Werder. Dem 1. Beigeordneten der Stadt Werder (Havel), Christian Große, dürfte das Prozedere bekannt vorkommen. Schon vor gut eineinhalb Jahren stand er nur wenige Meter weiter, da, wo sich die Bushalte am Bahnhof Werder befindet, und nahm den Förderbescheid des Landes in Höhe von 1,2 Millionen Euro für ein Fahrradparkhaus entgegen. Jetzt folgt die Grundsteinlegung. Die Amtsbezeichnungen der anwesenden Personen gleichen denen von heute, nur die Namen waren damals andere.
Im Jahr 2024 überreichte der damalige Bundesverkehrsminister Volker Wissing (damals FDP) den Bescheid, an der Grundsteinlegung am 24. Juni 2026 wird sein Nachfolger Patrick Schnieder (CDU) teilnehmen. Auch die Landesvertreter aus Berlin und Brandenburg sind nicht die gleichen wie seinerzeit. Uwe Schüler war Staatssekretär im brandenburgischen Verkehrsministerium, heute hat Volker-Gerd Westphal diese Funktion inne. Und auch die Geschäftsführung des Verkehrsverbundes VBB hat gewechselt.
Wichtig ist jedoch, dass jetzt gebaut wird. Das Vorhaben ist Bestandteil des Pilotprojektes „Modulares Fahrradparken“ im Land Brandenburg. Die Finanzierung erfolgt aus dem Sonderprogramm „Stadt und Land“ des Bundes, einer gemeinsamen Vereinbarung zwischen Berlin und Brandenburg, dem Förderprogramm „ÖPNV-Invest“ sowie Projektmitteln des Landes Brandenburg. Mit dem innovativen Pilotprojekt unterstützt das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung die Brandenburger Kommunen dabei, unkompliziert sichere Fahrradabstellanlagen zu errichten.
Für Planung und Bau von fast 3.000 Stellplätzen an 14 Bahnstationen stehen bis 2026 bis zu 14 Millionen Euro zur Verfügung, hieß es im Jahr 2024. Im Rahmen des Pilotprojekts „Modulares Fahrradparken“ werden unter der neuen Wort-Bild-Marke „RadPark“ Fahrradparkanlagen an zentralen Punkten des ÖPNV in modularer und nachhaltiger Holzbauweise errichtet. Dabei wird ein Planungs- und Gestaltungskonzept des Verkehrsverbunds Berlin Brandenburg (VBB) umgesetzt. Ziel ist es, durch die modulare Bauweise Planungs- und Herstellungskosten zu senken und eine schnelle Umsetzung zu gewährleisten. Die Vernetzungsstelle Bike+Ride des VBB betreut das Projekt. Der VBB hat die Planung übernommen und mit der Stadt Werder (Havel) abgestimmt. Mit der Übergabe des Zuwendungsbescheids wurde die Finanzierung des Baus gesichert.
Der Bahnhof Werder (Havel) liegt an der Strecke des RE 1 und ist stark frequentiert. Mit drei Stopps je Richtung pro Stunde. Die Prognose für 2030 liegt bei 7.100 Ein- und Aussteigenden. Die vorhandenen B+R-Plätze werden stark nachgefragt und reichen nicht mehr aus.
Der RadPark Werder (Havel) soll 362 neuen Fahrradstellplätze erhalten. Dabei wird es eine Sammelschließanlage mit 182 gesicherten Stellplätzen davon vier Module mit 44 Stellplätzen in Doppelstockparker (176 Stellplätze) geben. Ein Modul für sechs Lastenfahrräder wird ebenso errichtet. Alle Module erhalten eine Drehtür mit Zugangssicherung. Es wird vier Schließfachschränke mit je acht Schließfächern geben. Daneben entsteht eine frei zugängliche überdachte Anlage mit 180 Stellplätzen, dabei wird es drei Module mit je 48 Stellplätzen in Doppelstockparker, ein Modul mit insgesamt 24 Stellplätzen in Doppelstockparker und 12 Stellplätze an Reihenbügel geben.
Das Besondere ist die Dachkonstruktion. Sie besteht vorwiegend aus Holz mit einem Stahlanteil, darauf eine Photovoltaik-Anlage mit 72 Modulen. Es wird eine Videoüberwachung installiert und ebenso ist LED-Beleuchtung vorgesehen.
Das es eine Radreperaturstation geben wird, erscheint fast selbstverständlich. Ebenso wie die obligatorische Infostele. Die Außenbereiche werden begrünt und eine Entwässerung hergestellt. Die alte Radabstellanlage wird abgerissen.
Der RadPark in Werder wird nicht der erste sein. Der erste ist in Eichwalde vor inzwischen vier Jahren entstanden, daneben gibt es RadParks in Cottbus, Dahlewitz, Fredersdorf-Vogelsdorf, Wustermark und Neuenhagen. Sieben weitere sollen folgen.
Grundsteinlegung: 24. Juni 2026 ab 15.30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz in Werder

(Artikelfoto: © VBB)
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