Werder: Im Stadtwald an die frische Luft? Aber sicher!

Werder. „Kliööh, kliöhh.“ Ein seltener Schwarzspecht meldet sich gestern Morgen im Stadtwald aus einer abgestorbenen Kiefer. Nach ein paar demonstrativen Klopfern flattert er davon. Beim Spaziergang an der Flanke der Straße Am Plessower See sind auch immer wieder Buntspechte zu beobachten. Die ausgetrockneten und von Käfern durchlöcherten Stämme scheinen besonders interessant für die gefiederten Zimmerleute zu sein.

Die Vegetation aber, auch das ist zu erkennen, leidet. Viele alte Bäume haben in den vergangenen Trockenjahren an Vitalität eingebüßt. In einer alten Eiche hat sich ein gewaltiger Ast gelöst und hängt nun trocken wie am seidenen Faden in der Krone. Eine Robinie hat sich schrägt über einen Seitenweg gelegt. Ganz ungefährlich scheint es nicht, hier langzugehen: Der Wald wird von vielen Werderanern als Erholungsraum genutzt. Doch die Stadt als Waldeigentümer ist bereits aktiv geworden.

Im Wald selbst besteht zwar keine Verkehrssicherungspflicht, zu den angrenzenden Privatgrundstücken und Straßen aber schon. „Die Stadt hat deshalb Firmen beauftragt, die im Winter die Verkehrssicherheit in diesen Bereichen hergestellt haben“, sagt Werders 1., Beigeordneter Christian Große. Dabei mussten in einigen Bereichen Arbeitsgassen angelegt werden:

„Diese sind künftig als Wege nutzbar.“

Das Gröbste ist geschafft, die Arbeiten sind damit aber nicht abgeschlossen.

Da der Stadtwald ein wichtiger Anlaufpunkt für die Werderaner ist, die eine Runde an die frische Luft wollen, werden in den nächsten Monaten auch einzelne  Bäume gefällt, die auf häufig genutzte Wege zu stürzen drohen. „Zwar sagt die Rechtssprechung, dass das Betreten eines Waldes auf eigene Gefahr erfolgt und dies insbesondere für waldtypische Gefahren gilt. Wir sehen uns hier aber den Werderanern verpflichtet, die den Stadtwald zur Erholung nutzen“, so Christian Große.

In den nächsten Tagen werde damit begonnen, nicht mehr standsichere Bäume an den Wegen zu markieren. Nach und nach werden sie dann gefällt. Diese Arbeiten müssten voraussichtlich in den nächsten zwei Jahren fortgesetzt werden, um die Wege wieder sicherer zu machen. Gehölze außerhalb des Waldes zu fällen oder zu schneiden ist von März bis September verboten. „Im Wald ist das aber möglich und die Fachfirmen sind in ihrem Auftragsmanagement entsprechend darauf ausgerichtet“, so Christian Große.

Der Wald wird von der Stadt naturnah bewirtschaftet, eine gewisse Achtsamkeit bleibt beim Waldspaziergang geboten. Abseits der Wege werden auch absterbende Bäume nicht angefasst. Gefällte Bäume und Gehölze verbleiben größtenteils an Ort und Stelle. Teilweise sind daraus bereits Benjeshecken entstanden. So entsteht Lebensraum für zahlreiche weitere Vogelarten, kleine Säuger, für Reptilien und Insekten.

(Pressemitteilung der Stadt Werder (havel) |Henry Klix)

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