Gedenken an Opfer der Teilung in Werder

Werder. Die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Annette Gottschalk, und Bürgermeistern Manuela Saß haben am 13. August am Gedenkstein der Opfer von Krieg und Gewalt der Todesopfer des DDR-Grenzregimes gedacht. Anlass  war der 60. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer am 13. August 1961. Die Gedenkstätte Berliner Mauer hat 140 Todesopfer allein an der Berliner Mauer dokumentiert.

Schon im Jahr vor dem Mauerbau war auch in Werder der Druck auf die Kollektivierung landwirtschaftlicher Unternehmen massiv erhöht worden. Viele Werderaner suchten daraufhin ihr Glück im Westen, einige arbeiteten auch in West Berlin oder verkauften dort – an den Grenzkontrollen vorbei – Früchte aus Werderaner Anbau, wie aus der Werdeaner Chronik hervorgeht.

„Für die Stadt, die in der Geschichte immer in besonderer Beziehung zum Westen Berlins gestanden hat, bedeutete der 13. August 1961 eine Zäsur und das endgültige Ende aller Freiheiten“, so Manuela Saß. Familiäre, berufliche und gewerbliche Verbindungen seien gekappt worden. „Mit dem 13. August 1961 wurde endgültig klar, dass die Ulbricht-Diktatur für unsere Stadt und ihren besonderen Unternehmergeist nichts zu bieten hat“, so Manuela Saß.

Annette Gottschalk nannte als Beispiel für Mauer-Schicksale den Namen Hartmut Richter (geb. 1948). Aus einer Glindower Obstbauernfamilie stammend wurde er 1966 nach einem misslungenen Fluchtversuch drei Monate inhaftiert. Ein weitere Fluchtversuch über den Teltowkanal bei Dreilinden gelang. Als Fluchthelfer unterstützte Hartmut Richter danach 33 Menschen bei der Flucht in den Westen, Glindow war dabei häufig eine Fluchtstation.

(Pressemitteilung der Stadt Werder (Havel) | Henry Klix)

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