Telegrafenradweg, Etappenpass

Krielow: Vom Radfahren, einer Kirche und optischen Telegraphen – 250 Kilometer sind schon ausgeschildert

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Krielow. Im Jahr 1832 war es soweit, zwischen Berlin und Koblenz wurden von da an 62 Telegrafenstationen aufgebaut, um eine schnelle Verständigung zwischen den Rheinischen Provinzen und der preußischen Hauptstadt zu ermöglichen. Dem Erhalt und der Popularisierung der Technik und der Zeugnisse aus dieser Zeit hat sich der Verein optische Telegrafie in Preußen verschrieben.

Wolgang Groch
Wolgang Groch

Neben der Sanierung und Wiedererrichtung der Stationen hat man einen Radweg zwischen Berlin und Koblenz, den beiden Endpunkten ausgearbeitet. Zumindest in Berlin und Brandenburg ist der „Telgrafenradweg“ inzwischen ausgeschildert. Von den insgesamt 62 Stationen auf fast 1000 Kilometern sind jetzt zehn Stationen auf einer Länge von 250 Kilometern ausgeschildert. Darüber berichtete der Schenkenberger Wolfgang Groch im Rahmen des 218. Treffens der Chronistenvereinigung Potsdam- Mittelmark (CPM) am 17.09.2025.

Die geschichtsinteressierten Mitglieder der CPM sind dazu nach Krielow in die Radfahrerkirche gekommen. Diese wurde am 1. Oktober 2023 nach der Sanierung übergeben. Als offene Kirche kann sie jederzeit betreten werden, jährlich soll hier ein Radfahrergottesdienst stattfinden, der Havelradweg führt in der Nähe vorbei und der Telegrafenweg wurde so geplant, dass er zwischen der Station 6 in Schenkenberg und Station 7 auf dem Marienberg in Brandenburg an der Kirche vorbeiführt. „Unser Traum ist, den gesamten Radweg auszuschildern“, sagte Groch, der allerding weiß, dass es noch einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte.

Der Telegrafenradweg startet an der Staatsbibliothek in Berlin Mitte und führt an der St. Annen-Kirche in Dahlem vorbei bis zum Schäferberg in Wannsee. Die nächste Station befand sich auf dem Potsdamer Telegrafenberg, und damit in Brandenburg. Von dort aus führt der Radweg nach Glindow zum Fuchsberg, weiter nach Schenkenberg und wie schon beschrieben zum Marienberg in der Stadt Brandenbur. Über Kirchmöser, hier der Mühlenberg, geht es dann nach Zitz auf dem Steinberg. Das ist die neunte Station und damit letzte im Land Brandenburg. Die folgende befindet sich auf dem Weinberg in Dretzel und damit in Sachsen-Anhalt.

Telegrafenradweg, Stempel
Stempel

Den Besuch der Stationen in Berlin und Brandenburg kann man in einem Etappenpass dokumentieren. An den Stationen findet der Radler einen Stempel, den er dann in den Pass drücken kann. An fast allen diesen Standorten gibt es eine Tafel, die die Wirkungsweise der Telegrafen erklärt. „In Brandenburg an der Havel wurde sie in diesem Jahr wieder instandgesetzt, so dass ich die Zeiger entsprechend einstellen konnte“, berichtete Groch. Am 18. Oktober 2025 wird die nächste Tafel eingeweiht. Dafür versammelt man sich an der Dahlemer Annenkirche in der Königin-Luise-Str.

Krielow ist ein Ortsteil von Groß Kreutz (Havel). Die Krielower Kirche, die jetzt auch für Radandachten geöffnet ist, wurde Ende des 17. Jahrhunderts errichtet. Anfang der 19. Jahrhunderts kam der Turm hinzu. Zwischen 2018 und 2023 erfolgte die über 500.00 Euro kostende Sanierung, unter anderem gefördert aus dem LEADER-Topf der EU.

{Artikelfoto: Telegrafenradweg, Etappenpass)

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