SPD: ÖPNV im ländlichen Raume stärken

Die Menschen auf dem Lande brauchen zur Daseinsvorsorge maßgeschneiderte, flexible und bezahlbare Mobilitätsangebote.

Der öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV) war für Jahre geprägt vom Bevölkerungsrückgang. Menschen wurden älter oder zogen in die Städte. Mit hohem Aufwand konnten die Verkehrsbetriebe immer häufiger nur noch ein Grundangebot von Busverbindungen bereitstellen.

Die Bevölkerungsprognosen haben sich seitdem geändert. Seit einigen Jahren haben wir in vielen Kreisen stabile oder sogar wachsende Bevölkerungszahlen. Junge Menschen kommen wieder zurück. Diese Entwicklung ist eine Chance für uns auch mit attraktiveren ÖPNV-Angeboten den ländlichen Raum weiter zu stärken.

Mit den neuen Plus-Bus Konzepten in Potsdam-Mittelmark konnten die Fahrgastzahlen seit 2014 um 50% gesteigert werden. Auf immer mehr Verkehrsachsen in Potsdam-Mittelmark werden Linien in PlusBus-Qualität angeboten. Im Taktverkehr stellen Busse und Bahnen so das Rückgrat unseres Nahverkehrs.

Aber der ländliche Raum ist vielfältig. Lösungen wie in den Städten greifen dort nur reduziert. Gefragt sind flexible und bedarfsgerechte Angebote, die sich an der jeweiligen Situation und am zukünftigen Bedarf ausrichten. Ein weiterer wichtiger Baustein im Verkehrsverbund auf dem Lande sind daher Rufbusse und zukünftig notwendige Angebote im Bereich Car-Sharing und Ride-Sharing .

Das Problem? Die regulären Busse verkehren zwar von früh bis spät im Stundentakt, aber sie halten auch überall und benötigen so eine kleine Ewigkeit bis sie am Ziel ankommen. Die neuen Car und Ride- Sharing Konzepte können das maßgeblich ändern.

Viele neue Gedankenspiele zu Car und Ride-Sharing werden in den Arbeitskreisen neuerdings durchgespielt. Ich schlage daher vor, Elektro-Fahrzeuge auf den Marktplätzen der Gemeinden in Verbindung mit Ride-Sharing Angeboten anzubieten.
Will jemand z.B. von Kloster Lehnin nach Groß Kreutz gelangen könnte man einfach mit einem Ride-Share dort hinfahren. Man müsste nicht durch alle Dörfer durch und auch nicht extra auf einen Bus warten. Sondern läuft einfach zum Marktplatz, steigt ein und fährt los, oder fährt bei einem anderen Ride-Share einfach mit. So können wir die Gemeinden auch besser mit der Bahn vernetzen.

Nun fahren die Fahrgäste also selber an Ihr Ziel oder einfach bei einem anderen Ride-Share mit. Ich gehe davon aus, dass der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) damit einfacher und schneller wird aber dabei nicht teurer werden muss. Zur Buchung einer Fahrt benötigt man lediglich eine App auf dem Telefon. Man geht zum Marktplatz, steigt ein nimmt eventuell noch jemanden mit und fährt los. Auf dem Weg zum Ziel werden sogar ein paar Leute zusteigen oder aussteigen, jedesmal reduziert sich der Fahrpreis entsprechend. So entsteht ein flexibler öffentlicher Personennahverkehr, der an 24 Stunden, 7 Tage die Woche zur Verfügung steht und bei dem die Gemeinschaft gestärkt wird. Eine Win-Win Situation, die das Leben bei uns auf dem Lande noch schöner machen könnte.

Lisa Price

Auf diese Weise ist es möglich, die ländliche Region Brandenburgs und die Zentren besser zu verbinden und das Wirtschaftsgeschehen weiter zu entwickeln. Im Landkreis Ebersberg oder in Flensburg wurden ähnliche Konzept schon erfolgreich umgesetzt. Ich würde mich sehr freuen wenn solche Konzepte auch bei uns wirklich werden könnten um das Leben und Arbeiten auf dem Lande attraktiver zu machen.

(Lisa Price, Sprecherin des SPD Landesarbeitskreis Wirtschaft und Energie)

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