90 Jahre FF Reckahn, Feuerwehr, Reckahn

Reckahner Feuerwehrgerätehaus zum 90. Jubiläum der Ortswehr eingeweiht

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Reckahn. Die Ortswehrführung mit Andreas Hummel und René Wiegandt sowie Bürgermeister Uwe Brückner und Ortsvorsteher Klaus Perle luden am Freitag zur Einweihung des neuen Reckahner Feuerwehrgerätehauses ein sowie zur Jubiläumsfeier anlässlich des 90-jährigen Bestehens der Ortswehr Reckahn, die wegen der Bauarbeiten verschoben wurde.

Errichtet wurde ein Mauerwerksbau mit Sozialtrakt und Fahrzeughalle neben dem alten Reckahner Feuerwehrgebäude, das ebenfalls für die Feuerwehrarbeit erhalten bleibt. Der Neubau wird modernen Ansprüchen gerecht und verbessert die Aufenthaltsqualität und Arbeitsbedingungen erheblich.

Zuständig für die Planung und Bauleitung war das Architekturbüro „B12“ aus Potsdam, die diesen Bau hier sehr gut gemeistert haben. Es waren einige Hürden zu nehmen, was die Zuverlässigkeit, die Materialbeschaffung und Termintreue der Firmen betraf. Diesem Umstand ist leider auch die verspätete Fertigstellung zu zuschreiben, dennoch ist zur verschobenen Jubiläumsveranstaltung nun doch noch alles fertig geworden und die Nutzungsaufnahme beim Bauamt angezeigt. Die Statik wurde vom Büro „Clauß“ aus Luckenwalde aufgestellt, ein Fachplaner der sehr zuverlässig und souverän gearbeitet hat, ebenso die Fachplaner HLS das Büro „Willmann“ aus Brandenburg und die Elektroplanung Büro „Höhne“ aus Caputh.

In diesem Zusammenhang möchte die Gemeinde im Besonderen die Firmen benennen, die hier hervorragende Arbeit geleistet haben:

  • das Rohbauunternehmen „Bauunion Wittenberg“
  • die Dachdeckerei Mischur aus Rietz
  • die Heizungsfirma „Börner“ aus Brandenburg
  • die Elektrofirma „Lahn aus Wittenberg
  • den Maler „Fa. Steffen“ aus Klein Marzehns
  • den Trockenbau „Fa. MD“ aus Finneland
  • die Tischlerei „Fa. Richter“ aus Finsterwalde

Die Außenanlagen werden im Anschluss an diese Feierlichkeit fertig gestellt.

Das Brandenburgische Innenministerium fördert den Reckahner Neubau mit 250.000 Euro Infrastrukturmitteln. Der Landkreis zahlt entsprechend der Zuwendungsrichtlinie für Gebäude und Beschaffung von Fahrzeugen im Brand- und Katastrophenschutz 100.000 Euro. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 1 Mio. Euro. Mit Eigenleistungen unterstützen die Kameraden die Umbau-Arbeiten in dem Bestandsgebäude.

Die Ortswehr hat derzeit 17 Aktive sowie zehn Mitglieder in der Jugendfeuerwehr. Der Feuerwehrförderverein Reckahn e.V., seit 2018 aktiv, zählt 33 Mitglieder und engagiert sich nicht nur durch die Organisation von Festen wie dem Spielplatzfest, Tanz in den Mai und dem Weihnachtsbaumaufstellen, sondern unterstützt auch verschiedene lokale Veranstaltungen wie die Seniorenweihnachtsfeier, das Siedlungsfest und die Museumsaktion Feuer und Flamme“ am Reckahner Schloss. Der Verein investiert außerdem in wichtige Anschaffungen zur Unterstützung der Feuerwehrarbeit.

