Einmal rund um Linthe – Von Fahrsicherheit und römischer Nase

Linthe. „Was gibt es hier zu sehen?“, auf diese den Einheimischen gestellte Frage wissen diese selten eine Antwort. Häufig heißt es „Nichts“ oder „Nichts besonderes“. Solch eine Antwort erhält man nicht nur in den Linther Dörfern, auch in Borkheide, Borkwalde, Golzow, Planebruch oder Brück wird man so beschieden. Dabei stimmt es nicht. Mit einer kleinen Reihe wollen wir aufzeigen welch schöne Ecken und welche Sehenswürdigkeiten es in den Gemeinden des Amtes Brück zu bewundern gibt. Wir sind diesmal in der Gemeinde Linthe unterwegs, je nach Geschmack mit Auto oder Fahrrad.

Linthe ist die kleinste Gemeinde im Amt Brück, die Einwohnerzahl liegt knapp unter 1000. Trotzdem dürfte Linthe überregional der bekannteste Ort im Amt sein und das Dank des Fahrsicherheitszentrums des ADAC. Seit der Eröffnung haben dort mehr als eine halbe Million Menschen an Trainings und anderen Veranstaltungen teilgenommen.

In unmittelbarer Nähe des Übungsgeländes verläuft die Autobahn A9, die Berlin und Potsdam mit Leipzig, Nürnberg und München verbindet. Gegenüber des ADAC erstreckts sich ein Gewerbegebiet, das die Gemeinde zu einem wohlhabenden Ort macht. Die Autobahnabfahrt lockt viele Autofahrer in den Ort. Denn nördlich der Autobahn lässt sich zwar nicht die Seele aber der Wagen auftanken, mit der Tankstelle, Kullmann´s Diner, Sex-Kino und McDonalds sind hier weitere auf Durchreisende ausgerichtete Einrichtungen beheimatet. Der LKW-Rasthof ergänzt das Angebot.

Die Gemeinde Linthe besteht aus Linthe selbst sowie den beiden kleineren Dörfern Alt und Deutsch Bork, wobei die beiden Borks von Linthe aus mit dem Auto nur über Brück oder Schlalach erreicht werden können.

Mit dem Fahrrad kann man über den Linther Busch und einige Plattenwege die Dörfer erreichen, aber auch dafür muss man fremdes Gemeindegebiet befahren, denn es gibt keine Verbindung zwischen den Borks und Linthe.

Egal ob mit Rad oder Auto, es empfiehlt sich, mehrere Spaziergänge zu unternehmen. Diese sind ganz sicher unterschiedlich lang, aber auch hier werden sie einiges zu sehen bekommen. Wir machen zwei, einen durch Linthe und einen weiteren durch die beiden Borks.

In Linthe starten wir unterhalb der Kirchenhügels, hier ist ein kleiner Parkplatz, hier stellen wir den Wagen ab. Die Kirche selbst macht einen wehrhaften Eindruck. Sie wurde aus Feldsteinen zu Beginn des 13. Jahrhunderts errichtet. Der Turm nachträglich erhöht. Der Turm ist etwa einen Meter breiter als das Kirchenschiff. Im Inneren befindet sich unter anderem eine Lobbes-Orgel.

Gegenüber des Kircheneingangs steht eine von den Landfrauen und der Gemeinde aufgestellte Bücherzelle.

Wir gehen die breite Dorfallee einige Meter in Richtung Dorfzentrum. Dann rechts in die Teichgasse. Am Hof von Wolfgang Beelitz, dem Dorfchronisten und Spezialisten für Fachwerk sowie Kenner der Flachsbearbeitung, vorbei gelangen wir zum Festplatz des Dorfes. Übrigens mit einem kleinen Museum von Schröter und der Kunst-und Museumsscheune in der Lindenstr. 11 gibt es noch weitere sehenswerte Domizile in Linthe.

Direkt am Gemeindehaus mit Bürgermeisterinnenbüro wurde ein Festplatz gepflastert und eine Bühne aufgebaut. Hier findet im Sommer das alljährliche Dorffest statt. Vor 25 Jahren wurde am Teich ein kleines Kunstwerk aufgestellt: „Die Sitzende“. Sie scheint zu frieren. Vielleicht ist sie gerade dem Wasser entstiegen und die frostigen Temperaturen des Winters, machen ihr zu schaffen. Die Arme vor den Körper gelegt, die Beine angezogen blickt sie auf das kleine Gewässer. Die im Profil römisch anmutende Nase, verschwindet fast beim Draufblick. Geschaffen hat dir Beton-Skulptur der Berliner Bildhauer Simon Schrieber.

Am Dorfteich kann man die Seele baumeln lassen, sich auf eine der Bänke setzen und im Sommer den Vögeln in den Laubbäumen lauschen. Hinter dem Teich sind der Spielplatz, das Feuerwehrgerätehaus sowie der Jugendklub um einen Platz gruppiert angeordnet. Hier kann man in Richtung Nicheler Straße hochlaufen und gelangt zum Sportplatz von Union Linthe und zum Vereinshaus der Schützengilde. Hier fällt ein Hundeklo auf. Dahinter gibt es einige Kiesteiche, die nicht mehr betrieben werden, im Sommer Schwimmer anlocken, auch wenn es verboten und gefährlich ist. Angrenzend auf der anderen Seite der Chaussee das Siedlungsgebiet. Hier sind auf dem, wie die Linther hämisch sagen, Schuldnerberg Einfamilienhäuser entstanden. Ein weiteres Wohngebiet wird am Sportplatz gerade entwickelt.

Entlang der Chaussee, der L85, gelangen wir zum Linther Hof. Es ist ein Restaurant samt Hotel. Ein seit Generationen in Familienhand befindliches Haus, gehobener Standard. Auf einem kleinen Parkplatz gegenüber finden wir einen Wurstautomaten der Hoffleischerei Kaplick sowie E-Ladesäulen. Ein Stück weiter auf der linken Seite wohnen bekannte Kosakenreiter und gegenüber kann man einen Blick auf die Kita „Rappelkiste“ erhaschen.

Kurz vor der Autobahn stoßen wir auf ein kleines Einkaufscenter. Das Gebäude des früher hier ansässigen Aldi-Marktes steht seit Jahren leer. Man hatte sich wohl größeren Umsatz von dem Standort versprochen und den Discounter schon kurz nach Eröffnung wieder dicht gemacht. Dahinter Kaufland und der Kaufland Getränkemarkt, beides soll demnächst vereinigt und vergrößert werden. Ein Blumenladen ergänzt das Angebot.

Damit haben wir Linthe kennengelernt und machen uns auf den Weg in die beiden Borks.

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