Werder (Havel): Stadtverordnete verabschieden neues Basiskonzept für das Baumblütenfest

Werder (Havel). Die Stadtverordnetenversammlung hat am Donnerstagabend mit großer Mehrheit das Basiskonzept für die Neuausrichtung des Baumblütenfestes in Werder (Havel) beschlossen. Das Konzept ist als Ergebnis eines fünfstufigen Einwohnerbeteiligungsverfahrens entstanden, zu dem u.a. eine Einwohnerbefragung und mehrere Einwohnerworkshops stattgefunden haben.

Die Berliner Agentur Groskopf klassifizierte die einzelnen Ideen der Einwohner, bewertete sie und brachte sie in dem neuen Konzept in Einklang mit einer Veranstaltung, die „durch die Bürger getragen und unterstützt wird“, wie es im Basiskonzept heißt. Die Gewährleistung der Sicherheit für die Besucher, Anwohner und Bürger sei dabei das oberste operative Ziel.

Beeinträchtigungen sollen reduziert und die Wirtschaftlichkeit gewährleistet werden. Eine eigene Marke des Baumblütenfestes soll etabliert werden. Dabei sei der regionale, traditionsbewusste und bürgernahe Charakter der Veranstaltung sowie die umfassende Zielgruppe von Jung bis Alt in den Mittelpunkt zu stellen.

Das Thema Höfe und Gärten nimmt im neuen Basiskonzept einen hohen Stellenwert ein. Sie sind „integrierter Teil“ des Festes, werden als Veranstaltungsbereich am Obstpanoramaweg aber nicht von der Stadt, sondern durch den Werderschen Obst-und Gartenbauverein e. V. sowie die Obsthöfe konzipiert. Für die Erreichbarkeit per Fahrrad oder Blütenrundfahrt wird im Stadtgebiet sowie für die Angebote der Obstbauern und Erzeuger auch in der Außendarstellung des Festes geworben.

Im Stadtgebiet liegt im Bereich des Hohen Weg der Fokus auf den großen Hausgärten und der Schaffung eines Festbereiches, der für Familien ausgelegt ist, wie es im Konzept weiter heißt. Kleinere Fahrgeschäfte, Kleinkunstbühnen und Stände sollen das Angebot im Hohen Weg ergänzen. Auf der Bismarckhöhe soll es auf der Blütenbühne tanzbare Livemusik für Erwachsene und an der Wiese zum Hohen Weg einen Biergarten geben.

Der Plantagenplatz soll zur Brandenburgmeile werden. Auf der Bühne und an Ständen verschiedener Branchen, Vereine, Partner und Landkreise soll zum Thema Landwirtschaft und Gartenbau informiert werden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt hier in der Wegeleitung und Information der Besucher rund um die Veranstaltungstage. Insgesamt soll sich die Zahl der Stände bzw. Aufstellflächen im Stadtgebiet mit dem neuen Konzept auf 209 etwa halbieren.

Potsdamer Straße und Eisenbahnstraße sollen durch den Grundstücksverkauf aus den Gärten geprägt sein. Eine wichtigere Rolle sollen örtliche Gastronomen spielen. So liegt der Fokus im Basiskonzept zum Beispiel in der Brandenburger Straße und der Straße Unter den Linden, die die Festbereiche auf dem Festland mit der Insel verbinden, auf dem Gastronomieangebot. Ansässigen Gastronomen soll ermöglicht werden, ihre Waren auch auf der Straße anzubieten.

Auf der Insel werden laut Basiskonzept ein gemütliches Weindorf auf dem Marktplatz, ein regionaler (Kunst-)Handwerkermarkt Am Mühlenberg und ein Kinderbereich an der Bockwindmühle die Besucher unterhalten. Die Regattastrecke soll als Entspannungsbereich gestaltet werden und lokale Vereine bekommen die Chance, sich hier zu präsentieren.

Ein Riesenrad mit ergänzenden Attraktionen soll auf dem westlichen Hartplatz in die Festveranstaltung integriert werden. Zur Entspannung am Wasser soll auf dem Dümichenplatz ein Areal in Form einer Lounge-Bar konzipiert werden. Für einen DJ-Bereich im Charakter des bisherigen „Blütenzaubers“ wird noch nach einem Ort gesucht.

Zur Umsetzung des Konzeptes haben die Stadtverordneten die Verwaltung beauftragt, die Gründung einer städtischen GmbH vorzubereiten. Die Arbeit des ehemaligen „Koordinierungskreises Baumblüte in Höfen und Gärten“ wird als „Arbeitskreis Baumblütenfest“ fortgeführt, um Akteure zu vernetzen und eine gemeinsame Planung zwischen Stadt und Zivilgesellschaft zu ermöglichen.

Hinsichtlich der Corona-Lage ist derzeit allerdings nicht absehbar, ob im Jahr 2021 bereits mit der Umsetzung des neuen Konzepts begonnen werden kann, wie aus dem Beschlusstext hervorgeht.

(Pressemitteilung der Stadt Werder (Havel) / Henry Klix / Artikelfoto: Alte Postkarte, hinzugefügt von Andreas Trunschke)

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