden oder fortführen. Daher, um es mit Goethes Worten zu beschreiben, muss man, wenn man mit der Welt nicht ganz fremd werden will, die jungen Leute gelten lassen für das, was sie sind. Vor diesem Hintergrund ist es den Brücker Stadtverordneten ein persönliches Ansinnen, sich auch den Wünschen und Anliegen der Kinder und Jugendlichen der Stadt zu widmen. Am 28. August 2020 stellten sich die Stadtverordneten daher zum ersten Mal den Fragen der jungen Generation.

Bereits im Herbst 2019 waren sich die Brücker Stadtverordneten bei der Entwicklung des Stadtentwicklungskonzeptes („Brück 2034“) einig, dass Kinder und Jugendliche mehr Gehör und Möglichkeiten bekommen sollen, um ihren Lebensort mitzugestalten. Letztendlich ist es den aktuellen politischen Entscheidungsträgern doch ein Bedürfnis, den Zuzug von Familien in die Stadt zu fördern und die Jugend möglichst hier zu halten. Neben der Nähe zu Potsdam und Berlin, sollen es der lebens- und liebenswerte Lebensraum als maßgeblich Entscheidungspunkte sein.

Wie also sieht unsere Stadt aus Kinderaugen aus? Was bewegt unsere Kinder und Jugendlichen so? Was lieben sie an Brück? Wo fühlen sie sich wohl oder vor welchen Ecken der Stadt machen sie lieber einen Bogen? Was würden sie gerne ändern und wie sieht eigentlich ihre Motivation aus, derart Prozesse mitzugestalten? Diese Fragen bewogen die Stadtverordneten dazu am Freitag nicht nur Bratwürste auf den Grill des AWO Mehrgenerationenhauses in Brück zu legen sondern auch mit interessierten Jungs und Mädchen ins Gespräch zu kommen. Unterstützend konnten die Kinder ihre Gedanken auf Papier, mittels einer kleinen Umfrage preisgeben. Dabei förderten die Stadtverordneten ganz unterschiedliche Punkte zu Tage.

Im Naturbad, bei Borgmanns, am Plänchen und an der Skaterbahn fühlen sich die Brücker Kinder- und Jugendlichen augenscheinlich am wohlsten, während sie um den Bahnhof lieber einen Bogen machen. Große Mängel identifizierten sie insbesondere in und an den Schulen – hier lege ihnen scheinbar äußerst viel an einer neuen Außengestaltung, jedoch auch an neuen Schultoiletten und frischer Farbe, außerhalb des Grautons, in den Klassenräumen. Daneben wird auch immer wieder der herumliegende Müll zur Sprache gebracht. Ein Hundespielplatz, Foto-mach-Plätze, eine Graffitiwand sowie ein Drogeriemarkt stehen dazu auf der Vermisstenliste in den Top 5, aber auch ein guter Spielplatz, ein Heimatmuseum, Bushaltehäuschen sowie Fahrradstellplätze sind auf der Liste zu finden.

Platz 1 auf dem Wunschzettel teilen sich gleich zwei große Herzenswünsche. Zum einen das schon seit Jahrzehnten bestehende Problem der ganz persönlichen Orte, an denen die Jugendlichen ein wenig unter sich sein können – der Jugendclub oder generell „Orte zum Chillen“. Natürlich ohne den mahnenden Erwachsenen daneben. Das Thema Jugendclub stellt wohl in Brück eine unendliche Geschichte dar; denn bereits vor über 20 Jahren war das stets ein großes Bedürfnis der Jugend. Diesem wollten die Stadtväter bereits mit dem Jugendraum im MGH vor knapp 10 Jahren etwas abhelfen. Auch der Pavillion am Plänchenteich soll mit Hilfe von Jugendlichen zu einem ihrer Orte werden. Doch ausreichend scheint das noch nicht zu sein.

Daneben vermissen sie ungemein Bänke bzw Sitzgelegenheiten im Stadtgebiet. Diese vermissen nicht zuletzt auch die Senioren der Stadt, die bereits seit Jahren das Aufstellen von mehr Bänken anregen. Auch der Hundespielplatz und mehr Mülleimer dürften, wie der Drogeriemarkt, eine Bereicherung für viele Bewohner der Stadt darstellen.

Die ersten Ergebnisse stellen jedenfalls für die Stadtverordneten wertvolle Informationen dar, mit denen sie in ihre weitere Arbeit gehen können. Eine Fortsetzung dieser Veranstaltung in einem ähnlichen Rahmen kann sich die Vorsitzende des (vereinfacht genannten) Finanz- und Sozialausschusses, Isabel Pesch-Kolarczyk Anfang des neuen Jahres sehr gut vorstellen, um noch mehr über die Motivation und die Bereitschaft der Jugendlichen zu politischem und gesellschaftlichem Engagement herauszufinden. Aktuell konnten sich die meisten noch nicht so die kontinuierliche Mitarbeit in einem Gremium vorstellen. Eine Kinder- und Jugendkonferenz oder eine große Umfrage im nächsten Sommer sollten den Beginn der Brücker Kinder- und Jugendbeteiligung abrunden.

Ein herzliches Dankeschön für ihre tatkräftige Unterstützung auf fachlicher wie persönlicher Ebene bei der Vorbereitung zur Kinder- und Jugendarbeit soll an dieser Stelle den Sozialarbeiterinnen der Schulen, Katja Garpow und Silvia Schulze, der Jugendkoordinatorin des Amtes Brück Wenke Hanack, der Leiterin des AWO MGH, Antja Warwas sowie Martina Lüdeke vom EkiZ und Florian Görner vom PfD Hoher Fläming entgegengebracht werden.

Auch bei allen Kindern- und Jugendlichen, die am Grillnachmittag teilgenommen, möchten die Brücker Stadtverordneten für ihren Mut und ihre Offenheit beDANKEn.

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