Cammer. Es stimmte alles, der Wettergott ließ die Sonne fast zu stark scheinen, der Wind drehte die neuen Mühlenflügel, die Dorfvereinsmitglieder aus Cammer und ehrenamtlichen Müller hatten alle Hände voll zu tun.
Die im Rahmen des Deutschen Mühlentages geöffnete Mühle konnten viele Besucher begrüßen. „Ich kann es schwer schätzen, aber es waren ganz sicher mindestens 500 Gäste“, freute sich der Vorsitzende des Dorf- und Kulturvereins, Lars Charlier.
Joachim Richter sowie Gerhard Rettig, beide erfahrene Fahrensmänner, führte kleine Gruppen durch das historische Denkmal. Renate Heil versuchte sich zum ersten Mal an der Aufgabe. Sie nimmt gerade an einem Hobbymüllerlehrgang an der Bockwindmühle teil. Die Seminarreihe wird von der Mühlenvereinigung Berlin-Brandenburg unterstützt. Deren Geschäftsführer Torsten Rüdinger zeigte sich vom Engagement in dem Zweimühlendorf begeistert. „Toll, die vielen Besucher, aber auch die Vereinsmitglieder, die sich um die Mühle kümmern, vorbildlich“, so Rüdinger.
Unter den vielen Besuchern war auch eine ältere Dame. „Sie ist 93 Jahre alt und wollte unbedingt hoch“, erzählte Rettig im Nachgang. Die Frau aus Lütte stieg bis ganz nach oben in das zweite Mühlenstockwerk und bewunderte die Technik.
Auch Ilja Hübner wagte sich hinauf. „Ich war zum ersten Mal in einer Mühle“, sagte der Schauspieler und Regisseur aus Brandenburg. Er war vor Ort, da am Pfingstmontagabend eine Probe des Dorftheaters Cammer angesetzt war. Die Laien-Schauspieler aus dem Dorf und die Cammertänzer gemeinsam mit dem Gemischten Chor Cammer wollen am Mühlenhügel „Die Geschichte vom Glücksmüller“ am 27. Juni 2026 aufführen. Kaum haben die letzten Besucher das Mühlenareal verlassen, begann die Probe in der Charlier die gewichtige Rolle des Glücksmüllers spielt. Der Vereinsvorsitzende und gleichzeitig Ortsvorsteher von Cammer stellt sich dem Leibhaftigen entgegen.
„Wir freuen uns auf einen guten Besuch, bei freiem Eintritt, Spenden sind jedoch willkommen“, lädt Charlier ein.
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