Die Reckahner Brandschützer*innen verfügten von 1946 bis 1989 über einen Tragkraftspritzenanhänger (TSA), dessen Vorspanndienst die LPG mit einem Traktor und später mit einem LKW leistete. 1993 erhielt die Ortswehr ihr erstes umgebautes Feuerwehrauto, einen Ford Transit. 1997 folgte ein gebrauchtes Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF), das seinerzeit 7.550 DM kostete. Ende 2017 kam ein TSF-W-Fahrzeug auf VW Fahrgestell mit 750 l Wassertank und verbauter Hochdruckeinrichtung hinzu.

Das alte Feuerwehrgerätehaus, das neben dem Neubau steht, wurde 1938/39 gebaut. 2001 bekam das Gerätehaus einen neuen Anstrich, das Dach wurde neu eingedeckt und Nachtspeicheröfen wurden eingebaut. 2010 wurden in Eigenleistung durch die Kameraden der Versammlungsraum und der Sanitärbereich aufwändig saniert. Der Schlauchturm wurde 2017 grundlegend renoviert.

Bürgermeister Uwe Brückner bedankte sich bei Baufirmen und den Kamerad*innen für ihr Engagement auf der Baustelle und gratulierte zum Jubiläum. Solch ein Projekt sei nur umsetzbar, wenn viele Menschen ein Ziel verfolgen. Er betonte:

„Das Leben, die Gesundheit und den Besitz unserer Bürgerinnen und Bürger zu schützen, ist eine der wichtigsten Aufgabe der Gemeinde. Alle Ortswehren der Gemeinde Kloster Lehnin bewältigen diese mit viel Herzblut und Engagement. Um andere Menschen zu retten, gehen die Kameraden ein nicht unerhebliches Risiko für ihr Leib und Leben ein, wie wir am 5.9.2017 schmerzvoll erfahren mussten. Die Art der Einsatzbewältigung unserer Gemeindefeuerwehr zeigt, dass sie überall gut aufgestellt und ausgebildet ist. Zur klassischen Aufgabe der Brandbekämpfung traten in den letzten Jahrzehnten verstärkt Einsätze bei Verkehrsunfällen, zu technischen Hilfeleistungen oder als Tragehilfe für den Rettungsdienst hinzu. Ich wünsche den Kamerad*innen, dass sie von Einsätzen stets verletzungsfrei zurückkommen.“

Ortswehrführer Hummel betonte, dass die Kamerad*innen viel Eigenleistungen in den Bau gesteckt haben und die Bedingungen jetzt ideal für die Ausbildung seien. Er habe jedoch noch den Wunsch, dass auch das 29 Jahre alte Feuerwehrfahrzeug eines Tages durch ein modernes ersetzt werden könnte. Die Wehr werde sich jetzt aktiv auch um weitere Mitglieder bemühen – pünktlich zur Einweihung kam die erste Neuanmeldung.

Landrat Marko Köhler gab ihm dazu einen Tipp: den Wunsch in Bedarf umzuwandeln. In Zeiten knapper Kassen können nicht alles sofort finanziert werden. Aber er sei von der Hartnäckigkeit der Reckahner Kameraden beeindruckt.

Ortsvorsteher Klaus Perle dankte den Kameraden für ihr Engagement. Ein langgehegter Wunsch gehe mit der Eröffnung des Gerätehauses in Erfüllung. Perle erinnerte an den derzeit mit 86 Jahren ältesten Kameraden der Wehr, Jürgen Richter, der seinerzeit noch mit einer Java 350 zu Einsätzen ausrückte.

Reckahns Museumsleiterin Dr. Silke Siebrecht-Grabig übergab Ortswehrführer Andreas Hummel ein besonderes Geschenk: Die Kopie einer historischen Quelle des einstigen Schlossherrn Friedrich Eberhard von Rochow, der sich über Feuerbrunst im Ort Gedanken machte, zu Zeiten als es noch keine Feuerwehr gab.

(Pressemitteilung von Kloster Lehnin | )

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