Krokodile hier bei uns? Kann das sein?

Golzow. Die Antwort lautet: Ja! Im beschaulichen Golzow legte Karl-Heinz Voigt vor knapp drei Jahrzehnten den Grundstein für die heutige Krokodilstation. Damals hatte er sich einen Wintergarten gebaut – aus einer Leidenschaft für exotische Pflanzen heraus. Auf der Suche nach einem Tier, dass sich in diesem Ambiente wohl fühlen könnte, kamen Voigt Krokodile in den Sinn. Die Reptilien sind robust, pflegeleicht und können auch mal längere Zeit ohne Futter auskommen. Und so schaffte er sich 1987 einen Kaiman an.

Karl-Heinz Voigt, Krokodilstation, Golzow
Karl-Heinz Voigt

Heute leben mehr als ein Dutzend Reptilien auf der immer größer werdenden Anlage, die jüngst eine weitere umfangreiche Erweiterung erfahren hat. Karl-Heinz Voigt startet auf seinem Computer eine Diashow. Die Bilder, die sich nach und nach öffnen, zeigen, wie die erweiterte 110 Quadratmeter große neue Anlage von den Aligatoren “bezogen” wurde. Nachbarn, Freunde und Familienmitglieder packten dabei mit an.

100.000 Euro flossen in die Erweiterung der Anlage, die aus Leader-Mitteln der EU bezuschusst wurde. Jetzt wird ein Teil der alten Anlage saniert.

Mit Beginn der Lockerungen rund um die Covid 19-Pandemie kann die Station wieder besucht werden. Der pensionierte Berufsfeuerwehrmann teilt im Rahmen von Führungen gern sein Wissen über die Reptilien – von der Haltung über die Pflege bis hin zur Fütterung und zur Lebenserwartung der in Südamerika beheimateten Tierart. Immerhin können Aligatoren 80 bis 100 Jahre alt werden. Voigst ältester Kaiman geht auf die 50 zu.

Den Großteil der in der Station lebenden Tiere übernahm der Krokokenner vom Zoll und von Veterinärämtern. Manchmal übernimmt er aber auch Tiere, die ihren Besitzern zu groß geworden sind. Oder es gibt Nachwuchs in der Krokodilstation.

Mitte August, nach 80 Tagen, müsste es wieder einmal soweit sein. Noch liegen die Eier eines Kaiman-Weibchens jedoch im Brutapparat. Karl-Heinz Voigt ist zuversichtlich, dass die Brut auskommt. Was nicht immer gelingt. Er zeigt ein Marmeladenglas, in dem er ein schon ausgewachsenes aber totes Krokobaby in Spiritus eingelegt hat. Das “Anschauungsmaterial” in der Station ist umfangreich und reicht von Krokoeiern bis zu Krokozähnen. “Kaimane wachsen lebenslang und auch die Zähne wachsen nach”, so der Experte weiter. Er erklärt, dass die Kaiman-Minis schon mit Zähnen geboren werden und so vom ersten Lebenstag an feste Nahrung aufnehmen können. Nachwuchs, der auf der Anlage geboren wird, wird später wiederum an private Terrarienfreunde abgegeben.

Neben den Aligatoren tummeln sich diverse Schildkrötenarten auf der Anlage. Auch dieser Tierart hat den Exotenkenner bereits mit Nachwuchs beglückt. Zur Anlage gehört ferner ein kleiner Miniaturdschungel. Mit Papayas, Ananas, Kaffee, Mango, Pampelmusen, Mandarinen und blühendem Hibiskuspflanzen.

Info: Krokodilstation Golzow, Brandenburger Straße 82E, Telefon 0172/3884790 oder 033835/406; www.krokodilstation-golzow.de

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