Beelitz: Für die LAGA nur noch Biodünger

Beelitz. Wer etwas wachsen und gedeihen lassen will, wird gerade auf nährstoffarmen Böden nicht ohne Dünger auskommen. Lange Zeit schlossen sich Düngung und Umweltverträglichkeit überwiegend aus, doch damit ist es längst vorbei. Die „Biofabrik“ aus Dresden produziert ökologisch-veganen Dünger aus Wiesen- und Weidegras und bietet damit eine echte Alternative zu chemischen Substraten. Das Unternehmen ist nun auch Partner für die Landesgartenschau in Beelitz und liefert den nötigen Pflanzendünger. Mit dem wird gewährleistet, dass der Boden auf dem Gartenschauareal nicht übersättigt wird – und die Blumen und Stauden trotzdem wachsen.

Gärtnerinnen (c) Annegret Schreiber

Vielleicht wachsen sie sogar noch besser: „Ich selbst verwende zu Hause den Biodünger seit Jahren und bin immer wieder überwältigt. Die Pflanzen sind gesund und kräftig und sorgen für eine ganz besondere Blütenpracht“, sagt Bürgermeister und LAGA-Geschäftsführer Bernhard Knuth. Er lädt jeden auf den Schmiedehof ein, um sich davon zu überzeugen:

„Da im Konzept der Landesgartenschau Nachhaltigkeit ein großes Thema ist, war es naheliegend, nach Anbietern von Biodünger Ausschau zu halten. Mit der Biofabrik haben wir einen der erfahrensten nun mit ins Boot geholt.“

Eine erste Bestellung von 1000 Litern Flüssig- und 800 Kilogramm Trockendünger ist bereits aufgegeben und soll demnächst nach Beelitz geliefert werden. Sollte sich das Produkt bewähren, wird es in Zukunft auch auf den Grünflächen überall in der Kernstadt und den Ortsteilen Verwendung finden.

Mit dem Düngemittel „Blattwerk“ ist die Biofabrik, in der rund um die nachhaltige Verwendung von Roh- und Abfallstoffen geforscht, entwickelt und auch produziert wird,  erst vor fünf Jahren an den Markt gegangen. Die Philosophie hinter dem Biodünger, der aus Weide- und Wiesengras gewonnen wird: Er soll auf lange Sicht eine verlässliche Alternative zu konventionellen Mitteln bieten, denn deren Rohstoffe werden immer knapper. Zugleich wird in Anbetracht der stetig wachsenden Weltbevölkerung die Landwirtschaft ohne Düngung immer schwieriger.

„Düngemittel sind die Ursache für gleich mehrere Umweltprobleme unserer Zeit“, sagt Stefan Süßmilch, der in dem Unternehmen für den Blattwerk Dünger verantwortlich ist.

„Für die Herstellung von Düngemitteln werden aktuell hauptsächlich endliche, fossile Rohstoffe verwendet. Zudem haben mineralische Dünger hohe NPK-Werte und sind dafür mitverantwortlich, dass vielerorts die Böden stark übersäuert sind. Dafür haben wir eine organische Lösung geschaffen, indem wir ein ganz neues Düngemittel, für die private und industrielle Anwendung entwickelt haben – Blattwerk, ein veganer und organischer Universaldünger, mit einem ausgewogenem Nährstoffverhältnis und pflanzlichen Aminosäuren, hergestellt in einem eigens entwickelten, einzigartigen Raffinationsverfahren, ausschließlich aus Gras.

Schon der Prototyp hatte in ersten Tests das Pflanzenwachstum deutlich stärker beflügelt, als die herkömmlichen, verwendeten Produkte. Verkauft wurde zunächst über Amazon, in 1 und 5 Liter Gebinden. Die Rückmeldungen der Kunden haben gezeigt: Mit dem Universaldünger „Blattwerk“ wurde ein Treffer gelandet, der seither viele Garten-, Zier- und Balkonpflanzen, aber auch Gemüse hat wachsen lassen. Der Verkauf läuft mittlerweile längst nicht mehr nur über den Online-Handel.

In Beelitz kann der Bio-Dünger nun vor besonders großem Publikum zeigen, was er kann – immerhin wird mit mehreren Hunderttausend Besuchern gerechnet. Und die werden besonders aufmerksam wahrnehmen, wenn die Blumen in den buntesten Farben leuchten. Bei wem das Interesse geweckt wurde, der kann dann sich auch vor Ort auf der Landesgartenschau informieren und Bio-Dünger aus Dresden für zu Hause kaufen.”

(Thomas Lähns Artikelfoto: Gärtner auf der LAGA Beelitz (c) Annegret Schreiber)

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