Synergie oder Konkurrenz? – Lehniner Nachbarhöfe mit Hofflohmarkt

Lehnin. „Es ist schon ärgerlich, ich wollte es eigentlich nicht“, der Ausrichter des Hofflohmarkts in der Emstaler Straße 5 in Lehnin war leicht verärgert. Der Grund eher simpel. Im Nachbarhof, Hausnummer 6 der Straße fand ebenfalls gleichzeitig zu Pfingsten ein Hofflohmarkt statt. „Ich denke wir profitieren beide von der Gleichzeitigkeit“, ist die Betreiberin des zweiten Flohmarkts sicher.

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Zumindest die Gäste freuts. Alle Besucher besuchen beide Höfe und erfreuen sich an dem unterschiedlichen Angebot. Auf dem Hof und in den Nebengebäuden in der Nummer 5 findet die Veranstaltung schon zum inzwischen achten Mal statt. Hier gibt es wirklich alles. Von Ölbildern über alte Postkarten, vor allem der Stadt Brandenburg an der Havel, landwirtschaftliche Geräte, Spielzeug. Alles was man zu Geld machen kann, wird angeboten. „Das werde ich meiner Nachfolgerin geben“, lacht Sylvia Herrmann. Sie führt Projekte zu Landwirtschaftsberufen durch und ihr Lebensgefährte brachte ihr eine alte Schautafel zum Thema „Kartoffelschädlinge“ mit.

Der Brücker Künstler Bernd Nimmergut sammelt alles aus den 50er Jahren und stöbert gern auf den Flohmärkten. Seine Frau Marlies denkt praktischer und erwarb eine Butterdose.

Zu den Besonderheiten gehört sicherlich eine Schülerlotsenkelle samt Mütze und Weste aus der DDR der 60er Jahre. Keramik, wie eine Zuckerdose aus Bunzlau, Spirituosen unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Alters, Hecheln zur Leinenbearbeitung, Lampen, Roller, Kaffeesäcke aus Kuba und Bohnensäcke aus den USA, Roller, Kleinmöbel und Porzellan, kleine Entdeckungen waren überall möglich. Das Herz eines Flohmarktgängers ging auf diesem Hof auf, wenn auch die Preise nicht gerade günstig zu nennen waren. Auf jedem Fall ein uriges Vergnügen. „Ich habe ein Milchkännchen aus Porzellan und einen Weinrömer erworben“, freute sich Monika Schadly aus Golzow. Von dem Angebot auf Nachbarshof wusste sie vorher nichts, freute sich aber über die Möglichkeit, weiter zu shoppen.

Der Weg zum nächsten Hof war nicht weit, nur ein Schritt weiter der Eingang. Hier ebenfalls ein buntes Angebot, allerdings waren hier auch einige Händler, die eigene Stände aufgebaut hatten, anwesend. Insgesamt war das Angebot kleiner aber ergänzte das des Nachbarn. Dieser Flohmarkt hatte wie sein Nachbar zwei Jahre Pause wegen Corona eingelegt und wurde zum dritten Mal veranstaltet.

Hier konnte man auch ein paar CD´s und DVD´s kaufen, auf den Tischen Kleidung, Keramik, Glas und Porzellan, dazu Buddelschiffe und Souvenirs aus aller Welt sowie eine Pipe, eine geschwungene Pfeife.

Nach dem Besuch bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass die gleichzeitige Öffnung beider Höfe eher Synergien hervorgerufen hat, denn ich wäre für einen Hoftrödelmarkt nicht gekommen.

 

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