“Was bewegt dich?” – Interview mit Valeriy Sadaroschni aus Golzow

Golzow. Zauche 365 und Fläming 365 fragen 30 Menschen, was sie aktuell besonders bewegt. Unser Ziel ist eine Momentaufnahme des Denkens und Fühlens der Menschen in der Region, insbesondere vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und der in der Folge auftretenden Probleme und Konflikte. Wir wollen Leserinnen und Leser zum eigenen Nachdenken anregen.

Interviewpartner in diesem Interview ist Valeriy Sadaroschni. Er ist Ukrainer und stammt aus Winniza. Der 57järige Musiker wohnt und arbeitet seit vielen Jahren in Golzow.

Was bewegt Sie gerade?

Obwohl ich schon seit vielen Jahren in Deutschland lebe, bewegt mich selbstverständlich der Krieg, den Russland in meinem Heimatland entfacht hat. Meine Gedanken sind fast durchgehen dort. Ich hatte meine Mutter hierhergeholt, sie wollte aber unbedingt zurück, alte Bäume soll man wohl nicht verpflanzen.

Haben Sie weiteren Kontakt in die Ukraine?

Eine Zeit lang war ich durchgehend unterwegs zwischen Brandenburg und der ukrainischen Grenze, habe Hilfsmittel hinübergefahren und auf dem Rückweg Menschen mitgenommen. Nach Berlin, nach Brandenburg und auch nach Golzow. Der Krieg an sich ist etwas Schreckliches. Jetzt bin ich vielfach betroffen, in Sorge um meine Mutter, in Sorge um Freunde und Bekannte. Ich sehe wie alles kaputtgebombt wird. Wir in der Ukraine haben seit der Krim-Annexion damit gerechnet, trotzdem kam der Angriff schneller als gedacht. Ich bin überzeugt, dass bei einem Erfolg Moldawien, Georgien und Armeinien die nächsten Ziele gewesen wären oder sein werden.

Braucht Ukraine noch mehr Hilfe?

Klar, Hilfe ist nötig, wobei sowohl Deutschland als auch jeder einzelne Deutsche schon viel tun, dafür müssen wir dankbar sein. Es ist allerdings mehr emotionales Verständnis notwendig, denn es ist eine Katastrophe, die zu einer globalen werden kann. Der Krieg geht uns alle an, und wir sollten nicht der russischen Propaganda aufsitzen.

Wie wird es weitergehen?

Ich hoffe stark auf Frieden, den kann es aber nur geben, wenn die Ukraine ein souveräner Staat bleibt, inklusive der Krim. Für mich hoffe ich, dass ich weiter spielen kann. Ich kann ohne Musik nicht leben, Auftritte, solo und mit meiner Tochter, genieße ich.

Vielen Dank für das Gespräch.

(Alle Was-bewegt-dich-Interviews auf Zauche 365 findest du HIER. Außerdem empfehlen wir dir auch die entprechenden Interviews auf Fläming 365)


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