Potsdam-Mittelmark: Familienzentren in Gefahr – Brück fürchtet um Existenz der beiden Einrichtungen

Anzeige (Für mehr Informationen bitte anklicken)

Potsdam-Mittelmark, Brück, Borkheide. Im Amt Brück gibt es zwei Familienzentren, eines in Borkheide, das andere in Brück. Beide Standorte sind niedrigschwellige Anlaufstellen für Kinder, Eltern und Familien. Sie übernehmen Aufgaben in den Bereichen Familienberatung, Frühe Hilfen, Kinderschutz, Familienbildung, Prävention und Vernetzung.
An beiden ist eine sozialpädagogische Kraft in Vollzeit tätig. Jetzt hat der Landkreis angekündigt, die Mittel für Familienzentren in Potsdam-Mittelmark um 500.000 Euro zu kürzen, was insgesamt eine Kürzung um 40 Prozent der bisherigen Mittel bedeutet.

Gleichzeitig wurde angekündigt, dass es je amtsfreie Gemeinde, Stadt oder Amt jeweils nur ein Äquivalent von 0,625 einer Vollzeitstelle geben soll, das entspricht 25 Wochenstunden. „Für das Amt Brück bedeutet dies, dass von zwei Familienzentren, derzeit jeweils in Vollzeit, auf ein Familienzentrum mit 25 Stunden/Woche für den gesamten Sozialraum zurückgefahren werden soll“, schlägt der Fachbereichsleiter Soziales beim Amt Brück, Lars Nissen Alarm.

Der Träger des Familienzentrums in Borkheide ist die Stiftung Job e.V. Thomas Lettow hatte als Vertreter der Stiftung und damit der Träger an einer Besprechung mit dem Beigeordneten Steven Koch und der Dezernentin Anne Baaske teilgenommen.

„Sollte es zu einem derart massiven Einschnitt kommen, hat das immense Einschnitte bei den möglichen Leistungen und Angeboten der Familienzentren zur Folge. Das haben wir als Träger auch in der Beratung deutlich gemacht“, berichtete Lettow in einem Brief an die beiden Bürgermeister der Waldgemeinden, Steffi Randig (Borkheide) und Egbert Eska (Borkwalde). Demnach wird die Kürzung als Strafe für gute Arbeit betrachtet, da die wenigen Fälle als Begründung für den Federstrich dienen. „Das ist genau falsch herum gedacht. Potsdam-Mittelmark hat landesweit die wenigsten kostenintensiven Fälle – nicht trotz, sondern wegen der Familienzentren. Ein direkter Erfolg des präventiven Systems“, heißt es in einem Appell der Träger der Familienzentren. Falls es bei der Kürzung bleibt wird es zur Schließung mehrerer Familienzentren kommen und damit zum Wegfall präventiver Angebote, heiß es.

„Als Folge eskalieren Probleme unerkannt, es kommt zur steigende Fallzahlen in kostenintensiven Hilfen zur Erziehung, der Überlastung des Jugendamtes und kommunaler Systeme, langfristig zu einem Vielfachen der „Einsparung“ an Mehrkosten und Verlust einer dezentralen Struktur als Zugang des Landkreises zu seinen Bürgerinnen und Bürger“, listen die Träger auf.

Lars Nissen hofft, dass diese Einsparungen noch verhindert werden können. „Wir möchten gerne die Öffentlichkeit wachrütteln und hoffen auf Unterstützung“, appelliert der Fachdienstleiter.

(Artikelfoto: Familienzentrum Borkheide)

Views: 6

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Login