Cammer: Oldtimerliebhaber auf Tour

Cammer. Auf der L85 zwischen Brück und Golzow verkehrten am letzten Sonntag Nachmittag immer wieder Oldtimer – Automobile, Zweiräder und Traktoren. Ohne dass es ein Termin für ein Treffen der Fangemeinde anberaumt war, steuerten die Fahrzeuge Cammer entgegen. Im Zweimühlendorf angekommen, verließen sie die Hauptstraße und fuhren in den Gutspark ein.

Eigentlich findet dort, jeweils am zweiten Sonntag im Juli, ein großes Oldtimertreffen statt. Doch bedingt durch die Coronaviruspandemie war die Ausrichtung des Treffens bereits zum zweiten Mal abgesagt worden.

Um daran zu erinnern, hatte sich die Fangemeinde alter Fahrzeugtechnik am Sonntag spontan zu einer Ausfahrt nach Cammer entschlossen. Ganz privat. Im Gutspark angekommen wurde gefachsimpelt, geschwärmt und immer wieder die Hoffnung geäußert, dass das Treffen nach der Pandemie wieder in gewohnter Art und Weise stattfinden möge.

Cammer, Oldtimertreffen
Oldtimertreffen in Cammer

“Wir kommen schon seit dem ersten Treffen nach Cammer”, berichteten Hannelore und Peter Fröhlich. Angereist waren die beiden mit einem Ford, Baujahr 1930, der Anfang der 1990er Jahren aus den Staaten nach Deutschland überführt wurde. Kurze Zeit danach erwarben die Eheleute aus Brandenburg/Havel das Auto, welches ihre Herzen zum Glühen brachte und in ihnen eine neue Leidenschaft entfachte – für Oldtimertreffen.

Bewundernde und verzückte Blicke erfuhren auch die vielen Trabant Modelle. Mit jedem ist eine Geschichte verbunden. Wie viele andere auch hatte Dietmar Lucke seinen vor der Wende für 13.000 DDR-Mark teuer erkauften Trabant nach der Wende schon recht bald verkauft. Für 400 W-Mark – und ihn schon wenig später bitter vermisst. Als sich einige Jahre danach die Gelegenheit bot, wieder in den Besitz eines Trabis zu kommen, griff er sofort zu. Heute steht die Rennpappe in der Garage. “Auf einem Teppich”, so Lebensgefährtin Britta Franz lachend. Während die anderen Autos unter dem Carport abgestellt werden.

Thomas Schmidt aus Wollin kam mit einem Traktor nach Cammer. Sein Lanz Bulldog, Baujahr 1929, erfuhr im Gutspark enorme Aufmerksamkeit und bot viel Gesprächsstoff. Den fast 100 Jahre alten Schlepper hat der gelernte Rundfunk- und Fernsehmechaniker gemeinsam mit Vater Heinz “aus einem großen Haufen Schrott” wieder aufgebaut.

Erwin Winkelmann aus Freienthal erzählte, dass er sich zu seinem 60. Geburtstag einen besonderen Wunsch erfüllte – den nach einem neuen (alten) Traktor. Damit verbunden war der Abschied von seinem RS09. Liebhaber dieser zu DDR-Zeiten gebauten Schleppermarke haben für den RS09 sofort den Beinamen Molli parat. Auf Winkelmanns Molli folgte ein Deutz, der seinen Besitzer heute mit Stolz erfüllt. Schließlich hat er seitdem bereits mit seinem 28 PS starken Gefährt auf so manchem Wettbewerbsparcour erfolgreiche Runden gedreht.

Cammer, Oldtimertreffen

(Artikelfoto: Hannelore und Peter Fröhlich)

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