Golzow. In ihrer Sitzung am 25. August 2026 votierte die Golzower Gemeindevertretung einvernehmlich gegen den von der Gemeinde Kloster Lehnin geäußerten Wunsch, die Kündigungsfrist für den öffentlich-rechtlichen Vertrag über die Schulbezirke zum Jahresende zu verlängern. Der Vertrag wurde vor 23 Jahren geschlossen und kann alljährlich zum 31. Juli gekündigt werden. In dem Vertrag wird festgehalten, dass die Gemeinde Kloster Lehnin die Aufgaben des Schulträgers für die Ortsteile Krahne und Reckahn an die Gemeinde Golzow überträgt.
Derzeit wird seitens der Gemeinde Kloster Lehnin geprüft, ob die schulpflichtigen Kinder aus Krahne und Reckahn die Lehniner Grundschule besuchen sollten. Dadurch erhofft man sich eine bessere Auslastung der Heinrich-Julius-Bruns-Grundschule und Ersparnisse bei der Schulumlage.
In der Gemeindevertretung Golzow zeigte man sich irritiert über das Vorgehen der Lehniner Gemeindeverwaltung. Der ehrenamtliche Bürgermeister von Golzow, Ralf Werner, beklagt mangelnde Kommunikation seitens seines hauptamtlichen Lehniner Kollegen.
Für den Brücker Amtsdirektor Mathias Ryll hat die Golzower Schule Zukunft. „Es ist eine tolle Schule mit einer guten ITBA. Das große Plus sind die kleinen Klassen“, ist Ryll ein überzeugter Freund der Friedrich-Eberhard-von-Rochow-Grundschule in Golzow. Er erinnert auch an das freie Wahlrecht der Eltern, so dass er glaubt, auch bei einer Schulbezirksänderung die Eltern aus Reckahn und Krahne der Golzower Schule treu bleiben werden. „Ein Treffen mit Uwe Brückner ist schon anberaumt, dann wollen Ralf Werner, ich und Herr Brückner über die Angelegenheit reden“, sagte Ryll gegenüber Zauche 365. Da der Fristverlängerung nicht zugestimmt worden ist, kann der Vertrag erst zum 31. Juli 2027 gekündigt werden, und die Kündigung tritt frühestens zum Schuljahr 2027/28 in Kraft.
Ralf Werner ist nicht so diplomatisch wie der Brücker Hauptverwaltungsbeamte. Wir geben seine Stellungnahme wortwörtlich weiter:
„Zu den wichtigsten Angelegenheiten, die die Gemeinde Golzow bewegen, gehört auch die seltsame und empörende Verfahrensweise der Gemeinde Lehnin in Person von Herrn Brückner. Ohne eine Andeutung noch ein Gespräch mit uns bis heute wird ein Abstimmungsbild geschaffen.
Dabei geht es nicht nur um die Veränderung und die Kündigung der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung aus dem Jahr 2003 und deren Aufhebung und somit Änderung der Schulbezirkssatzung, sondern es geht um eine Aufhebung einer jahrzehntelangen Tradition.
Dazu wurden falsche Sachverhalte als Handlungsbedarf dargestellt, zum Beispiel erhöhte Umlagen, die die Gemeinde Lehnin bezahlen muss und die Behauptung, dass die Schule in Golzow den jetzigen Stand nicht länger halten kann, und die Existenz eine Frage der Zeit ist.
Vielleicht einige Zahlen dazu: Schuljahr 24/25 183 Kinder, 25/26 178 Kinder und aktuell 162 Kinder. Die ITBA besuchten im Augenblick 103 Kinder.
Wir haben in den letzten Jahren im gesamten Schulkomplex viel modernisiert und investiert, damit sich die Kinder wohlfühlen. Dieser Sachverhalt und unsere stetigen Bemühungen mit der Leiterin und dem Kollegium eine weitere Verbesserung zu erarbeiten, ist nach wie vor unser Ziel!
Dass ein Herr Brückner auf seine Gesamtschule schwört und sehr viel in den Komplex investiert hat, gibt ihm nicht das Recht, andere Bemühungen klein zu reden. Vielleicht kann man versuchen seine Sorgen zu verstehen, wenn man die Kosten ins Auge fasst. Große Projekte verursachen hohe Kosten, kleine Objekte verursachen Kosten, die planbar sind.
Auch wir hatten vor Jahren große Kosten bei geringen Kinderzahlen (56) und Leerstand einer ganzen Etage.
Dennoch wurde mit steigenden Kinderzahlen in die Zukunft geplant und gebaut. Die damalige Gemeindevertretung hat sich klar zum Grundschulstandort bekannt, und das tun wir heute noch. Unsere weitere Zuversicht besteht in der freien Wahl der Eltern zu entscheiden welchen Schulweg oder besser gesagt welche Belastung ich meinem Kind und der gesamten Familie zumuten will.
Deshalb möchte die Gemeindevertretung aus Golzow sich heute recht herzlich bedanken für die vielen Initiativen aus Krahne und Reckahn, die nach schwerer Anlaufzeit nun Gehör gefunden haben. Es wurde nun doch ein Dialog angeboten und eine Prüfung der Schulbezirkssatzung sowie die Beantwortung der 17 Fragen zugesagt. Wir werden uns auf jeden Fall weiterhin für das Wahlrecht der Eltern einsetzen“.
Mit diesen Worten endet die Stellungnahme des Golzower Bürgermeisters Ralf Werner.
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