Werder (Havel). Vom Kinderbuch bis zur Tanzperformance: Der Kunst- und Kulturfonds der Stadt Werder (Havel) ermöglicht ganz unterschiedliche Projekte. Während einige der Vorhaben aus dem vorigen Jahr noch laufen, liegen für das Jahr 2024 alle Verwendungsnachweise vor. Ein Blick auf die geförderten Projekte zeigt, wie breit die kulturelle Szene in Werder aufgestellt ist – und wie sichtbar die Unterstützung vor Ort wirkt.
Geschichten gegen Ausgrenzung
Wie aus einer Idee ein konkretes Kulturprojekt werden kann, zeigt das Kinderbuch von Christine Pohl. Mit „Die Abenteuer von Moppel und Mücke – Magie der Freundschaft“ hat sie ein Buch für Kinder zwischen fünf und elf Jahren entwickelt. Im Mittelpunkt steht das Thema Freundschaft, aber auch Lösungen gegen Mobbing und Ausgrenzung. Es ist der vierte Band der Moppel-und-Mücke-Reihe.
Das Buch mit Werder (Havel) als Schauplatz wurde im November fertig und soll nun über Schulen, Bibliotheken, Buchhandlungen und Lesungen verbreitet werden. Der Kunst- und Kulturfonds hat damit nicht nur ein kreatives Projekt unterstützt, sondern auch Antworten auf Fragen, die viele Familien beschäftigen.
Dass Kulturförderung in Werder ganz unterschiedliche Formen annehmen kann, zeigen auch viele weitere Projekte. Peter-Joseph Weymann arbeitete an der Sanierung des „Blütentreters“. Die Christian-Morgenstern-Gesellschaft sicherte erneut den Museumsbetrieb, Ausstellungen und Lesungen ab. Katerina Belkina organisierte einen Künstlerdialog sowie Workshops und Ausstellungen in ihrem Showroom in der Mühlenstraße.
Kunstwoche mit 78 Kindern
Wie konkret die Förderung die kulturelle Bildung vor Ort unterstützt, zeigte das Kunstcamp „Sommerwind und Meeresrauschen“ von Gabriele Karele an der Karl-Hagemeister-Grundschule. Eine Woche lang arbeiteten dort 78 Kinder aus den vierten Klassen kreativ zu einem gemeinsamen Thema. Es wurde gemalt, gestaltet und handwerklich gearbeitet. Viele der Kinder konnten dabei neue Techniken ausprobieren und eigene Ideen entwickeln. Zum Abschluss wurden die entstandenen Arbeiten, Bilder und Tonskulpturen beim Sommerfest der Schule in einer Vernissage präsentiert.
Viele geförderte Vorhaben wirkten über einzelne Veranstaltungen hinaus. So bauten Gundula und Karsten Radke von Werderkeramik gemeinsam mit dem KiEZ Petzow neue keramische Gruppenangebote auf. Mit Schulungen, Brennofen und Material entstanden Voraussetzungen dafür, dass künftig dauerhaft mit Kindergruppen gearbeitet werden kann. Auch der MusikVerein der Blütenstadt Werder (Havel) erhielt Unterstützung – unter anderem für ein Trainingslager.
Tanz, Film und öffentlicher Raum
Mit der Reihe „Begegnung in Bewegung“ brachte Eva Burghardt vom TANZWERK Werder Tanz, Musik, Film und öffentlichen Raum zusammen. Die Workshop- und Performance-Trilogie richtete sich ausdrücklich auch an Menschen ohne Vorerfahrung. Gemeinsam wurde ausprobiert, wie Bewegung, Klang und Umgebung miteinander wirken können. Präsentationen und offene Formate machten die Ergebnisse anschließend öffentlich erlebbar.
Auch größere kulturelle Netzwerke und etablierte Veranstaltungsorte profitierten vom Fonds. Die Künstlergruppe im Heimatverein Werder (Havel) organisierte erneut den Werderschen KunstMarkt im Lendelhaus mit Ausstellungen, Musik und Kinderangeboten. Der Verein VulkanKunstWerke feierte mit einer großen Jubiläumswoche „25 Jahre Atelier Vulkanfiberfabrik“ mit Workshops, Konzerten und offenen Begegnungsformaten.
Förderrunde 2026 läuft
Noch bis zum Ende der aktuellen Ausschreibungsfrist am 4. Juni können neue Förderanträge Werderaner Künstler und Vereine für den Kunst- und Kulturfonds eingereicht werden. Er umfasst insgesamt 30.000 Euro. Unterstützt werden Projekte aus Bereichen wie Literatur, Musik, Bildende Kunst, Tanz, Theater oder kulturelle Bildung.
Mehr Infos zur Bewerbung: https://www.werder-havel.de/politik-rathaus/aktuelles/neuigkeiten/110-freizeit-tourismus/4658-kunst-kultur-fonds-jetzt-antrag-stellen.html
(Stadt Werder (Havel) | Artikelfoto: Gabriele Karele beim Projekt 2025 in der Karl-Hagemeister-Grundschule © GK)
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