Kloster Lehnin. Seitdem im Mai eine Beschlussvorlage, die die Prüfung der bisherigen Schulbezirksgrenzen und die Eingliederung der Krahner und Reckahner Kinder in die Grundschule Lehnin zum Inhalt hatte, auf der Tagesordnung stand, begleiten Elternproteste das Ansinnen. Sie fordern das bisherige Status quo zu behalten.
Die Elternproteste setzten sich auch fort, als im nicht öffentlichen Teil der Folgesitzung die Kündigung eines Vertrags mit dem Amt Brück auf der Tagesordnung auftauchte. Nach Ansicht der Eltern, sollten sie vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Sowohl der Prüfantrag im Mai als auch die Kündigung im Juli wurden nicht beschlossen. Man wollte die Einwände der Eltern prüfen und erst dann zu einer Entscheidung kommen.
Der Bürgermeister Uwe Brückner versprach dabei die vollste Transparenz und kündigte sowohl eine Elternversammlung in der Kita als auch Einwohnerversammlungen in den beiden Orten zu.
In einer Sondersitzung der Gemeindevertretung wurde das noch einmal bekräftigt. Bürgermeister Brückner betonte jedoch, dass die Verwaltung nicht tätig werden dürfe, da der Prüfantrag nicht beschlossenen worden sei.
Gleichzeitig wurde die Gemeinde Golzow gebeten, einer verlängerten Kündigungsfrist zuzustimmen. Eigentlich hätte der Vertrag über die Schulbezirke fristgerecht zu Ende Juli gekündigt werden müssen, nun sollen die Golzower die Frist zum Jahresende verlängern, so die Bitte.
In der Sondersitzung stand das Thema auf der Tagesordnung im nicht-öffentlichen Teil. „Vorstellung eines öffentlich-rechtlichen Vertrages; Bericht zu den Ergebnissen der Abstimmung mit dem Amt Brück und ggf. Beschlussfassung zu dem weiteren Vorgehen“, hieß der Tagesordnungspunkt.
Gegebenenfalls Beschlussfassung zu dem weiteren Vorgehen, also eine unbekannte und nicht benannte Vorlage.
Umso überraschender dann die Mitteilung der Gemeinde auf dem eigenen WhatsApp-Kanal:
„Gemeindevertretung erteilte der Verwaltung Kloster Lehnin einen umfassenden Prüfauftrag zur ggf. erforderlichen Änderung der Schulbezirkssatzung für die Ortsteile Krahne und Reckahn“.
Der Auftrag wurde am 28. Juli 2026 erteilt und die Gemeindeverwaltung gebeten, ergebnisoffen zu prüfen, ob eine Änderung der Schulbezirkssatzung für die Ortsteile Krahne und Reckahn sachlich geboten ist“, heißt es dort. Also wurde eine im Mai im öffentlichen Teil zurückgestellte Vorlage jetzt nicht-öffentlich debattiert und beschlossen, obwohl nicht explizit in der Tagesordnung aufgeführt. Gleichzeitig jedoch wird das geplante weitere Vorgehen vorgestellt:
„Die Prüfergebnisse werden transparent vorgestellt, so wie es die Gemeindeverwaltung im April/Mai 2026 vorgeschlagen hatte. Verwaltungsseitig werden alle für die Gemeinde relevanten Rahmenbedingungen und Auswirkungen erhoben und die Chancen und Risiken für die Zukunft herausgearbeitet. Dabei erfolgt eine Einbeziehung der bestehenden Elterninitiative, der betroffenen Eltern aus der Kita Reckahn sowie der zuständigen Behörden und Institutionen.
Es sind Präsentationen der Ergebnisse im Rahmen von Einwohnerversammlungen in Krahne und Reckahn geplant.
Soweit Anpassungsbedarfe an den bisherigen vertraglichen Regelungen mit der Gemeinde Golzow und/bzw. an der Schulbezirkssatzung gesehen werden, legt die Verwaltung den gemeindlichen Gremien im II. Halbjahr 2026 ein Maßnahmenkonzept zur Entscheidung vor“.
Auch die Elterninitiative hält eine Prüfung für wichtig, würde allerdings gern schon im Prüfverfahren mit einbezogen und angehört werden. Der Beschluss sei eine Reaktion auf die Proteste, teilt die Verwaltung im Namen der GV mit:
„Damit reagierte die Gemeindevertretung auf die teilweise sehr emotional und kontrovers geführten Diskussionen in und vor den kommunalpolitischen Gremien der Gemeinde“.
Ob ein solcher Beschluss ohne Öffentlichkeit und ohne Transparenz auf der Tagesordnung zulässig sei, müsste der Hauptverwaltungsbeamte prüfen, ob das geschieht, ist jedoch nicht klar, da der Beschluss den Wünschen der Verwaltung entspricht.
Die Akteure und vor allem alle Eltern sind auf das Ergebnis gespannt.
(Artikelbild: Sondersitzung der Gemeindevertretung Kloster Lehnin zum geplanten Gymnasialzug)
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