Von einer Wiese über die Laga zum Stadtpark – Landesgartenschau 2022 in Beelitz kann kommen

Beelitz. Die Begeisterung für die Landesgartenschau (LAGA) und die sich daraus ergebenden Chancen für die Spargelstadt Beelitz ist Bürgermeister Bernhard Knuth deutlich anzusehen. Seine Augen strahlen bei jedem Satz während der Führung über das LAGA-Gelände. Zu jedem Garten, jeder Stelle, jeder Baustelle und jedem Weg weiß der Stadtchef etwas zu sagen.

Bernhard Knuth, Beelitz, LAGA
Bürgermeister Bernhard Knuth bei seinem Vortrag

Er lobt die Zusammenarbeit mit der Kirche. „In der Marienkirche wird die Hallenschau stattfinden, dafür sind auf dem Gelände jeden Sonntag Andachten geplant“, erzählt Knuth. Rund um die Kirche wird dann ein Regionalmarkt stattfinden, beides kann ohne Eintrittsgeld besucht werden. Dabei ist vor allem für die Einheimischen die Jahreskarte gut erschwinglich, für nur 65 Euro kann man jederzeit zwischen dem 14. April und dem 31. Oktober 2022 das Gelände und die Veranstaltungen besuchen. „Bis auf sieben besondere Konzerte, wie mit Max Mutzke, Vicky Leandros, Helge Schneider oder Christine Stürmer wird alles andere ohne zusätzliche Eintrittsgelder erlebbar sein“, versichert Knuth.

Zwischen der Altstadt und dem LAGA-Gelände wird die Alte Posthalterei das Verbindungsglied sein, hier ist dann der Durchgang. Vorbei am Stadtmuseum und dem Spargelmuseum gelangt man auf das Ausstellungsgelände. Da wo früher der Mühlenfließ floss ist jetzt ein künstlicher, 200 Meter langer Wasserlauf angelegt. „Wir hätten gern das Fließ wieder errichtet, durften wir aber nicht, deshalb der Kanal“, erklärt Knuth. Das neue „Mühlenfließ“ führt zu der alten Wassermühle, wo neben einen Medienzentrum mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur, ein Mühlenmuseum entsteht. „Die Mühlentechnik ist noch komplett erhalten“, freut sich Knuth darüber, dass die Stadt jetzt neben einer Bockwindmühle auch eine Wassermühle wird vorzeigen können. In der Mühlenremise werden Künstlerateliers und ein Café entstehen. 14-tägig wechselnde Ausstellungen sind schon geplant. Der Mühlengarten soll nach barockem Vorbild entstehen.

Der Rundgang führt über das 15 Hektar großes Gelände, auf dem auf 5.000 m² Stauden und auf 3.500 m² Wechselflor angelegt worden sind. Überall merkt man, dass das Motto “Regionale Gastronomie und Kulinarik” sein wird. „Das Catering hat ebenfalls ein regionales Unternehmen übernommen, ein Spargelbauer“, wird berichtet. Es wird eine Draußen-Sommerküche geben. Hier wird jeder Besucher mitmachen können, wenn er 50 Kostproben kostenlos zur Verfügung stellt. Es sollen Graupen- und Linsengerichte sowie die fast vergessene regionale Küche wieder belebt werden. Dazu werden Brandenburger Winzer ihre Weine kredenzen. Ein Kochbuch kann von jedem selbst zusammengestellt werden, überall wird es Rezepte für unterwegs geben, die in einer Mappe gesammelt werden können. Der Kindergarten wird sich um einen Spargelgarten kümmern, so wie der Spargel überall zu sehen sein wird. Spargelstangen an den Bänken, Spargel als Kunstobjekt und sogar als Motiv auf einem Kinderspielplatz, der jedem Kind das Herz höher schlagen lassen wird. Rutschen, Wasserspielplatz, Klettergerüste und vieles mehr laden Kinder zu spielen ein. Der Turm hat eine Höhe von elf Metern, und vier Rutschen laden ein.

Für Kinder, speziell Schülerinnen und Schüler wird es jenseits des Mühleteichs ein „Grünes Klassenzimmer“ geben. Hier werden auch die Imker tätig sein, die Dahlien werden erblühen, in einer Voliere werden Steinkäuze auf die Auswilderung vorbereitet, ein Mammut-Baum und eine Sumpfzypresse sind schon gepflanzt und hinter der offenen Wiese wird im Slawendorf auf die Entstehungsgeschichte der Stadt Beelitz erinnert.

Das Gelände, das über zwei Hauptwege, Süd- und Nordweg, erschlossen wird, ist schon weitgehend fertiggestellt. Ein Holzsteg führt über ein Biotop, wo das Märchen „Der Froschkönig“ Motiv ist. Pavillons und Plastiken erinnern daran, während aus den Lautsprechern die Stimme von Inspektor Barneby, von Synchronsprecher Norbert Langner, ertönt und das Märchen erzählt. „Neben dem Geländes investieren wir auch in die Stadt, der Wasserturmpark wird ebenso wie die Bockwindmühle profitieren, das Kino wird wieder eröffnet und das Freibad ebenso neu eröffnet“, berichtet nicht ohne Stolz Bürgermeister Knuth.

Investitionen von insgesamt über 35 Millionen Euro waren für alles notwendig. Vieles davon über Fördergelder aus den unterschiedlichsten Töpfen.

Temporär wird es viele Pavillons geben. So wird sich der Landkreis Potsdam-Mittelmark präsentieren. Die Bundeswehr wird an die Geschichte des Garnisonsstandorts erinnern. Die Arbeitsgemeinschaft der Städte mit historischem Stadtkern wird vor Ort sein, und die Ortsteile erhalten eine Möglichkeit sich vorzustellen. Über die verbreitete Nieplitz sind zwei neue Brücken entstanden.

Bei allem wird, wie Knuth betont, auf Nachhaltigkeit geachtet. Streuobstwiesen gehören ebenso dazu wie die Nutzung eines Pavillons unweit des Flusses als Trauzimmer. Ein alter Rheindampfer wird zur Cocktailbar und wurde schon getauft. „Ludwig- fun – BEEThoven“ soll das Schiff, mit einem doppelten Wortspiel, heißen. Im alten Klärbecken sollen sich nicht nur Amphibien wohl fühlen, dort soll auch eine Fontäne sprudeln. Die „Cocktail-Beete werden in den Farben bekannter Cocktail-Kreationen erblühen.  Runde Themengärten sollen die Blumen wir auf „Tellern präsentieren“, Kulinarik allüberall. Die Bühne wird in der Zukunft für die Beelitzer Festspiele genutzt.

Übrigens erhalten Besucher die mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, drei Euro Ermäßigung auf das Tagesticket. Vom Parkplatz am Bahnhof Beelitz-Heilstätten wird es einen Busshuttle mit der Nummer X41 geben, an dem Parkplatz und dem Hauptparkplatz an der B2 werden E-Ladesäulen für Autos und Räder installiert. Offenbar wurde an vieles gedacht, um es den erwarteten 500.000 Besuchern möglichst bequem zu machen. Es bleibt zu wünschen, dass diese auch kommen werden.

Danach wird die Spargelstadt einen Stadtpark haben, verspricht Knuth, und man merkt ihm auch nach zwei Stunden Führung noch die Begeisterung an.

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