Neues Feuerwehrgerätehaus für Deutsch Bork

Deutsch Bork. Was lange währt, wird gut. Und lange gedauert hat es, ehe es nun losgeht mit dem Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Deutsch Bork. Bereits 2009 wurde erstmalig ein entsprechender Bauantrag gestellt, so Ortswehrführer Detlef Köppen in einem kleinen Rückblick.

Eine lange Geschichte

Die Wehr wurde 1934 gegründet, vorher gab es eine Spritzengemeinschaft mit den Nachbarorten. Das Feuerwehrhaus war jedoch schon damals viel zu klein, selbst der Einsatzwagen, ein Barkas, passte nicht hinein, so dass die Kameraden in Eigenregie ein neues Tor schaffen mussten. Besonders schwierig war es nach der Wende, da die DDR-Ausbildung nicht anerkannt wurde. So haben 2005 immerhin 15 Kameraden ihre Ausbildung noch einmal gemacht.

Derzeit besteht die Wehr aus 18 Mitgliedern, darunter 3 Frauen. Der alte Barkas hat inzwischen so seine Macken, immerhin stammt er aus dem Jahr 1966. Oft brachte er die Kameraden nur mit Mühe und Not an den Einsatzort. Ein neues Feuerwehrauto ist zwar da, aber das alte Haus ist viel zu klein für das neue Fahrzeug. Also muss zwingend ein neues gebaut werden, um die Einsatzbereitschaft der Kameraden zu gewährleisten.

Detlef Köppen
Detlef Köppen

Der Weg zum neuen Feuerwehrhaus war steinig. „Wenn ihr etwas wollt, müsste ihr es beantragen“, hieß es aus der Amtsverwaltung. Und das tat man. Aber die Kameraden möchten auch ihr altes Feuerwehrhaus erhalten. „Es gibt schon genug Schilder mit den Worten: Hier stand einmal“, so Detlef Köppen. Vielleicht wird ja mal ein Museum daraus.

Explodierende Kosten

Kerstin Lange, Marco Köhler
Kerstin Lange und Marco Köhler

Auch der Amtsausschuss Brück hatte das Gerätehaus in Deutsch Bork oft auf der Tagesordnung, erstmalig am 25.11.2013. „Insgesamt haben wir uns 14 Mal damit beschäftigt“, so Amtsdirektor Marco Köhler. Ursprünglich sollte es gemeinsam mit dem in Gömnigk gebaut werden, aber die Planung und auch die Finanzen passten nicht. 2013 ging man noch von einem finanziellen Aufwand von 90.000 € aus. Als vor zwei Jahren die Pläne konkretisiert wurden, waren es schon 390.000 €, inzwischen waren es mindestens 480.000. Das hing nicht nur mit gestiegenen Materialkosten zusammen, auch die Firmenpreise sind nahezu explodiert, so Köhler. Inzwischen geht man von 540.000 € aus. Da kam eine Förderung gerade recht. Aus dem Kreisentwicklungsbudget stehen 75.000 € zur Verfügung. Im Frühjahr 2018 wurde das KIP (Kommunales Investitionsprogramm) neu aufgelegt und man nutzte die Gelegenheit, einen Förderantrag zu stellen. Bereits im Mai erhielten die Kameraden eine Einladung ins Ministerium, was schon fast einer Förderzusage gleich kam. Man beantragte einen vorzeitigen Maßnahmebeginn, denn der Bau soll schnellstmöglich abgeschlossen werden.

Endlich

Kerstin Lange
Kerstin Lange

Am vergangenen Dienstag gab es nun offiziell den Förderscheck über 211.000 €. Überreicht wurde er von Staatssekretärin Kerstin Lange. Sie dankte den Feuerwehrleuten noch einmal für ihren großartigen Einsatz in diesem heißen Sommer. Gleichzeitig betonte sie, dass ein neues Katastrophenschutzgesetz in den Landtag eingebracht wird. Und zur Ausstattung der Feuerwehren gehöre nun mal auch ein Gerätehaus, vor allem eines mit Sanitärtrakt und Aufenthaltsraum. Das hatten die Deutsch Borker bisher nicht.

Auch deshalb wurde die Scheckübergabe mit einer kleinen Feier zelebriert. Die Jagdhornbläsergruppe der „Freunde der Jagd“ aus Linthe läutete, bzw. blies, das kleine Fest ein. Zum Anstoßen gab es Sekt und Orangensaft. Damit sich alle ein Bild von der Arbeit der Feuerwehr machen konnten, präsentierte die Jugendfeuerwehr zum Abschluss eine kleine Übung. Denn Nachwuchsarbeit steht auch in Deutsch Bork ganz oben. Im Frühjahr kommenden Jahres könnte s dann wieder eine kleine Feier geben, dann soll das neue Gerätehaus nämlich fertig sein.

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