Freienthal, Demo gegen rechts

Protest beim „Bürgerdialog“ – AfD in Freienthal mit Pfiffen empfangen

Freienthal. Jedes Fahrzeug, das in Richtung des Gemeindehauses im Planebrucher Gemeindetal Freienthal an der einzigen Kreuzung in Dorf abbog, wurde mit schrillen Trillerpfeifentönen empfangen. Etwa 50 Teilnehmende hatte die kleine Protestkundgebung gegen einen sogenannten Bürgerdialog der AfD in dem gemeindeeigenen Veranstaltungsort.

Udo Deichmann, Birgit Blessin, Marlon Deter und Lars Hünich (alle AfD) hatten eingeladen und tatsächlich füllte sich der Saal mit rund 40 Personen, die meisten kamen zwar nicht aus der Gemeinde Planebruch, aber vor allem aus Cammer sind etwa zehn Personen gekommen, um den Worten der rechtsextremen Politiker zuzuhören. Einige wenige kamen aus anderen Orten des Amtes Brück.

Freienthal, Demo gegen rechts
Im Saal auch Bürger aus Cammer

Rund 100 Meter entfernt vom Gemeindehaus an der Kreuzung der Dorfstraße und der Chaussee haben sich Gegendemonstranten versammelt. Hier traf man sowohl Freienthaler, Oberjünner, Damelanger und Cammersche aber auch viele Brücker, Borkheider, Borkwalder und Linther.

Während in Richtung des Gemeindehauses viele Fahrzeuge mit Berliner und Potsdamer Kennzeichen abbogen, waren die Protestierer zum größten Teil Bürger des Amtes Brück.

Den Brandenburger AfD-Vorderen schien es zu schmeicheln, dass zwei Fernsehteams vor Ort waren, das eine von Arte und das andere vom amerikanischen Nachrichtensende CNN.

Die Gegenkundgebung wurde von Adam Sevens angemeldet. „Wir haben erst sehr spät davon erfahren, hatten nur drei Tage Zeit für die Mobilisierung, ich bin sehr zufrieden mit der Resonanz“, sagte Sevens, für den es ein Herzensanliegen ist, Gesicht zu zeigen und gegen die AfD-Politik zu demonstrieren. „Ich beziehe klar Position, da ich die Werte und Inhalte der AfD in keinerlei Hinsicht teile“, sagte Adam Sevens.

Liesa-Marie Grünwald ist aus Borkheide nach Freienthal gekommen. Sie hatte auch schon die Kundgebung in der Waldgemeinde organisiert. „Es wurde zu viel, als herauskam, was in Potsdam passiert ist. Der Antrieb war für uns, dass wir auch demonstrieren wollten, und so haben wir als Familie uns entschlossen, eine Demonstration anzumelden, so funktioniert Demokratie“, ist Grünwald überzeugt, die mit der Resonanz in Freienthal zufrieden ist und der klar ist, dass man Gesicht zeigen muss, damit andere sehen, dass man mit der prodemokratischen Haltung nicht allein ist.

Im Gemeindehaus wurde hingegen das Narrativ der Verfolgungscampagne bemüht. Marlon Deter sah seine Partei als Opfer und nicht Täter. Wer den Ausführungen zuhörte, fühlte sich an das Max Frisch Stück „Biedermann und die Brandstifter“ erinnert, wir zündeln nicht selbst, geben aber gern die Streichhölzer weiter.

Freienthal, Demo gegen rechts
Stiller Protest

Unter den Protestierenden waren auch fünf Gemeindevertreter aus Planebruch. Sie kritisierten, dass sie offiziell nicht über das Treffen informiert worden sind. Die Vermietung erfolgte wohl schon Anfang Januar und war zum Termin der Gemeindevertretersitzung am 22.01.24 bekannt, wurde jedoch mit keinem Wort erwähnt. Wie es aus den Amtsstuben heißt, gab es keine Möglichkeit, die Vermietung zu unterbinden, da die Satzung es nicht hergibt. Ursprünglich war wohl geplant, den Bürgerdialog in Brück abzuhalten, wie gemunkelt wurde, es fand sich jedoch kein geeigneter Raum. Deshalb musste der Veranstalter nach Freienthal ausweichen.

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3 Antworten

  1. Berliner Kennzeichen waren die Fernsehteams.
    Das war ein Bürgerdialog.Wo waren die Fragen der Bürger um Adan Sevens Kreatives Brandenburg (bezahlt vom Ministerium für Wirtschaft Arbeit und
    Energie des Landes)
    Der Bürgermeister hat der Versammlung beigewohnt und im Vorfeld angekündigt diese gegebenenfalls auch aufzulösen .

  2. @ Anonymus Was tut das zur Sache, dass jemand, der eine Meinung der AfD hat, bei Kreatives Brandenburg beschäftigt ist und dieses im Auftrag des Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Energie betrieben wird?
    Was ist die Aufgabe von Kreatives Brandenburg? Hier die Eigenbeschreibung:

    “Kreatives Brandenburg ist die zentrale Plattform für die Kultur- und Kreativwirtschaft in Brandenburg. Wir machen die Kreativwirtschaft im Land sichtbar und vernetzen die Akteure. Wir informieren über aktuelle Fördermöglichkeiten, Events, Ausschreibungen und News der Branche. Auf unseren Social Media Kanälen, Instagram und Facebook teilen wir aktuelle Tipps und Events und sind Mulitplikator der Akteure selbst.”

    Was wollen Sie uns mit Ihrem Klammerzusatz sagen? Soll es diese Plattform nicht mehr geben? Wollen Sie es der Kreativwirtschaft noch schwerer machen als sie es jetzt schon hat? Dürfen bei der Plattform nur Menschen arbeiten, die wie die AfD ticken? Dürfen Menschen, die dort arbeiten, nicht ihre verfassungsmäßigen Rechte wahrnehmen und gegen die AfD demonstrieren? Oder stört es sie, dass viele kreative Menschen gegen die eindimensionale Politik der Rechten sind?

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