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Kloster Lehnin: Umnutzung nicht genehmigt – Barber-Shop droht Schließung

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Lehnin. Die Mitteilung des Bürgermeisters von Kloster Lehnin, Uwe Brückner war kurz und lapidar. In der Gemeindevertretersitzung am 7. Juli 2026 sagte Brückner:

„Der Landkreis Potsdam-Mittelmark hat die Umnutzungsgenehmigung vom ehemaligen Blumenladen in einen Barber-Shop nicht genehmigt“.

Er begründete diese Entscheidung nicht und auch seitens der Gemeindevertreter gab es keine Nachfragen. Der Umnutzungsantrag wurde am 18. November 2025 durch den Eigentümer Mehmet Sahin gestellt.

Auf Anfrage von Zauche 365 teilte Pressesprecher Benno Rougk mit, dass für das Vorhaben drei KFZ-Stellplätze gemäß Stellplatzsatzung der Gemeinde Kloster Lehnin notwendig wären:

„Diese Stellplätze konnten nicht nachgewiesen werden. Die Genehmigungsvoraussetzungen lagen damit nicht vor“.

So die Auskunft.

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Kloster Barbershop

Nunmehr hat der Landkreis dem Geschäftsmann mitgeteilt, dass nur zwei Stellplätze nötig seien und er diese nachweisen soll. Sahin hat längst gehandelt und samt Zeichnung den Nachweis geführt. Er will einen neuen Antrag stellen.

Der 52jährige Sahin betreibt seit dem Jahr 2011 erfolgreich einen Döner-Imbiss im Ort. Das Haus hat seine Familie erworben. Es war nach langem Leerstand stark renovierungsbedürftig. Die Familie hat es zu einem Schmuckstück werden lassen. Der Imbiss läuft. Schon vorher hatte Sahin einen Imbiss in Golzow betrieben, denn er weitergegeben hat. Seit zwei Jahren übernahm er die Bewirtschaftung am Waldbad in Borkheide. Er beschäftigt sechs Mitarbeiter.

Vier seiner fünf Kinder besuchen die Gesamtschule im Ort, der älteste arbeitet bei Heidelberger Druck in Brandenburg a.d.H..

„Ich fühle mich wohl in Lehnin, ich zahle hier Steuern und fühle mich für das Gemeindeleben

Mehmet Sahin, Lehnin
Mehmet Sahin

mitverantwortlich“, so seine Überzeugung. Wenn die Jugendfeuerwehr anklopft oder der Sportverein um Spenden nachsucht, ist Sahin dabei.

Und so war es, als der Blumenladen aufgegeben hat und die Räume leer standen. Er hatte die Idee, einen Barber-Shop zu eröffnen, und setze sie um. Ein Ladenschild prangte zur Eröffnung im September ’25, umrandet von weiß-blauen Luftballons, über dem Eingang. Nur kurze Zeit später musste es wieder abgenommen werden.

„Zu groß“, hieß es von der Gemeindeverwaltung. Sahin fühlt sich nicht immer willkommen in der Gemeinde. Eine Anfrage an Bürgermeister Uwe Brückner blieb leider unbeantwortet.

In einem Post in den sozialen Medien beschreibt der Geschäftsmann seinen Werdegang. Er ist seit 28 Jahren in Deutschland, er wollte immer arbeiten und musste sich dieses Recht vor Gericht erkämpfen. Er hat oft Diskriminierung erlebt, hat aber nicht aufgegeben. „Meine Geschichte ist nicht nur eine Geschichte des Einwanderers. Sie ist eine Geschichte von Mut, Ausdauer, Hoffnung und dem Glauben an die Gleichheit aller Menschen“, so seine Überzeugung. Er wünscht sich für die Zukunft eine solidarische Gesellschaft ohne Diskriminierung. Dem mag man nicht widersprechen.

(Artikelfoto: Mehmet Sahin vor seinem Klostergrill in Lehnin)

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