Groß Kreutz, Deetz. „Ich bin nun schon drei Jahre dabei, für diesen Radweg zu kämpfen. Wir haben angefangen mit einer Unterschriftensammlung, die hier mit 1.400 Unterschriften eingegangen ist. Das Bürgerbegehren ist nicht mehr von der Hand zu weisen. Wir reden nun schon seit drei Jahren davon. Wir sitzen hier, weil wir etwas für die Gemeinde tun wollen. Dieser Radweg ist nicht nur für einen Ortsteil. Er ist für die Verkehrssicherheit da, für den Anschluss an den Havel-Radweg, für den Tourismus. Es gibt viele Aspekte, die für ihn sprechen“, verdeutlichte Alexander Zuch aus Deetz in der vergangenen Sitzung der Gemeindevertreter von Groß Kreutz (Havel) in Jeserig seinen Standpunkt.
Gemeinsam mit Yannic Steffan, ebenfalls aus Deetz, legte er ein vielseitiges Dokument über eine mögliche Reaktivierung des Planetenweges vor, um möglichst bei der Verteilung des Sondervermögens in Höhe von 3,2 Millionen Euro der Gemeinde Groß Kreutz (Havel) berücksichtigt zu werden.
Der 3,2 km lange Weg führt vom Bahnhof Groß Kreutz bis zum Friedhof in Deetz. Allerdings ist er kaum für Radfahrende nutzbar. Ein Drittel der Strecke besteht aus Tiefsand und macht das Befahren mit Fahrrädern unmöglich. Weitere Teilstrecken bestehen aus Feldwegen und altem Klinker, die sehr holperig zu befahren sind. Nur zu Beginn und am Ende des Weges sorgen kurze asphaltierte Bodenbelege für ein angenehmes Radfahren.
Die Vorteile einer Sanierung dieses Weges stellen Zuch und Steffan deutlich dar. Zum einen wäre eine Verbindung an den überregionalen Havel-Radweg gegeben, so dass Touristen vom Bahnhof Groß Kreutz über den reaktivierten Planetenweg bequem den Havel-Radweg erreichen könnten. Das würde eine höhere Radverkehrfrequenz bedeuten und Potenzial für Gastgewerbe und Hofläden bieten. PendlerInnen und SchülerInnen hätten die Möglichkeit, mit dem Rad den Bahnhof zu erreichen und das Kfz stehen zu lassen. Dies wiederum würde den Kfz-Verkehr am Bahnhof Groß Kreutz reduzieren.
„Die Ausweichroute ist die L86 über Krielow im Mischverkehr mit Kraftfahrzeugen bei 30 Prozent längerer Strecke. Insbesondere zwischen Deetz und Krielow ist die Straße eng, so dass es regelmäßig zu gefährlichen Situationen mit dem Langsamverkehr kommt“, argumentieren Zuch und Steffan in ihrer Faktenzusammenstellung.
Da sie um die hohen Kosten einer vollumfänglichen Sanierung des 3,2 km langen Planetenweges wissen, und diese auch den vorhandenen landwirtschaftlichen Verkehr berücksichtigen muss, regen Zuch und Yannic eine Betonspurbahn im Bereich des Tiefsandes an. Diese hält bis zu 40 t Gewicht aus, ist über 40 Jahre haltbar und trägt zu einer geringeren Versiegelung bei. Die beiden Engagierten sprechen sich für den Erhalt des alten Klinkerpflasters aus und stellen sich eine Neuverlegung der schadhaften Bereiche vor. Mit dieser abgespeckten Variante schätzen sie nach gründlichen Recherchen die Kosten auf 1,01 bis 1,32 Millionen Euro.
„Wir wissen, dass manche Wünsche einen langen Atem brauchen“, erwiderte der Vorsitzende der Gemeindevertreter, Franz Herbert Schäfer, nicht ganz unbeeindruckt vom großen Engagement der Deetzer.
„Es sind ein paar interessante Ansätze dabei. Über die Sommerpause werden wir uns ihr Papier noch genau vornehmen und mit den uns bekannten Planern ein paar Ansätze durchsprechen“, sagte Bürgermeister Reth Kalsow. Die nächste Gemeindevertretersitzung findet am 1. September statt.

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