Freiwillige Feuerwehr Gömnigk: Déjà-vu in Tiefenbrunnen

Gömnigk. Als am Nachmittag des 17. Juni die ersten Meldungen eines Feuers bei Frohnsdorf in den sozialen Medien kamen, spitzte so manch ein Feuerwehrmann (oder -frau) die Ohren: war es wirklich genau dort, wo 2018 rund 400 Hektar Wald in Flammen aufgingen? Wo man seitdem die unfreiwillige Gelegenheit nutzt, verschiedene Varianten des Waldumbaus in der Praxis zu testen? Schnell wurde klar: Ja, genau dort.

Um 18:39 Uhr ging die Sirene in Gömnigk, eine Kameradin und weitere Kameraden eilten zum Gerätehaus, und los ging’s Richtung Treuenbrietzen. Drei unserer Leute assistierten beim Befüllen von Wassertankfahrzeugen, die anderen beiden halfen den Brückern bei der Brandbekämpfung direkt im Wald. Kurz nach Mitternacht gab es eine Bockwurst, lang ersehnt vor allem von denen, die vor dem Einsatz noch kein Abendbrot gegessen hatten. Irgendwann in der Nacht kam dann die Ablösung, und um halb vier Samstagmorgen war Gömnigk wieder zu Hause.

Am selben Samstag um 18:10 Uhr ging die Sirene ein zweites Mal. Also wieder Richtung Sabinchenstadt. Vor Ort angekommen lautete der Auftrag, mittels einer sogenannten Riegelstellung die Bahnlinie der RB 33 als Grenze zu „verteidigen“. Also wurde, zusammen mit den anderen Wehren dort, der Riegel aufgebaut und danach der Wald quasi „geflutet“. Das haben drei Jungs aus Gömnigk geschlagene 13 Stunden durchgezogen, um 7 Uhr morgens waren sie wieder im Gerätehaus in Gömnigk.

Parallel ist unser Ortswehrführer Sonntagfrüh in den Einsatz gefahren und hat den ganzen Tag an der Bahnlinie unterstützt. Und während es am Samstag hieß, die Lage sei unter Kontrolle, überschlugen sich die Ereignisse am Sonntagvormittag: nachdem schon früh der Wind zugenommen und zugleich gedreht hatte, wurde gegen 10:30 h die Evakuierung von Tiefenbrunnen, um 11:30 die von Frohnsdorf (damit musste auch die Einsatzleitung verlegt werden) und um 14:30 die von Klausdorf angeordnet.

Um 18 Uhr sammelten sich weitere Freiwillige, die sich zur Ablösung der „Tagesschicht“ bereit erklärt hatten, am Gerätehaus am Platz der Jugend in Rottstock. Im Brandgebiet wurden die beiden Gömnigker Feuerwehrleute aufgeteilt in eine Ablösetruppe für den Bahnhof Tiefenbrunnen (doch diese Einsatzstelle wurde kurz danach aufgelöst) und eine Löschwasserunterstützung in Klausdorf. Für sie kam es kurz nach dem Abzug der Anderen noch zu einem Löscheinsatz, als das Feuer bei Frohnsdorf wieder aufloderte. Wie gefährlich jeder Einsatz sein kann, zeigt sich darin, dass in einem Waldstück, das als nicht munitionsbelastet galt, drei Meter neben einem Waldweg eine (vermutlich 155 mm) Patronenhülse gefunden wurde. Zusammen mit den Brückern hat unsere Feuerwehrfrau bis zum nächsten Morgen durchgezogen, um 8 Uhr war sie wieder zu Hause.

(Kai Fröhlich, Öffentlichkeitsarbeit FF Gömnigk | Artikelfoto: S. Hoffmann)

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