Fast 300 Menschen protestierten am geplanten Standort gegen Windräder im Wald

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Reesdorf. Dort, wo sich künftig mit Genehmigung des Landesumweltamtes zwölf Windräder mitten im bewohnten Wald drehen sollen, protestierten heute fast 300 Menschen aus den anliegenden Gemeinden gegen diese Politik. Alle drei betroffenen Waldgemeinden – Borkheide, Borkwalde und Fichtenwalde – waren durch ihre Bürgermeister bzw. Ortsvorsteher vertreten. Unterstützt wurden sie von der Bürgermeisterin aus Werder, Manuela Saß (CDU).

Werder (Havel)

Saß machte deutlich, dass sie kein Verständnis für diese Baumfällungen hat. Ihr Protest, sagt sie, richte sich nicht gegen die Windkraft, sondern gegen die Zerstörung der Natur. Deshalb unterstützt Werder (Havel) wie die anderen Gemeinden den veranstaltenden Verein Waldkleeblatt – Natürlich Zauche e.V. auch finanziell.

Feuerwehr

Windkraft, Protest, Reesdorf, Waldkleeblatt, borkheide, Borkwalde, Fichtenwalde, Beelitz-Heilstätten, BeelitzMarlies Zibulsk, Chefin der Borkwalder Feuerwehr, verwies auf einen MAZ-Artikel, in dem zu lesen war, wie lange Wälder brauchen, um sich nach einem Brand wieder zu erneuern. Außerdem machte sie deutlich, dass Windräder nicht gelöscht werden können. Wie der Brand bei Fichtenwalde gezeigt habe, liege außerdem noch Munition in den Wäldern der Zauche. Ihr reiche das Gefahrenpotential, das es heute schon gibt, da brauche sich nicht auch noch die Windräder. Ganz privat sah sie auch einen Widerspruch zwischen der Errichtung von Windrädern für den Umweltschutz und den dafür notwendigen Abholzungen.

Waldkleeblatt

Auch der Vorsitzende des Waldkleeblatt-Vereins, Winfried Ludwig, verwies auf die Waldbrandgefahr. Laut Waldbrandstatistik gab es in diesem Jahr bereits 472 Waldbrände in Brandenburg, was in etwa dem Niveau von Portugal und Griechenland entspricht.

Fichtenwalde

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Fast 300 Menschen waren gekommen

Der Ortsvorsteher von Fichtenwalde, Tilo Köhn (Förderverein der FFW Fichtenwalde), war froh, dass so viele Menschen zu der Demonstration im Wald gekommen waren. Er selbst war mit dem Fahrrad von Fichtenwalde aus eine Stunde nur durch Wald bis zum Protestort gefahren. Die Reesdorfer Heide ist für ihn ein für Deutschland ungewöhnlich großes Waldgebiet, das man nicht einfach zerstören darf.

Borkwalde und Borkheide

Windkraft, Protest, Reesdorf, Waldkleeblatt, borkheide, Borkwalde, Fichtenwalde, Beelitz-Heilstätten, BeelitzDie Bürgermeisterin von Borkwalde, Renate Krüger (DIE LINKE), machte darauf aufmerksam, dass in Borkwalde zwar kein Wald direkt betroffen ist, schon weil die Gemeinde keinen eigenen Wald außerhalb ihrer Ortsgrenzen hat. Aber Borkwalde versteht sich als naturverbundene Waldgemeinde und wäre von den Windrädern mit betroffen. Krüger erinnerte an die bereits zehn Brände von Windkraftanlagen in diesem Jahr allein in Deutschland. Sie hat kein Verständnis für die Forstverwaltung, die in Borkwalde jede Waldumwandlung erschwert, hier aber massive Abholzungen zulässt.

Auch der Bürgermeister Andreas Kreibich (SPD) aus Borkheide, das von den aktuell genehmigten Windrädern am meisten betroffen wäre, wendete sich klar gegen die Windräder in dem bewohnten Wald.

Landespolitik

Die CDU vertrat Anja Schmollack, Mitglied im Landsvorstand der CDU Brandenburg und Direktkandidatin für den Landtag im Wahlkreis 18. Sie ist selbst bei der Feuerwehr und weiß, was ein Brand im Wald bedeutet. Die CDU hat nach ihren Worten bereits zahlreiche Anträge zur besseren Verträglichkeit der Windräder mit den Menschen und dem Wald in den Landtag eingebracht. Allerdings wurden diese “regelmäßig von Rot/Rot und Grün abgelehnt”. Sie bat darum, den Kampf gegen die Windräder im Wald fortzusetzen.

Die Landtagsfraktionen selbst überließen das Feld komplett der AfD, obwohl alle Fraktionen angeschrieben worden sein sollen.

BUND

Zum Schluss redete auch Axel Kruschat vom BUND Landesverband Brandenburg. Er hält Windräder im Wald für “eine dumme Idee”. Er verwies außerdem auf das ausgetretene Fett und Schmieröl bei Windrädern bei Reetz und auf den Vogelschlag. Nach seinen Worten liegt es in der Verantwortung der Landesregierung und der Regionalplanungsgemeinschaften, die jetzige Situation zu ändern. Er hält einen Strategiewechsel für erforderlich. Die Gemeinden und Kreise sollten wieder die Planungshoheit erhalten.

Trauer

Die Protestierenden brachten schließlich symbolisch Trauerschleifen an den Bäumen an, die abgeholzt werden sollen.

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Weiße Bändern der Trauer gegen Windräder im Wald

 

Mehr Informationen finden Sie auf der Webseite des Waldkleeblattes:

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