Tipidorf startete erfolgreich in den Frühling

Das Borkwalder Tipidorf ist gestern bei frühlingshaftem Wetter mit einem gut besuchten ersten Familiennachmittag in das neue Jahr gestartet (Zauche 365 berichtete). Nach und nach fanden sich immer mehr Familien ein, am Ende sind es ca. fünfzig Eltern und Kinder gewesen, die sich auf dem umzäunten Waldareal unweit der Borkwalder Kita „Regenbogen“ einfanden. Trotzdem war es erstaunlich still auf dem Gelände. Ulrike Petrus, Mitgründerin des Tipidorfes, erklärt das so:

„Der Wald ist das beste Spielzeug. Hier spielen die Kinder immer friedlich miteinander. Es gibt keinen Streit, keinen Stress.“

Eichhörnchen, Auswilderung, Borkwalde
Ganz frisch eingezogenes Eichhörnchen

Dazu tragen sicher auch die Weitläufigkeit des Geländes und die auf dem Areal angesiedelte Station zur Auswilderung von Eichhörnchen bei. Für die Kinder gibt es immer etwas zu tun, zu entdecken oder einfach nur zu spielen. Das gefällt auch Marlies Biniok. Sie ist die Leiterin des Familienzentrums Borkheide/Borkwalde und meint:

„Im Tipidorf brauchen die Kinder kein Lego und kein Klettergerüst.“

Sie hat die Tipidörfler beim ersten diesjährigen Familiennachmittag unterstützt. Das ist für beide Seiten eine vorteilhafte Kooperation. „Ich komme so an Familien ran, an die ich sonst kaum rankomme“, freut sich die Familienberaterin. Umgekehrt erhalten die Leute hinter dem Tipidorf die eine oder andere wichtige Unterstützung.

Tipidorf, Borkwalde
Tic Tac Toe

So besorgte das Familienzentrum die Farben, mit denen die Kinder Steine für ein selbstgemachtes Tic Tac Toe-Spiel bemalen konnten, eine Art Mini-Mühle. Die Eltern haben inzwischen mit vier Strichen neun Spielfelder auf Baumscheiben gemalt. Mit dabei ist auch Tagesmutter Ines Renner von den Borkheider Kwirlis. Sie hat das Tipidorf mit gegründet und kommt oft hier her. Einige Kinder entdecken in der Zwischenzeit die vier Tipis, die mittlerweile auf dem Gelände stehen, balancieren auf Baumstämmen oder versorgen die Eichhörnchen. Gerade frisch eingezogen sind zwei noch scheue Eichhörnchen, für die die Kinder Nüsse anknacken, damit die jungen Tiere es nicht so schwer haben. In einem Nähzirkel wurden kleine Kobel als Schlafplatz für die Tiere genäht. Tatsächlich hatte es sich eines der beiden Jungtiere in einem solchen Kobel gemütlich gemacht.

Tipidorf, Borkwalde, Eichhörnchen
Selbstgenähte Kobel für Eichhörnchen

Der erste gemeinsam verantwortete Familiennachmittag soll nicht der letzte sein. Erst einmal bis zu den Sommerferien soll jeden Monat ein solcher Familiennachmittag stattfinden. Jeder, der mitmachen will, kann einfach vorbei kommen. Wer will, bringt etwas zum gemeinsamen Picknick mit. „Gesellig sein, draußen sein und mit der Natur befassen ist wichtig für die Kinder“, lädt Biniok die Borkwalder und Borkheider Eltern ein. Beim gemeinsamen Basteln sollen vor allem Naturmaterialien verwendet werden; außerdem sollen die Ergebnisse einen Nutzwert haben. So will man im Mai Murmelbahnen nageln und dann natürlich murmeln. Im Juni sollen Mosaiksteine in Betonformen gelegt werden. Das Ergebnis kann dann zur Dekoration oder als Trittstein für draußen verwendet werden.

Das Tipidorf entwickelt sich zunehmend. Mittlerweile ist aus gespendetem Sturmholz ein kleiner Versammlungsplatz entstanden. Eventuell kommt auch mal eine kleine Feuerstelle hinzu. Demnächst wollen sich die Engagierten des Tipidorfs in einem Verein organisieren und dann womöglich noch mehr auf die Beine stellen. Zunächst aber werden die Kinder und Eltern vom Tipidorf der deutschen Baumköniging am 24. April gegen 14 Uhr dabei helfen, im nahen Tempelwald drei Esskastanien zu pflanzen (Zauche 365 berichtete). Die Esskastanie, von der Karl Tempel sehr viele angepflanzt hat, ist der Baum des Jahres 2018.

Hits: 189