Kaffeeklatsch und andere Nähigkeiten im Mehrgenerationenhaus “Alte Korbmacherei” Brück

Brück. Über 38 Mehrgenerationenhäuser gibt es derzeit im Land Brandenburg. Eines davon steht in Brück. Unter dem Motto Gemeinsam – nicht einsam fördern diese den Zusammenhalt in der Gesellschaft und werden durch Aktionsprogramme des Landes und des Bundes gefördert. Eines dieser Häuser steht in Brück.

Alte Korbmacherei

Das Gelände diente bis 1991 als Korbmacherei. Das Gelände lag viele Jahre brach und mutierte zum Abenteuerspielplatz. Bis der Wunsch der Brücker Einwohner nach einer Begegnungsstätte für Jung und Alt laut wurde. So wurde aus dem verwilderten Gelände ein Ort der Gemeinsamkeit geschaffen.

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Viele Aktionen finden regelmäßig dort statt. So ist das Haus ab 13:30 Uhr für die Schüler geöffnet. Hier können sie Zeit verbringen, bis die Eltern von der Arbeit nach Hause kommen. Manchmal wollen sie einfach nur abschalten. Aber es gibt auch Tage, an denen gemeinsam etwas unternommen wird. Gemeinsam spielen – und das nicht nur am Handy – steht dann auf dem Plan. Ist der Bewegungsdrang größer, wird die Tischtennisplatte aufgebaut oder es geht mit Boards quer durch Brück. Aber auch die Sozialarbeiter sind gefragt, wenn es um Probleme in der Schule geht oder sie einfach nur eine Beratung wie z.B. zu Praktika oder späteren Berufen möchten. Da sind die Plätze in den Büros meist voll besetzt. In den Ferien steht der Jugendraum täglich von 13 bis 15 Uhr zur Verfügung.

Brunch, Sport, Bienen- und Kräutergarten, Spielenachmittag, Töpfern

Jeden dritten Donnerstag im Monat findet ein Brunch statt, es gibt einen Nähtreff und ein wechselndes Sportangebot. Durch eine Förderung der LAG konnte ein Bienen- und Kräutergarten aufgebaut werden. Da ist eine Gruppe von Schülern sehr aktiv, der erste Honig konnte schon geerntet werden. Seit Jahren treffen sich Senioren montags nachmittags zu einem Spielenachmittag, angeboten von der Vorstandvorsitzenden des Seniorenbeirates Margarete Günther. Neben dem Lieblingsspiel Skibo wurde der Wunsch laut, einmal Bingo zu spielen. Im Rahmen des lebendigen Adventskalenders im vergangenen Jahr gab es die erste Runde. Der Töpferkurs unter Anke de Koning hatte dafür viele schöne Preise zur Verfügung gestellt. Inzwischen ist daraus ein regelmäßiges Angebot geworden. Auch die Kinder und die Jugendlichen haben Spaß daran.

Aber auch mit den neuen Medien wie PC und Handy wird sich beschäftigt. Im offenen Treff am Mittwochmorgen berät Wolfgang Anspach in Sachen Computer und Internet. Aber es werden auch Diskussionen zu aktuellen Themen geführt.

Der Nähkurs im Mehrgenerationenhaus

Vici Merkel Adewale
Vici Merkel Adewale

Zu den beliebtesten Kursen gehört der Nähkurs. Er war von Anfang an gut besucht. Die Grundausstattung wurde über Fördermittel des Bundes angeschafft. Die Teilnehmer wechseln sich ab, manchmal kommen auch die Kinder dazu, das ist das Generationsübergreifende. So haben die Jugendlichen in den Ferien spontan Taschen genäht.

Angeleitet werden alle von Vici Merkel-Adewale. Die 35 jährige gebürtige Kolumbianerin lebt schon seit 35 Jahren in Deutschland und fiel Leiterin Antje Warwas sozusagen zufällig in den Schoß. Ein Glücksfall, denn Vici Merkel-Adewale ist gelernte Schneiderin. So kann sie allen wertvolle Tipps und Hinweise geben.

Klaus Fano, Mehrgenerationenhaus, Brück, Alte Korbmacherei
Klaus Fano

Zu den Teilnehmern der ersten Stunde gehört Klaus Fano. Er ist eh ein Multitalent, macht neben dem Nähen auch andere Handarbeiten und hilft im Mehrgenerationenhaus auch oft mit seinem handwerklichen Geschick aus. Früher hat er alles mit der Hand genäht, bis der Nähtreff ins Leben gerufen wurde. „Es gibt eine gute Beratung“ erzählt er. Nach kleinen Nähübungen hat es sich als erstes seine zu langen Gardinen geändert und kleinere Reparaturen an Kleidungsstücken ausgeführt. Später kam mehr dazu. So ändert er durchgescheuerte lange Hosen seiner Enkel in kurze, macht aus mehreren Hemden ein passendes. Er ist sozusagen der Upcycling Experte der Gruppe. So entstehen bei ihm aus alter Bettwäsche Bezüge für seine Hollywoodschaukel und Tischdecken. Oftmals kommt er gar nicht dazu, seine Werke selbst in der Wohnung zu platzieren, wie die entstandenen Kissen. Die machte ihm seine Tochter sofort abspenstig. Im Moment ändert er eine alte gefütterte Jacke in eine Weste für den Winter.

Jenny Riedel, Klaus Fano, Mehrgenerationenhaus, Brück, Alte Korbmacherei
Jenny Riedel und Klaus Fano

Jenny Riedel konnte schon ein bisschen nähen und hat im Kurs ihre Kenntnisse erweitert. Derzeit näht sie Shirts für sich. Renate Bernstrauch hat über die Zeitung vom Treff erfahren. Sie suchte einfach nur einen Ausgleich für sich selbst.

Manchmal wird beim Treff gar nicht genäht, sondern einfach nur gequatscht, sagt Antje Warwas. So erzählen die Teilnehmer sich gegenseitig von anderen Angeboten im Haus und wecken so gegenseitiges Interesse.

Derweil laufen draußen Bauarbeiten. Die Jugendlichen haben sich einen Skaterpark gewünscht.

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