Ideengeber, Programmgestalter, Botschafter – wie sich die Beelitzer zur Landesgartenschau einbringen wollen

Beelitz. Für die Landesgartenschau in Beelitz gibt es ordentlich Rückenwind aus der Bürgerschaft: 70 Interessierte waren am Dienstagabend in der Alten Posthalterei zusammengekommen, um gemeinsam mit Vertretern der Stadt und der Laga-Gesellschaft zu erörtern, wie sie sich und ihre Ideen einbringen können. Der Abend war ein erster Schritt auf dem Weg zu einer „Interessengemeinschaft Landesgartenschau“: Kontaktdaten wurden erfasst, Ideen aufgenommen und noch einmal der Stand der Planungen erläutert.

Möglichkeiten der Beteiligung, so wurde deutlich, gibt es viele: ob jemand als Botschafter die Werbetrommel für Beelitz im Urlaub oder auf Messen rührt, als Alteingesessener mit seinem Wissen über die Stadt Gästeführer für das Gartenschaujahr schult, oder seinen „grünen Daumen“ auf dem Veranstaltungs-Gelände im „Bürgergarten“ zum Einsatz bringt. Helfen können Interessierte auch, wenn sie ihren Kleingarten auf oder am Laga-Gelände für Besucher herrichten – vielleicht sogar öffnen. Auch über Möglichkeiten des Sponsorings, zum Beispiel einzelner Bäume oder Stauden, vielleicht auch Bänke, wurde gesprochen, immerhin kann man so etwas Dauerhaftes für die Nachwelt schaffen und sich mit Namen auf einer Plakette verewigen.

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Einige sind mit ihren Ideen recht konkret, so hat der Verein Blühstreifen Beelitz schon ein Konzept, wie die Ortsteile eingebunden werden können, erklärte der zweite Vorsitzende Lutz Pahl. Derzeit bereitet der Verein einen Naturlehrpfad vor. Andere Vereine indes könnten sich am Programm während der Gartenschau-Monate beteiligen, sagte Bürgermeister Bernhard Knuth. Auf der Grünen Woche habe man gerade erst wieder erleben können, wie eindrucksvoll Carneval Club, die Burning Ropes der SG Beelitz oder der Spielmannszug das Publikum unterhalten. Als feste Institution soll während der Laga-Monate ein „Sommergarten“ immer sonntags zur gleichen Zeit, aber mit wechselnden Akteuren auf die Beine gestellt werden.

Andere erklärten sich bereits vorab bereit, auch Verantwortung zu übernehmen. So wird die langjährige Stadtverordnete und pensionierte Lehrerin Christel Niederland die inhaltliche Ausgestaltung des Grünen Klassenzimmers koordinieren. Kathleen Exner von der gleichnamigen Beelitzer Bäckerei schlug vor, dass man aus dem Obst, das an den vielen Bäumen im Stadtgebiet anfällt, einen großen Apfelkuchen backen und das auch gleich mit einem Event verbinden könnte. Und die Beelitzerin Nicole Hahn sprach sich dafür aus, zusätzliche Attraktionen für Kinder zu schaffen – zum Beispiel mit Flößen auf dem dann wiederhergestellten Mühlenteich.

Ein Teil der Ideen, die geäußert wurden, ist indes bereits berücksichtigt: So wird die Einrichtung eines Fahrradverleihsystems derzeit gemeinsam mit den Städten Trebbin und Luckenwalde vorbereitet. Und auch an Ladesäulen für Elektrofahrzeuge auf dem großen Parkplatz in der Trebbiner Straße – der nach der Laga als Reisemobilstellplatz genutzt werden soll – ist gedacht. Die Verkehrsanbindung der Ortsteile soll zum einen mit den vorhandenen Plus-Bus-Linien zum anderen mit einem Spargelshuttle, das auch die Höfe anfährt, ermöglicht werden. Und wie sieht es mit Übernachtungskapazitäten aus? „Ich würde mir private Investoren sehr wünschen“, sagte Bürgermeister Knuth, „aber wir als Stadt können kein Hotel bauen“. Immerhin: Private Herbergsbetreiber können sich Investitionen in ihre Zimmer unter anderem vom Landkreis bezuschussen lassen. Und der Tourismus ist schon jetzt nicht nur zur Spargelsaison im Aufwind.

Die Ideen der Bürger sollen nun im Rathaus ausgewertet und die nächste Veranstaltung vorbereitet werden – dann vielleicht auch schon in einzelnen Gruppen, je nach Interessenschwerpunkten. Das soll aber niemanden hindern, schon selbst aktiv zu werden, unterstrich der Bürgermeister:

„Fangt an, bringt etwas auf den Weg. Ihr habt die Stadt dafür an Eurer Seite.“

(Thomas Lähns)

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