Lehnin. Es bleibt dabei, der Vertrag über die „Übertragung der Aufgabe als Träger der Grundschule für die Ortsteile Krahne und Reckahn“ wird nicht-öffentlich diskutiert. Für den 28. Juli 2026 wurde eine Sondersitzung der Gemeindevertretung Kloster Lehnin einberufen. Neben den allgemeinen Tagesordnungspunkten gibt es nur zwei Vorlagen, die diskutiert werden sollen und gegebenenfalls zur Abstimmung gelangen werden.
Zum einen soll im öffentlichen Teil über den Aufbau eines Gymnasialzweiges an der Grund- und Gesamtschule gesprochen werden. „In Abstimmung mit dem Landkreis sollen kurzfristig die Voraussetzungen für einen gymnasialen Zweig an der Grund- und Gesamtschule Lehnin ab dem Schuljahr 2027/2028 geschaffen werden“, heißt es in einer Mitteilung der Verwaltung. Damit könnte an der Lehniner Schule das Abitur – neben dem Gesamtschulweg – wie an einem Gymnasium innerhalb von 12 Jahren abgelegt werden. Deshalb will man schnellstmöglich die formalen Voraussetzungen dafür schaffen, um einen Antrag beim Bildungsministerium stellen zu können. Die notwendige Abstimmung mit den schulischen Gremien soll nach den Sommerferien erfolgen. Mit diesem Schritt, so glaubt man, würde die Gemeinde Kloster Lehnin helfen, den Bedarf an zusätzlichen Schulplätzen in der Sekundarstufe I und II in der Region abzudecken.
Viel mehr Brisanz hat dann der Tagesordnungspunkt im nicht-öffentlichen Teil. Der TOP 11 lautet:
„Vorstellung eines öffentlich-rechtlichen Vertrages; Bericht zu den Ergebnissen der Abstimmung mit dem Amt Brück und ggf. Beschlussfassung zum weiteren Vorgehen.“
In der Verwaltungsmitteilung wird darauf ebenfalls eingegangen und dies auch als Grund für die Sondersitzung benannt.
„Zur Stärkung der Grund- und Gesamtschule Lehnin sowie zur Vorstellung des öffentlich-rechtlichen Vertrages mit dem Amt Brück hinsichtlich der Übertragung der Aufgabe als Träger der Grundschule für die Ortsteile Krahne und Reckahn und u. a. der bisherigen Abstimmungsergebnisse mit dem Amt Brück findet am 28.07.2026 eine Sondersitzung der Gemeindevertretung statt“, heißt es zur Erklärung.
Im Amt Brück staunt man. „Seitens Herrn Bürgermeister Brückner wurde an die Amtsverwaltung nur der Wunsch herangetragen, dass die Kündigungsfrist, die laut öffentlich-rechtlichen Vertrags jeweils zum 31. Juli eines jeden Jahres abläuft, durch die Gemeindevertretung Golzow einmalig bis zum 31. Dezember 2026 verlängert wird“, erklärt Fachdienstleiter Lars Nissen vom Amt Brück. Und weiter:
„Seitens der Gemeindeverwaltung Kloster Lehnin oder dem Bürgermeister wurde weiterführend nicht das Gespräch gesucht. Da der Bürgermeister den nichtöffentlichen Diskurs innerhalb der Gemeindevertretung Kloster Lehnin gewählt hat, sind mir seine Gründe und der Zweck seines Vorgehens nicht bekannt.“
Golzows Bürgermeister Ralf Werner betont gleichzeitig, dass die Gemeindevertretung Golzow erst nach den Sommerferien wieder zusammentreten wird, also nach dem 31. JUli 2026. Einvernehmen sieht anders aus.
Die Elterninitiative hat auf jedem Fall schon angekündigt, bei der Sitzung wieder vor Ort zu sein.
Sitzung der GV Kloster Lehnin, 28.07.26, 19.00 Uhr, Rathaus Lehnin, Friedensstr. 3
(Artikelfoto: Fassade der Gesamtschule Lehnin)
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