Wo Kinder auf dem Dach herumturnen dürfen – Entwürfe für neues Hortgebäude in Beelitz

Beelitz. Die drei Standorte des Beelitzer Hortes sollen in naher Zukunft zusammengeführt werden. Dafür wird das frühere Verwaltungsgebäude der Struik-Foods-Niederlassung eine sagenhafte Wiedergeburt erfahren: Die Beelitzer Firma SCHIELICKE BAU wird es umgestalten und aufstocken.

Wenn Kinder ihr Wunsch-Haus planen dürften, dann würde es wohl genau so aussehen: bunt gestaltete Außenflächen mit gewundenen Wegen und Spielstationen. Im Innenbereich: Räume für kreatives Arbeiten, eine Kinderbuchbibliothek, Bereiche zum Herumlümmeln und „Chillen“, wie man heute sagt. Sporträume stehen auch zur Verfügung, und eine Mensa ist dabei – sowie ein riesiger Kletter- und Tobebereich samt Innengarten unter einem Glasdach. Die ersten Entwürfe für den neuen Hort in der Beelitzer Kernstadt dürften bei den Jüngsten kaum Wünsche offen lassen und auch Eltern in Verzückung geraten lassen. Dafür wird das Gebäude, in dem sich bis vor einiger Zeit noch die Verwaltung der Firma Struik Foods befand, zum beliebten Ort für Spiel, Bewegung, Lernen und Abenteuer umgestaltet.

Die Beelitzer Firma SCHIELICKE BAU, die im vergangenen Jahr das Struik-Foods-Gelände übernommen hat, um hier die neue Beelitzer Mitte mit Wohnungen in mehreren modernen Mehrfamilienhäusern mit viel Grün zu entwickeln, wird Hand in Hand mit der Stadt das im Moment leerstehende und noch recht unspektakuläre Gebäude an der Clara-Zetkin-Straße umbauen und aufstocken. Ab dem übernächsten Schuljahr könnte es dann schon den rund 350 Beelitzer Hort-Kindern zur Verfügung stehen, frühestens jedoch ein Jahr nach Erteilung der Baugenehmigung. Auch Räume für die Erstklässler sind darin vorgesehen, um die Grundschule zu entlasten, die gerade von sehr geburtenstarken Jahrgängen durchlaufen wird. Ein schöner Nebeneffekt: Die ABC-Schützen müssen nicht mal mehr über die Straße, sondern können nach Unterrichtsschluss gleich bleiben. Von der Architektur her wolle man sich vor allem am Schulgebäude auf der anderen Straßenseite orientieren, so dass städtebaulich ein ausgewogenes Bild geschaffen wird.

„Ich freue mich sehr und bin auch ein Stück erleichtert, dass wir dieses wichtige Vorhaben gemeinsam mit der Firma SCHIELICKE BAU umsetzen können“, erklärt Bürgermeister Bernhard Knuth, der die ersten Entwürfe in dieser Woche im Hauptausschuss präsentierte. Denn im Moment findet die Nachmittagsbetreuung an drei unterschiedlichen Orten statt, was für die Kinder und auch die Erzieher mit Umständen verbunden ist. So müssen die ersten und zweiten Klassen der Beelitzer Grundschule nach Unterrichtsschluss erst abgeholt und dann in die Räume der Kita Kinderland im Platanenring gebracht werden. Die Drittklässler indes werden im einstigen und mittlerweile sanierten Ringcafé betreut, während die Viert- bis Sechstklässler gerade ein vorübergehendes Domizil in Systembauten neben der Oberschule erhalten haben.

„Als seit 116 Jahren ortsansässiges Familienunternehmen wollen wir intensiv an der nachhaltigen und für Familien attraktiven Entwicklung der Stadt mitwirken. Die sinnvolle Nutzung und Umwandlung  dieses zentralen, ehemaligen Industriestandortes im Herzen von Beelitz steht für uns im Fokus und wir bedanken uns bei den Beteiligten, dass uns das Vertrauen entgegen gebracht wurde, so ein besonderes und architektonisch anspruchsvolles Projekt umsetzen zu dürfen.“ so Thomas Schielicke, SCHIELICKE BAU Unternehmensgruppe.

Schon jetzt gab es erste Abstimmungsrunden mit den Leitungen der Kita „Kinderland“ und der Grundschule. Denn obwohl die Stadt nicht selbst baut, wird sie als künftiger Nutzer bei den Planungen mit eingebunden. „Dass die Investition aus der Beelitzer Wirtschaft übernommen wird, verschafft uns außerdem freie Hand für andere wichtige Projekte im Bereich Bildung und Betreuung“, erklärte der Bürgermeister:

„Denn so wie bisher werden wir natürlich auch weiterhin dafür Sorge tragen, dass unsere Einrichtungen auf einem modernen Stand sind und sich Kinder und Mitarbeiter gut aufgehoben fühlen.“

Dass die Schielickes mit dem Hort einen wichtigen Beitrag für die nachhaltige Entwicklung der Stadt leistet, sei ein sehr positives Signal.

Im Detail sehen die Entwürfe vor, das Untergeschoss freizulegen und dort die Essensversorgung mit direktem Ausgang zu einer Freiterrasse einzurichten. Die Mittags- und Vespermahlzeiten kommen aus der nahegelegenen städtischen Küche im Platanenring. Aber auch eine Kinderküche soll eingerichtet werden, wo die Kleinen erste Koch- und Backerfahrungen sammeln können. Ebenfalls vorgesehen sind ein Kinoraum, ein Computerraum, ein Clubraum sowie ein Umkleidebereich für die Mitarbeiter. Im Erdgeschoss wird der Ankunftsbereich entstehen mit den Eingängen und Garderoben sowie dem Büro der Hortleitung und Räumen zur Bewegungsförderung. Das erste Obergeschoss beherbergt die Themen Werken und Entdecken, so können die Kinder hier Töpfern, Forschen, mit Baustoffen und Wasser experimentieren.

Im zweiten Obergeschoss werden vier Klassenräume eingerichtet, in denen die Erstklässler am Vormittag Unterricht haben und am Nachmittag ihre Hausaufgaben erledigen oder Lernspiele spielen können. Dafür können sie dann auch eine Bibliothek nutzen. Im dritten Obergeschoss, das als Aufstockung neu entsteht, steht darstellende Kunst im Vordergrund. Hier ist Platz für Theater, Tanz und Musik. Und darüber, im Dachgeschoss, befindet sich dann das Herzstück des Hortgebäudes: Ein großer Spielbereich zum Klettern und Toben, der dank verglaster Giebel und Dachflächen nicht nur besonders hell ist, sondern auch einen guten Blick über die Kernstadt ermöglicht. Auch an lichtdurchlässige Photovoltaik-Anlagen wird gedacht, nicht zuletzt, um den Kindern schon früh die Bedeutung erneuerbarer und nachhaltiger Energieerzeugung näher zu bringen.

(Thomas Lähns)

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