Preisverleihung beim 11. Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

Seddiner See. Der 11. Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ hat seine Gewinner. Fredersdorf, Beetzseeheide und Borkheide dürfen sich über einen Scheck der Mittelbrandenburgischen Sparkasse freuen. Zusätzlich gab es in diesem Jahr zwei Sonderpreise, gestiftet vom Landkreis. Den einen erhielt Reetz für die Nachwuchsförderung im Bereich Feuerwehr, den anderen Deetz für die Nachwuchsförderung im Bereich Jugendsport. In einer kleinen Feierstunde in der Heimvolkshochschule am Sedder See wurden die Dörfer am gestrigen Donnerstag ausgezeichnet.

Fünf Dörfer aus dem Landkreis hatten sich beworben. Obwohl, eigentlich waren es sieben, denn zu Beetzseeheide gehören drei Orte – Butzow, Gortz und Ketzür -, die aber gemeinsam unter einer Flagge segeln. Bei Besuchen und Rundgänge in den einzelnen Orten konnte sich die Jury von der Entwicklung der Dörfer überzeugen. Und hatten anschließend die Qual der Wahl. Denn auf seine ganz eigene Art ist jedes Dorf etwas Besonderes. Und stellte unter Beweis, dass das Dorfleben durchaus Zukunft hat. So fiel es den Laudatoren nicht leicht, ihre Besuche zusammenzufassen und das Wichtigste zu präsentieren.

Auch Vizelandrat Christian Stein war angetan von der Entwicklung, welche die einzelnen Dörfer genommen haben. Und ein bisschen neidisch auf die Jury, die so viele verschiedene Orte besuchen durften. So spukt in seinem Kopf schon der Gedanke herum, Mitglied dieser Jury zu werden, wenn er denn mal in den Ruhestand geht. Durch die Dorfwettbewerbe kommen jedes Mal viele kreative Ideen zum Vorschein, so Stein in seinen Grußworten. „Der ländliche Raum lebt vom Engagement der Bürger und das Leben auf dem Dorf wird wieder interessanter“, hält er fest.

Unter Regie von Gerlinde Kempendorff-Hoene durften die einzelnen Laudatoren nun ihre Eindrücke aus den Ortsbegehungen schildern. Vorab konnten sich alle Gäste noch einmal über die Orte informieren. In einem extra Raum durften sich die Dörfer präsentieren. Schon dort entstanden viele Gespräche und Fachsimpeleien, Anregungen und Ideen wurden weiter gegeben, nichts zu spüren von Konkurrenzdenken.

Anhand der Reihenfolge der Laudation konnte aber immer noch nicht festgestellt werden, wer den diesjährigen Wettbewerb gewonnen hat. Sie wurden bewusst in der Reihenfolge der Ortsbegehungen gehalten. Heraus stach dabei jedoch, dass jedes Dorf etwas ganz Spezielles zu bieten hat. So ist es in Deetz das Engagement für den Sport, in Borkheide die gute Luft, was man schon vor 100 Jahren erkannt hatte und so den Berliner ins Umland zog. In Reetz wurde ganz besonders die Feuerwehr, aber auch die Vereinsarbeit in den Mittelpunkt gestellt. Für Beetzseeheide gilt das Motto der Musketiere – einer für alle, alle für einen, denn die drei Orte Gortz, Butzow und Ketzür verbindet mehr als nur der gemeinsame Name. Und schließlich Fredersdorf, durch das Bettenrennen über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden. Als die „positiv Verrückten“ bezeichnet Bad Belzigs Bürgermeister Roland Leisegang „seinen“ Ortsteil. Als dieser dann den ersten Preis abräumte und sich nun über 2.500 Euro für weitere Ideen freuen kann, war die Freude natürlich doppelt so groß. Aber nun müssen die Fredersdorfer richtig ranklotzen, denn sie werden den Landkreis beim Landeswettbewerb vertreten.

Verlierer gab es bei diesem Wettbewerb eh nicht und so sehen sich alle schon durch ihre Teilnahme als Gewinner. Ausschlaggebend für die Plätze war schließlich ein Punktesystem, nachdem die Dörfer bewertet wurden. Dafür wurden Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen, soziales Engagement und kulturelle Aktivitäten, Bau- und Grüngestaltung und das Dorf in der Landschaft und der Gesamteindruck bewertet. Mit im Vordergrund stand die gelebte Bürgerbeteiligung. Alle Jurymitglieder waren einer Meinung, die Dörfer haben bewiesen, dass sie ihre Entwicklung herausragend meistern. Und so konnte auch Wiesenburgs Bürgermeister Marco Beckendorf seinem Reetz nur sagen:

„Das habt Ihr gut gemacht.“

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