Großtrappe, Storch, Wolf und Amphibien laden ein – Naturfreunde in der Zauche willkommen

Brück. Die grünen, etwa 20 Zentimeter hohen Zäune in Golzow, Brück-Stromtal und zwischen Cammer und Golzow an der Landesstraße L85 sind aufgestellt. Die Amphibien können jetzt kommen.

Amphibien

Rund zwei Wochen früher als in den vergangenen Jahren hat die Naturwacht gemeinsam mit Ehrenamtlern die Amphibienzäune in der Zauche und im Fläming aufgestellt. „Wegen des milden Winters hat die Wanderung in diesem Jahr einige Wochen früher begonnen. Bereits im Januar waren die ersten Kröten unterwegs“, so Sascha Schleich, Sprecher des NABU-Bundesfachausschusses Feldherpetologie und Ichthyofaunistik:

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„In den kommenden Wochen steuert das Paarungsgeschehen auf seinen Höhepunkt zu.“

Er bittet und dem schließt sich der Tourismusverein Zauche Fläming (TZF) an, dass Autofahrerinnen und Autofahrer daher jetzt besonders gut aufpassen.

Was viele nicht wissen: Die Tiere können nicht nur durch direktes Überfahren sterben, sondern auch, wenn Fahrzeuge sehr schnell unterwegs sind. „Große Geschwindigkeit erzeugt einen so hohen Luftdruck, dass die inneren Organe von Fröschen, Kröten und Molchen platzen oder durch den Mund nach außen gestülpt werden. Die Tiere verenden qualvoll“, so Schleich.

Eine umsichtige Fahrweise ist auch wegen der vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer wichtig. „Der Einsatz an den Straßen wird weniger gefährlich, wenn Autofahrer Warnschilder und Tempolimits beachten – zumal die Einsätze in der Dämmerung stattfinden, wenn die meisten Tiere unterwegs sind“, so Schleich. Die Population an der L85 ist besonders hoch, deshalb wurde schon darüber nachgedacht, hier einen Krötentunnel zu errichten. Das könnte im Zuge von Bauarbeiten an dem seit langem geforderten Radweg geschehen.

Eidechsen
Aurelia Schmidt hilft Eidechsen bei Cammer

Störche

Nicht nur die Amphibien sind früher unterwegs, auch die ersten Störche sind im Brandenburg gelandet, und es gab erste Beobachtungen im Fläming. Hier ist die Kernstadt Brück mit drei Horsten das Zentrum der Population. Aber auch in Golzow, hier sogar auf einem Baum, in Cammer, Damelang, Neuendorf, Baitz, Gömnigk, Müggenburg, Deutsch Bork und Alt Bork sowie Linthe gibt es Storchenhorste.

Großtrappen

Großtrappe
Großtrappe

Ende März beginnt die Großtrappen-Balz. Die Naturwacht lädt gemeinsam mit der Vogelschutzstation mehrfach dazu ein, die Balz unter Anleitung zu beobachten. Ein Naturschauspiel, das seinesgleichen sucht. Die Großtrappe, der größte noch flugfähige Vogel, wird gern als der “märkischer Strauß” bezeichnet, ist vom Aussterben bedroht und streng geschützt.

Großtrappen, Freienthal, Beobachtung
Beobachtung von Großtrappen in Freienthal

Wölfe

Streng geschützt ist auch der Wolf. Ein Rudel lebt in der Zauche, auf dem Truppenübungsplatz Brück-Lehnin. Allerdings ist es selten möglich und vor allem nicht ratsam, die scheuen Tiere zu beobachten.

“Die Zauche ist für den naturnahen Tourismus prädestiniert, wir laden die Stadtbewohner ein, es selbst bei uns zu erleben”, so der Vorsitzende des TZF, Andreas Koska.

(ako / Artikelfoto: Ehrenamtler am Krötenzaun)

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