Schmierereien, Drohungen und Vandalismus in Fichtenwalde

Fichtenwalde. Die Umweltorganisation Waldkleeblatt – Natürlich Zauche e.V. informiert derzeit die Einwohner von Fichtenwalde und anderen Orte mit einer Flyeraktion über die geplante Errichtung von sieben Windkraftanlagen im Wald zwischen Ferch und Klaistow. Diesen Hintergrund nutzen offensichtlich Widersacher aus. In der Nacht vom 26. zum 27. April 2020 wurden in Fichtenwalde zahlreiche Banner beschädigt und beschmiert.

Vandalismus, Waldkleeblatt, Windkraft, FichtenwaldeDie Schmierereien enthalten Sprüche und Drohungen, wie

  • “Ihr habt nur noch ein paar Jahre”,
  • “Wer das Glaubt ist auch kleine Kinder” und
  • “Wer eh nur noch ein paar Jahre hat Sollte einfach leise sein”.

Der Vorsitzende des Waldkleeblatts, Winfried Ludwig ist empört:

“Vergleichbares gab es in unserem Ort noch nie. Der oder die Täter verstecken sich dabei hinter ‘Kindern aus Fichtenwalde’. Statt ein offenes Gespräch zu suchen, wie es bei Meinungsverschiedenheiten üblich ist, wird hier in die Anonymität abgetaucht.”

Am krassesten findet Ludwig dieses Plakat:

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Viele Fichtenwalder haben sich spontan solidarisch mit dem Waldkleeblatt gezeigt und den Vandalismus verurteilt, wie Ludwig berichtet. Inzwischen wurde Anzeige bei der Polizei erstattet.

(Fotos: Waldkleeblatt / Artikelfoto: Plakat Mittelstr.-Sportplatz)

Kommentar

Über Windkraft darf man nicht nur streiten, sondern muss es auch. Auch über die im Wald, obwohl gewichtige Gründe dagegen sprechen. Uns künftig mit Energie zu versorgen und gleichzeitg nicht nur den weiteren Klimawandel zu bremsen und vielleicht zu stoppen ist alles andere als eine einfache Aufgabe. Einfache Lösungen sind erst recht nicht zu erwarten.

Doch die Auseinandersetzung muss zivilisiert und mit offenem Visier erfolgen. Wer es mit Schmierereien und Vandalismus versucht, der entfernt sich selbst aus jeder demokratischen Debatte.

Angesichts des systematischen Vorgehens über den ganzen Ort hinweg darf auch die Frage erlaubt sein, warum jemand so viel Wut aufbringt. Meist entsteht solche Energie aus direkter Betroffenheit. Also, cui bono? Und warum traut sich derjenige keine offene Auseinandersetzung zu?

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