Nicht reden, handeln! TZF fordert Radweg an der L85 zwischen Golzow und Brück

Der Tourismusverein Zauche-Fläming unterstützt weiter die Forderung der Bürger der Gemeinden Planebruch und Golzow sowie der Stadt Brück, einen Radweg an der Landesstraße L85 zu bauen. In der kommenden Woche wird im Finanzausschuss des Landkreises die Radwegekonzeption beraten. Trotz der Demonstrationen und Proteste ist der Bau immer noch nicht darin verankert. Immerhin ist die Forderung, wenn auch indirekt an zwei Stellen erwähnt und in einer Anlage genauer beschrieben.

“Eine zusätzliche Diagonale zum Kernnetz von Treuenbrietzen über Linthe, Brück, Golzow, Reckahn nach Brandenburg an der Havel wurde von den Kommunen angeregt”, heißt es im Kapitel Infrastruktur, und zur touristischen Qualifizierung heißt es:

Anzeigen

“Auf der Grundlage des Kernnetzes PM und unter Einbeziehung vorhandener Radanlagen und radfahrgeeigneter Straßen und Wege haben Kommunen und Vereine begonnen, regionale und örtliche Routen mit einprägsamen und erlebnisorientierten Namen als vermarktungsfähige Produkte zu entwickeln bzw. qualitativ zu verbessern, zum Beispiel die Radrouten im Hohen Fläming, … einen Rundweg um die Belziger Landschaftswiesen, …. Dabei werden örtliche Angebote übergreifend verknüpft. Diese Arbeit muss fortgesetzt werden und würde bei der Einführung der Knotenpunktwegweisung eine große Unterstützung und Aufwertung erfahren”.

Immerhin hat man wohl im Landkreis von den Forderungen gehört und auch die konstruktiven Vorschläge aufgenommen. Denn der Radweg ist nicht nur im Alltag, unter anderem für Senioren und Schüler von Bedeutung, sondern auch für die Tourismuswirtschaft. Er würde einen Lückenschluss zwischen dem Europaradweg R1 und dem Radweg historische Stadtkerne schaffen und eine 56 km lange Rundtour ermöglichen.

Allerdings wird in der Anlage 5 deutlich, dass die Proteste ungehört verhallen dürften. Dort heißt es zwar:

“Das Amt Brück favorisiert einen straßenbegleitenden Radweg an der L 85 zwischen Brück und Golzow. Dieser würde einen sinnvollen Ringschluss für Alltagsradfahrer wie Touristen zwischen Bad Belzig (Schwanebeck), Golzow und Brück sowie eine Querverbindung vom R1 nach Brandenburg an der Havel ermöglichen”,

aber bei der Maßnahmenerklärung wird folgendes dargeleg, Golzow-Brück: Diagonale durch den LK PM, Beim LS nicht im Programm” und weiter zwischen Linthe und Treuenbrietzen “Beim LS im Programm als vordringlicher Bedarf bis 2030 bzw. als weiterer Bedarf nach 2030”. Immerhin gibt es im weiteren Verlauf der L85 eine gewisse Hoffnung auf Umsetzung.

Radweg, L85, Golzow, Brück
Forderung nach einem Radweg an der L85 zwischen Golzow und Brück

“Das reicht uns nicht, wir fordern einen zügigen Ausbau und unterstützen das Amt Brück bei der Forderung”, sagt der stellvertretende Vorsitzende des TZF, Andreas Koska. Er fordert die Kreistagsabgeordneten aus dem Amt Brück sich für diese Forderungen tatkräftig einzusetzen und den Radweg in die Planungen zu integrieren. “Mit Martin Köhler (Grüne), Melanie Balzer und Michael Klenke (beide SPD) sowie dem Verkehrsausschussvorsitzenden Ottheiner Kleinerüschkamp (CDU) sind es vier Abgeordnete, deren Stimme Gewicht haben sollte”, zählt Koska auf, der staunt, dass alle angemeldeten Vorschläge aus dem Amt Brück, wie zum Beispiel der Lückenschluss zwischen Golzow und Krahne über Grüneiche, ebenfalls keinerlei Chance auf Umsetzung zu haben scheinen.

“So kann man mit den ländlichen Regionen nicht umgehen, hier gibt es Initiativen, die es zu stärken gilt, sonst läuft man Gefahr, dass sich die Bürger vernachlässigt und abgeschoben fühlen, das fördert Politikverdrossenheit”, glaubt Koska und verweist auf die kommenden Kommunalwahlen.

(Fotos und Text: Andreas Koska)

Aufrufe: 151