Brück: Die Kandidaten zur SVV präsentierten sich

Stadt Brück. In diesem Monat ist Kommunalwahl. Die Wahlplakate hängen wieder, auch in Brück. Dort hatte der Gewerbeverein die Initiative ergriffen, um nicht nur seine Kandidaten vorzustellen, sondern eine Veranstaltung für alle Organisationen und Einzelkandidaten zu organisieren. Bereits am 17. April stellten sich fünf Spitzenkandidaten und zwei Einzelkandidaten den Fragen des Moderators René Ziezow und des Publikums.

Die ganz großen Konflikte scheint es in Brück nicht zu geben. Vielleicht ist das der Grund, warum nur etwa zwanzig Brücker der Einladung gefolgt waren. Dabei gab es viel Informatives über die Stadtpolitik zu erfahren und die künftigen Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung (SVV) kennen zu lernen, außerdem dann doch den einen oder anderen Dissens.

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Bildungscampus und Turnhallen

Einig waren sich alle, den Brücker Bildungscampus nicht nur zu erhalten, sondern auch zu stärken. „Einfach wird es nicht, die Oberschule zu halten“, wie Michael Klenke (SPD, Jahrgang 1973, Dr.-Ingenieur) betonte. Er setzte daher auf eine Kooperation mit den Grundschulen in Golzow und in Borkheide. Nicht ganz so einig war man sich, wie mit den beiden Turnhallen verfahren werden soll. Sanieren, wie sanieren oder neu bauen – das sind die Fragen, vor denen die künftigen Stadtverordneten stehen werden. Eine Machbarkeitsstudie soll jetzt die Entscheidung zwischen Abriss und Neubau bringen. Daniel Strübing (Einzelbewerber, Jahrgang 1972, Tischler) und Klenke warben dafür, durch Zuzug steigende Schülerzahlen zu berücksichtigen. Roland Hinze (Einzelbewerber, 1976, Unternehmer) will sich auf jeden Fall für zwei Turnhallen einsetzen:

„Eine reicht nicht, wir müssen auch die Vereine und Stoßzeiten berücksichtigen.“

Matthias Schimanowski (Pro Brück, Bürgermeisterkandidat, Jahrgang 1970, Sozialpädagoge) machte auf ein grundsätzliches Problem aufmerksam:

„Wir bauen den multifunktionalen Erweiterungsbau, wir wollen den Bahnhof, der seit Januar in unserer Verantwortung ist, nutzbar machen, wir müssen daher aufpassen, was wir uns als Stadt noch leisten können.“

Aus dem Publikum wurde bemängelt, dass die Entscheidungen zu langsam getroffen würden:

„Da fließt viel Wasser die Plane runter.“

Mathias Ryll (CDU, Jahrgang 1985, Projektingenieur) bat jedoch um Verständnis und verwies auf die Grenzen eines Ehrenamtes, die zunehmende Bürokratie und die notwendigen Anpassungen an Fördermittel.

Bahnhof Brück

Zum Bahnhof konnte Schimanowski bei der Gelegenheit verkünden, dass die Bahnhofsuhr wieder geht. Eckhard Lehmann habe sie wieder in die Gänge gebracht. Bei der künftigen Nutzung soll „der Fahrkartenverkauf die oberste Prämisse haben“. Außerdem soll es dort Gewerbe und oben Wohnungen geben. Die Anregung aus dem Publikum für ein Heimatmuseum wurde aufgegriffen. Aber Schimanowski blieb bei aller Unterstützung für die Idee vorsichtig:

„Wir sind froh, wenn wir eine schwarze Null erreichen und können nichts mitfinanzieren.“

Achim Liesecke (Gewerbeverein, 1957, Pensionswirt) schlug vor, dass im Bahnhof

„Leute aus dem Amt ihren Arbeitsplatz finden und vielleicht die Tourismusinformation miterledigen könnten.“

Senioren und Wohnungen

In vielen großen Häusern in Brück wohnt nur noch eine Person, die gern in eine kleinere Wohnung umziehen würde, aber keine geeigneten Räume findet. Deshalb sprach sich Brita Werner (FDP, 1958, Bilanzbuchhalterin) gleich in ihrem Eingangsstatement für ein Alten- und Pflegeheim sowie altersgerechte Wohnungen aus. Dazu versicherte Schimanowski:

„Wir sind dran und werden seniorengerechte Wohnungen in den nächsten drei, vier Jahren umsetzen.“

Aber es gibt aus Sicht der meisten Kandidaten darüber hinaus ein generelles Wohnungsproblem. Wo sollen Leute wohnen, die hier herziehen möchten? Hinze war sich dagegen sicher:

„Brück wird ein Selbstläufer.“

Mehrere andere Stadtverordnete warnten sogar vor einem zu schnellen Wachstum. „Wir wollen nicht die Probleme von Borkheide und Borkwalde“, warnte beispielsweise Schimanowski. Klenke sah einerseits das Potential von Brück mit dem Schulstandort, Pflege- und Gesundheitszentrum und Mehrgenerationenhaus, aber auch der Bahnanbindung mit Gleisanschluss bis ins Gewerbegebiet. Er ergänzte:

„Aber wir haben auch andere Zentren im Amtsbereich. Borkheide und Borkwalde sind eine Herausforderung für uns.“

Ryll ergänzte:

„Wenn es den umliegenden Gemeinden gut geht, geht es auch unserer Stadt gut. Eine Chance besteht in mehr Kooperation, wie beispielsweise bei den Bauhöfen und Gemeindearbeitern.“

Weitere Themen

Schließlich ging es noch um viele weitere Themen wie zum Beispiel um

  • das Aussehen des Friedhofs,
  • die Umweltprobleme, die man nicht allein den Schülern überlassen möchte,
  • die Integration in die Gemeinschaft,
  • Radweg und Buslinie nach Golzow und
  • die digitale Infrastruktur.

mmer wieder gab es viel Einigkeit im Grundsätzlichen und den einen oder anderen Dissens im Detail. So wollte Klenke durch neue LED-Lampen und generell weniger Beleuchtung weiter Energie einsparen, währen Hinze auf den Aspekt der Sicherheit verwies und für eine Beleuchtung in der ganze Nacht plädierte. Insbesondere Liesecke und Werner sprachen sich auch gegen Windkraftparks in Brück aus:

„Windkraftanlagen ja, aber nicht überall. Außerdem brauchen wir erst Speicher.“

Fast zwei Stunden in der Gaststätte „Stadtmitte“ wurde diskutiert. Die Kandidaten können miteinander und vertrauen einander, was der künftigen Zusammenarbeit sicher nicht abträglich ist. Aber zunächst haben die Wähler das Wort.

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