Lehnin. Bürgermeister Uwe Brückner kämpft an vielen Fronten für die „Heinrich-Julius-Bruns-Schule“. Er ist vom Gesamtschulkonzept der Schule, das die Beschulung von Klasse eins bis 13 beinhaltet, überzeugt, wie er immer wieder betont. Jetzt ist die Idee geboren worden, auch einen Gymnasialzug an der Schule zu etablieren und damit die Möglichkeit Abitur nach zwölf Jahren abzulegen.
Seitens des Landkreises Potsdam-Mittelmark sei der Gemeinde signalisiert worden, dass in einigen Jahren in den Sekundarstufen 1 und 2 erhöhter Bedarf entstehen wird. Auch die Stadt Brandenburg a.d.H. soll die Überlegungen positiv bewertet haben. Diese sollen auch schon in den Schulentwicklungsplan der Stadt geflossen sein. Auf die Frage von Udo Wernitz (SPD), ob die Stadtverordnetenversammlung Brandenburg a.d.H. auch ein Votum abgegeben hat, gab es seitens des Bürgermeisters keine Antwort.
Auf jedem Fall wird der Vorstoß nach Aussage des Hauptverwaltungsbeamten positiv bewertet und deshalb sei die Sondersitzung notwendig, um noch im Juli einen Antrag beim Ministerium stellen zu können.
„Die Gemeindevertretung beschließt, die Gemeindeverwaltung zu beauftragen, sämtliche erforderlichen rechtlichen, organisatorischen und verwaltungstechnischen Voraussetzungen zur Einrichtung eines Gymnasialzuges an der Gesamtschule „Heinrich Julius Bruns“ zu prüfen, mit den zuständigen Behörden abzustimmen und die notwendigen Maßnahmen zur Umsetzung einzuleiten. Ziel sollte die Einführung des Gymnasialzuges zum Schuljahr 2027/2028 sein. Gleichzeitig wird vorsorglich die Zustimmung zur Errichtung eines Gymnasialzuges ab dem Schuljahr 2027/2028 erteilt“ – lautet der Beschlusstext.
Alle Fraktionen befürworteten die Neuausrichtung, die parallel zum bisherigen Angebot existieren soll. Allerdings kritisierten einige die mangelnde Vorabinformation. Lena Kirstein (Baumfreunde/Bü 90/Grüne) bat darum, das Konzept vor einer endgültigen Abstimmung vorgelegt zu bekommen. Frank Niewar (SPD) staunte, dass so ein wichtiges Thema nicht vorher im Bildungsausschuss besprochen wurde. Dieser ist im Juni mangels Themen abgesagt worden.
Brückner betonte, dass die Schulleitung die Idee unterstützt und die Schulgremien sofort nach den Sommerferien einbezogen werden. Ein positives Votum der Schulkonferenz ist Voraussetzung für eine Erweiterung des Angebots.
Auf jedem Fall werden die notwendigen Raumkapazitäten vorhanden sein. Sechs Räume in den Modulbauten werden demnächst zur Verfügung stehen. „Es ist gut, wenn diese weiter genutzt werden, dann hat sich die Investition gelohnt, es ist eine positive Entwicklung“, lobte Timo Wessels (CDU). Susann Golke (SPD) sprach sich auch für einen zusätzlichen Schwerpunkt aus, wie sie sagte. „An mich sind jedoch von einigen Eltern Sorgen herangetragen worden, dass die Qualität leiden könnte, weil nicht genügend Lehrer da wären“, sagte sie. Die Frage, ob genügend Lehrkräfte vorhanden seien, sah sich Brückner nicht in der Lage zu beantworten, da dies in der Zuständigkeit des Landesschulamtes und damit des Landes Brandenburg läge.
Der Bürgermeister blickte auch weit Voraus. Denn nach dem prognostizierten Boom wird es einen Rückgang der Schüler geben.
„Mit der Erweiterung des schulischen Angebots wird die Attraktivität des Schulcampus nachhaltig gestärkt. Gleichzeitig eröffnet sich für Schülerinnen und Schüler aus den Grundschulen der Gemeinde Kloster Lehnin die Möglichkeit, den gymnasialen Bildungsgang wohnortnah zu absolvieren. Dadurch könnten gegebenenfalls Abwanderungen an auswärtige Gymnasien reduziert und Schülerinnen und Schüler langfristig an den Schulstandort in der Gemeinde gebunden werden“, heißt es in der Vorlage.
Und weiter wird ausgeführt, dass
„vor dem Hintergrund der prognostizierten rückläufigen Geburtenzahlen ab dem Schuljahr 2034 im Sekundarbereich I und II ist vorgesehen, das Anwahlverhalten der Schülerinnen und Schüler sowie die Auslastung des Gymnasialzuges zu gegebener Zeit rechtzeitig zu evaluieren. Auf dieser Grundlage kann die langfristige Tragfähigkeit des Angebots überprüft und bei Bedarf angepasst werden“.
Die Abgeordneten sahen ihren Beschluss als eine Grundsatzentscheidung an, als ein Signal an alle, dass man in Kloster Lehnin einen Gymnasialzug haben möchte.
(Artikelfoto: Sondersitzung der GV Kloster Lehnin)
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