Potsdam-Mittelmark kratzt an der Vollbeschäftigung

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Die Agentur für Arbeit Potsdam hatte zur Verkündung ihrer neuesten Zahlen in die Räume von Linther Glas geladen – und damit an einen durchaus beispielhaften Ort. Linther Glas von der Kölling Gruppe gehört zu den ersten Betrieben, die sich nach der Wende in Linthe ansiedelten. Damals konnte sich die Firma die Arbeitskräfte noch aussuchen. „Heute bewerben wir uns bei den Leuten“, erzählt Geschäftsführer Marcus Kölling. Das spiegelt sich auch in den Zahlen der Agentur für Arbeit wieder.

Gegenwärtig gibt es 5.294 offiziell als Arbeitslos gemeldete Personen in Potsdam-Mittelmark. Das entspricht einer Arbeitslosenquote von 4,6 Prozent. Gegenüber dem Vormonat ist die Zahl um 281 (entspricht -5,0 Prozent) und gegenüber dem Vorjahr sogar um 708 (-11,8 Prozent) gesunken. „Damit kratzen wir an der Vollbeschäftigung“, verkündet nicht ohne Stolz Ramona Schröder, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Potsdam, und ergänzt:

„Im Vorjahresvergleich ist die Arbeitslosigkeit in keinem Agenturbezirk Brandenburgs so stark gesunken wie im Potsdamer Raum.“

Am meisten freut sie sich, dass davon alle Gruppen profitieren, jung und alt, Frau und Mann, auch Langzeitarbeitslose.

Im ganzen Land Brandenburg stellt sich die Entwicklung zwar auch positiv dar, aber noch nicht ganz so gut wie in Potsdam-Mittelmark. Im Land Brandenburg ist die Arbeitslosenquote um 0,3 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent gesunken.

Aber auch innerhalb des Landkreises ist die Situation durchaus differenziert zu betrachten, worauf der Leiter der Geschäftsstelle Bad Belzig, Marco Wilke, aufmerksam macht. Während in den berlinnahen Gebieten praktisch Vollbeschäftigung herrscht, ist die Situation im Hohen Fläming noch deutlich schlechter. In seinem Bereich beträgt die Arbeitslosenquote immerhin noch 7,7 Prozent, was 1.606 Arbeitslosen bedeutet.

Parallel steigt die Zahl der gemeldeten Arbeitsstellen stetig an. Gegenwärtig sind 1.608 freie Stellen gemeldet. Das sind 5,4 Prozent mehr als im Vormonat und 38,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Immer weniger Menschen melden sich direkt aus einer Beschäftigung arbeitslos. Die Unternehmen versuchen ihre Mitarbeiter zu halten. „Unternehmen nahezu aller Berufsbereiche sind auf der Suche nach motivierten Arbeitskräften“ unterstreicht Schröder. Ihre Agentur versucht zwischen Unternehmen und Arbeitskräften zu vermitteln und beschreitet dabei auch neue Wege. Besonders bewehrt haben sich in letzter Zeit sogenannte Chefdating-Veranstaltungen. Offenbar bleiben auch im digitalen Zeitalter persönliche Gespräche wichtig.

Auch die Firma Linther Glas hat aktuell acht Arbeitsplätze und zehn Plätze für Auszubildende zu besetzten, für die sie keine Bewerber findet. „Wir würden gern unsere Kapazitäten ausweiten“, wünscht sich Kölling. Die Chefin der Agentur für Arbeit Potsdam ergänzt:

„Die gegenwärtige Situation ist sozialpolitisch angenehm, betriebswirtschaftlich jedoch prekär.“

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