Voller Ideen, voller Tatendrang – Die 1. Generationenkonferenz Borkheide fand viel Zuspruch

Borkheide. „Seien Sie bereit, überrascht zu werden“, so lautete eine Vorgabe für die Generationenkonferenz, die am Sonnabend in Borkheide im Speisesaal der Grundschule stattfand. Überrascht war die Vorbereitungsgruppe gleich zu Beginn selbst, von der Teilnehmerzahl. Fast 40 Bürger waren der Einladung gefolgt und brachten sich aktiv ein.

Eingangs erzählte Bürgermeister Andreas Kreibich, dass er bei einem frühen Versuch eines Bürgerhaushaltes mit nur einer anderen Person dasaß. Außerdem berichtete er von einer im Jahr 2019 durchgeführten Befragung, an der immerhin 1.500 Haushalte im Haupt- und im Nebenwohnsitz mit insgesamt 406 Personen teilgenommen hatten. Als Mangel wurden damals an erster Stelle ein Café, dann eine Drogerie und eine Tankstelle genannt. Den teilnehmenden Kindern und Jugendlichen fehlten vor allem Tanzmöglichkeiten, eine Kinder- und Jugendfeuerwehr und schnelles Internet.

Offen für Vieles: Open Space

Auf der Generationenkonferenz sollten jetzt noch einmal Ideen zusammengetragen und am besten gleich erste Ideen zur Umsetzung erarbeitet werden. Uta Meyer vom Verein RAA Potsdam und selbst Borkheiderin, übernahm dabei die weitere Moderation. Die Generationenkonferenz sollte offen für Ideen sein, Hürden vermeiden und ohne Vorgaben der Verantwortlichen auskommen. Deshalb wählte man die Form des Open Space. Jeder konnte zu Themen einladen, die in den drei Stunden der Konferenz diskutiert werden sollten. Jeder konnte jederzeit frei wählen, woran er teilnimmt. Kaum hatte Meyer das Prinzip erklärt und um Themenvorschläge gebeten, sprudelte es aus den Anwesenden nur so heraus.

Im Mittelpunkt: Kinder und Jugendliche

Hauptthema waren die Jugendlichen und insbesondere die Kinder: Wie sicher sind die Straßen für sie? Wo können sie frei zugänglich Sport treiben? Das Spektrum der Ideen reichten von Fahrradständern, die den heute breiteren Fahrrädern angepasst sein sollen, über E-Roller-Ausleihen, Geschwindigkeitsbeschränkungen im Ort, eine Nutzung des Bahnhofsgebäudes im Interesse der Gemeinde bis hin zu Großvorhaben wie der neuen Turnhalle.

Marko Wilke, Leiter der Agentur für Arbeit Potsdam-Mittelmark und Borkheider, fragte prononciert:

„Wieviel hält der Ort noch aus? Borkheide hat sich in den letzten 20 Jahren verändert. Es gibt weniger Bäume. Bleiben wir grün genug? Passt die Infrastruktur noch?“

Nahezu jeder der Anwesenden hatte eine Idee oder ein Thema mitgebracht. Besonders gut vorbereitet hatten sich einige Kinder, mit Unterstützung der Eltern. Sie brachten die meisten Themen ein. Am aller aktivsten waren Vici Renner, Mika Mund und Nico Renner.

Alle Themen trafen den Nerv der Anwesenden, wenn man dem Beifall für sie zugrunde legt. „Das fühlt sich dolle an“, faste Meyer die Fülle zusammen, bevor sie eine Zusammenfassung der Themen in Gruppen und Zeitfenster moderierte. Die einzelnen Gruppen beschäftigten sich mit diesen Themen:

  • Raum für die Jugend / Repaircafé
  • HIT-Rakete (der Jugendlichen)
  • Turnhalle +
  • Bahnhof Borkheide
  • Spielplatzareal
  • E-Roller
  • Verkehrssituation im Ort
  • Car Sharing
  • Ortsentwicklung

Intensive Arbeit in Gruppen

In den einzelnen Gruppen wurde intensiv diskutiert. Einzelne Gruppen legten bereits Verantwortliche für die ersten Schritte fest. Dabei arbeiteten nicht alle Gruppen parallel. Vielmehr gab es einen Wechsel zu einer zweiten Runde. Dadurch konnte zu allen Themen mit mehreren Teilnehmern gearbeitet werden.

Zum Schluss mussten natürlich die Ergebnisse noch zusammengetragen werden. Dazu kamen alle noch einmal zum Plenum zusammen. Die Moderation dieser Runde übernahmen mit Nico Renner und Mika Mund spontan und souverän zwei der anwesenden Kinder.

Postives Fazit

Moderatorin Meyer war begeistert:

„Ich freue mich, dass so viele gekommen sind. Trotz Conrona. Alte wie neue Einwohner, junge und ältere. Es gab wichtige Themen, eine Vielfalt an Themen, Themen für die Zukunft des Ortes. Wichtige Ansprechpartner waren vor Ort. Die Resonanz war super. Ich hoffe, wir bleiben im Gespräch.“

Auch Bürgermeister Kreibich war zufrieden, auch wenn er zu manchem Vorhaben das Wasser der Umsetzbarkeit in den Wein der Träume gießen musste:

„Erstaunlich groß war das Interesse an den Jüngsten. Es sind alles keine unrealistischen Sachen. Einiges wird sich im laufenden Jahr umsetzen lassen, anderes wird Jahre benötigen. Vielleicht ziehen wir im Herbst einen Zwischenstand, vielleicht auch erst im nächsten März.”

Künftig soll die Generationenkonferenz jährlich am letzten Samstag im März stattfinden, es sei denn, das ist ein Feiertag. Auch dann dürfen sich die Borkheider Bürger wieder von ihrer eigenen Bereitschaft, Ideen zu entwickeln und umzusetzen, überraschen lassen.

(Artikelfoto: v.l.n.r. Vici Renner, Mika Mund und Nico Renner)

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