Landfrauen werden mehr – Aktiv bis nach Afrika

Golzow. Der Altersdurchschnitt der Mittelmärker Landfrauen liegt zwar bei 64,1 Jahren, trotzdem sind sie den digitalen Neuerungen gegenüber aufgeschlossen. Das bewiesen sie bei ihrer Jahreshauptversammlung am 10.11.2021. Da einige, darunter die Vorsitzende Petra Müller, nicht an dem Treffen in der Gaststätte „Zur Erholung“ in Golzow aus Krankheitsgründen teilnehmen konnten, wurden sie per Video zugeschaltet. „Wir machen eine Hybridsitzung, leider werden die per Video zugeschalteten fünf Landfrauen nicht an den Wahlen teilnehmen können, da diese geheim sind“, teilte die Geschäftsführerin des Kreislandfrauenverbandes, Cornelia Hurttig mit.

Sie hoffte, dass das keinen Einfluss auf das Ergebnis haben würde und behielt recht, denn alle kandidierenden Frauen wurden mit großer Mehrheit in ihren Ämtern bestätigt oder neu gewählt.

Mit Nicole Tall, die jetzt in Sachsen-Anhalt wohnt, Anne Baaske, die schon länger aus Termingründen die Vorstandsarbeit ruhen lassen musste, und Doris Triebsch haben drei Frauen nicht wieder für den Vorstand kandidiert. Triebsch, die seit 16 Jahren dem Vorstand angehört hatte, wurde besonders gedankt. Sylvia Herrmann hielt eine bewegende Laudatio auf die 75jährige ehemalige Lehrerin und Vorsitzende der Netzener Landfrauengruppe.

Die Satzung sieht einen mindestens fünfköpfigen Vorstand vor, und da sieben Frauen ihre Kandidatur erklärt haben, konnten alle gewählt werden. Neu dabei ist Lisa Lorenz aus Brück. Die Studentin der Agrarwissenschaften ist mit 23 Jahren auch das jüngste Mitglied der Mittelmärker Landfrauen.

Übrigens war mit 88 Jahren Brigitte Hagendorf die älteste Landfrau, die an der Sitzung teilnahm.

Neben Lorenz wurden auch Petra Müller aus Reckahn, Katja Behling aus Weseram, Sylvia Herrmann aus Cammer, Cornelia Hurttig aus Brielow, Bärbel Kaplick aus Alt Bork sowie Monika Schadly aus Golzow in ihren Vorstandsämtern bestätigt. In einer sofort danach stattgefundenen Konstituierung wurde Petra Müller wie bisher zur Vorsitzenden, Katja Behling und die junge Lisa Lorenz zu ihren Stellvertreterinnen und Cornelia Hurttig zur Geschäftsführerin gewählt.

„Ohne Landfrauen kein Leben, ohne Landfrauen kein Lachen und ohne Landfrauen nur frustrierte Männer“, sagte Ulrich Benedix vom Vorstand der Kreisbauernverbandes PM in seinem Grußwort und betonte die gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Verbänden.

Ähnlich äußerte sich der stellvertretende Landrat Christian Stein. „Sie sind eine starke Säule bei der Gestaltung des aktiven Landlebens“, lobte der Beigeordnete und verabschiedete sich gleichzeitig. „Ich war fast jedes Jahr dabei in meiner seit 16 Jahren ausgeübten Funktion als Landrat-Vize, demnächst wartet der Ruhestand auf mich“, so Stein.

Auch die Geschäftsführerin des KLV, Cornelia Hurttig, verabschiedet sich in den Ruhestand. Bislang war sie im Hauptamt beim KBV tätig. Sie rief zum Generationswechsel innerhalb des KLV auf. „Wir brauchen die Jugend für die Jugend“, sagt sie und relativierte lächelnd, um der Realität gerecht zu werden:

„Bei uns ist man auch mit 50 noch jung“.

Sie bleibt im Ehrenamt Geschäftsführerin des KLV.

Dabei sind die Landfrauen eine Erfolgsstory. In den vergangenen zwei Jahren wuchs die Zahl der Mitglieder von unter 300 auf 310. Die Frauen sind in 16 Ortsgruppen organisiert und damit ist PM der größte Kreisverband der Brandenburger Landfrauen.

In ihrem Bericht ließen Hurttig und Behling die vergangenen beiden Jahre Revue passieren. In der Geschäftsstelle in Ragösen wurde eine neue Küche eingeweiht, die für Seminare und Kochkurse genutzt wird.

Ein Newsletter wird herausgegeben. Allerdings mangelt es den Macherinnen manchmal an Informationen. „Wir wünschen uns mehr Infos aus den Ortsgruppen, wir machen gute Arbeit, sollte das aber auch anderen erzählen“, bat Hurttig um Nachrichten.

Die inzwischen sechste Bücherzelle wurde in Linthe eingeweiht. „Die nächste soll in Fohrde in einer neuen Form eingeweiht werden“, berichtete Katja Behling.

Auf dem Fläming-Kanal wurde ein Image-Film über die Landfrauen gesendet und ein Landfrauen-Flyer erstellt und das „Landfröllein Louise“ geht auf YouTube auf Sendung mit Landfrauenthemen.

„Wir haben auch eine Fortbildung absolviert, um Unterwanderungsbestrebungen von Rechts und der Populisten zu erkennen, wir sprechen uns eindeutig gegen beides aus“, betonte die Geschäftsführerin.

Ohne namentlich genannt zu werden, wurde der Golzower Gemeindebeschluss, den geplanten Mehrgenerationstreff nur für die Jugend zur Verfügung zu stellen, kritisiert.

Beide Frauen blickten ebenfalls voraus, denn im kommenden Jahr wird der KLV 30 Jahre alt. „Wir wurden auf Anregung des damaligen KBV-Geschäftsführers Eberhard Schulze gegründet“, erinnerte Hurttig und dankte dem Pensionär, der ebenfalls anwesend war. Ein Kalender und Fotobücher sind aus diesem Anlass geplant.

Besonderen Applaus erhielt Claudia Hirzel. Die Landfrau aus Krahne engagiert sich in einem Brandenburger Verein seit drei Jahren für die Gambia-Hilfe. Mit Hilfe der Landfrauen konnte vor kurzem 48 Stühle für die Schüler und 105 Schulranzen gepackt und verschifft werden. Unermüdlich versucht Hirzel zu helfen und sammelt von Spielzeug über Kleidung bis zu Moskitonetzen alles nützlich für die Bürger eines der ärmsten Länder der Welt.

Nach rund drei Stunden begann der gemütliche Teil und die Frauen ließen sich eine Gulaschsuppe schmecken.

Aufrufe: 117