Aktuell: Gefahr durch den Kiefernprozessionsspinner

Insbesondere in den Waldgemeinden Borkheide, Borkwalde und Fichtenwalde sind gegenwärtig vermehrt langharige Raupen auf den Bäumen und dem Boden zu beobachten: die Kiefernprozessionsspinner. Das wichtigste zuerst: Vermeide jeden Kontakt. Pass auf deine Kinder, auf Hunde und Katzen auf. Denn jeder Kontakt mit den bis zu 630.000 Haaren der Raupe kann nicht nur starkes Brennen auf der Haut und Hautausschläge hervorrufen, sondern auch zu Atemnot führen. Die feinen Brennhaare werden von den Raupen auch abegstoßen und verbreiten sich durch den Wind. Auf jeden Fall solltest du nach einem Kontakt einen Arzt aufsuchen. Die Wirkung der Haare kann bis zu zwölf Jahre andauern.

Wenn du in deinem Garten Nester der Raupen findest, solltest du sie auch nicht selbst entfernen. Dafür braucht es Fachleute, die das nötige Fachwissen und eine entsprechende Ausrüstung besitzen. Informiere also besser einen Kammerjäger oder einen Förster. Besonders eindringlich ist davon abzuraten, die über den Boden kriechenden Raupen mit dem Rasenmäher zu bekämpfen. Dadurch verteilen sich die feinen Härchen erst recht.

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(Fotos: Jürgen Schaldach)

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Über den Kiefernprezesstionsspinner

Bei der Raupe handelt es sich um das Larvenstadium des gleichnamigen Falters. Das Weibchen legt seine Eier um einzelne Nadeln, die dort überwintern. Von Ende April bis Juli schlüpfen die Larven. Sie leben gesellig in großen Nesternund fressen die Kiefernnadeln. Tagesüber ruhen sie in ihren Nestern am Ende eines Zweiges. Wie die Falter sind die Larven nachtaktiv. In der Dämmerung zeihen sie in einer oder mehreren Prozession zu ihren Fressplätzen. Die Raupenketten können mehrere Meter lang werden. Wenn es hell wird, kehren sie an ihren Schlafplatz zurück. In späteren Larvenstadien können sie auch den Schlafbaum wechseln.

Wenn die Larven ausgewachsen sind, wandern die Larven in einer langen Prozession den Baum herunter und verpuppen sich in acht bis zwanzig Zentimeter Tiefe im Erdboden. Zwei bis drei Winter können sie so überstehen. Die Falter mit einer Flügelspannweite von 30 bis 40 Millimetern fliegen von Juli bis August in der Nacht.