Planebruch. Der erste Spatenstich für das Solarkraftwerk in Cammer kann bald erfolgen. Die Gemeindevertretung Planebruch hat in der Sitzung am 01. Juni 2026 im Gemeindehaus Damelang der Aufstellung des B-Plans „Freiflächen-PVA Cammer“ zugestimmt. Jetzt können die drei dafür vorgesehenen Flächen entsprechend umgewandelt werden. Zwei Gebiete befinden sich im Wald, eine weitere parallel zur der Landesstraße L85. Die Gesamtfläche des Geltungsbereichs des Bebauungsplans beträgt 58 ha.
Möglich wurde die Zustimmung, da gleichzeitig auch ein Flächennutzungsplan (FNP) für die Gemeinde Planebruch die Zustimmung aller Sitzungsteilnehmer fand. Erst wenn es einen FNP für ein Gebiet gibt, ist es möglich, daraus B-Pläne zu entwickeln. Seiten der Träger der öffentlichen Belange (sprich Behörden und Institutionen) sowie Bürger gab es nach der öffentlichen Auslegung im Februar und März 2026 keine gravierenden Einwände. Jetzt muss noch der Landkreis Potsdam-Mittelmark dem FNP zustimmen und dieser veröffentlicht werden, danach ist er beschlossen.
Die ersten Ideen und Planungen gab es schon vor über einem Jahrzehnt. Sie wurden jedoch immer wieder, häufig aus Kostengründen, zurückgestellt. Zuletzt hatte die Gemeindevertretung am 13. November 2023 die Aufstellung beschlossen. Die Kosten trägt in diesem Fall die „Solarkraftwerk GmbH & Co.KG“, die die Bauherrin des Solarkraftwerks ist, eine Tochter der Agrargesellschaft Planetal aus Golzow.
„Das Planungsziel ist die grundsätzliche Darstellung der städtebaulichen Entwicklung der Ortsteile Cammer und Damelang-Freienthal in den Gemarkungen Cammer, Damelang und Freienthal sowie im Bereich des Forsthauses Johannisheide in der Gemarkung Oberjünne, welches im Flächennutzungsplan der Gemeinde Oberjünne aus dem Jahr 2000 noch nicht enthalten war. Außerdem soll sonstiges Sondergebiet für Photovoltaikanlagen zur Gewinnung von Solarstrom dargestellt werden. Durch diese sonstigen Sondergebiete sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Freiflächen-PVA Cammer geschaffen werden. Dieser wird im Parallelverfahren aufgestellt und muss sich aus dem Flächennutzungsplan entwickeln. Vorhabenträgerin dieser Freiflächen-PV-Anlage ist die Solarkraftwerk Cammer GmbH & Co. KG“, heißt es in der Vorlage.
Auch beim B-Plan gab es nach der Auslegung keine wesentlichen Interventionen, einzig die Untere Naturschutzbehörde forderte mehr Ausgleichfläche für brütende Feldlerchen auf den benötigten Flächen. „Dem haben wir Rechnung getragen“, betonte der Planer Andreas Wolfart von der „Planungsgemeinschaft Mensch&Umwelt“, die beide Pläne gefertigt hatte.
Nach den erfolgten Abstimmungen zeigten sich alle zufrieden. Bürgermeister Stephan Burow schaute voraus und stellte fest, dass der FNP gut für die Gemeinde sei, da Grundlagen für eine Entwicklung von Wohnraum und Gewerbe geschaffen worden sind und mit dem Bau der Solarkraftwerks die Gemeinde am erzeugten Strom durch die Solarabgabe profitiert. Tim Seeber von Climagy, die die Anlage bauen wird, dankte dem Amt und der Gemeinde für die gute Zusammenarbeit und versprach, sich an die Vereinbarungen zu halten.
„Im Zuge des Bebauungsplanverfahrens Freiflächen-PVA Cammer sowie der Aufstellung des Flächennutzungsplans der Gemeinde Planebruch wurde der städtebauliche Vertrag/Durchführungsvertrag abgeschlossen. Der Vertrag regelt unter anderem die Übernahme der Planungskosten durch die Vorhabensträgerin sowie Durchführung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen“, teilte das Amt der GV mit.
Die Bauherrin hofft, dass das Projekt noch in diesem Jahr umgesetzt werden kann.
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