Ich sehe was, was Du nicht siehst

BlickTiefe und RedeKUNST in der Alten Brücker Post

Thomas Block-Depontes Leidenschaft sind Schwarz-Weiß-Fotografien, weil Farben nur vom Wesentlichen ablenken. Das mag vielleicht nicht jedermanns Geschmack sein, doch schien die Neugierde groß genug, um die Ausstellungsräume am Freitagabend, dem 13. April 2018 ausreichend zu füllen.

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Block-Deponte ist weder studierter Künstler noch ausgebildeter Fotograf, vielmehr keimte das Bedürfnis, sein Leben festzuhalten, schon in jungen Jahren. Aber erst ein einschneidendes, doch dunkles Ereignis bewegte ihn dazu, seine Schätze aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken und für jedermann von der Festplatte auf Fotopapier zu bannen. Prägend ist daher die Schwarz-Weiß-Fotografie und das Stillleben. Menschen wird man nur in Form von Statuen finden.

Die Fotos strahlen eine ganz besondere Ruhe aus; eine Ruhe, dass man sie fast als Anti-Stresstherapie, als Auszeit vom Alltag nutzen kann. Sein Fokus sind die geheimnisvollen Augenblicke, der kleine Ausschnitt im Blick oder das Spiel mit der Tiefe – der Blicktiefe eben. Vorallem seiner Blicktiefe. Block-Deponte möchte auch, dass die Leute über seine Bilder reden. Darüber, was sie sehen, was sie empfinden. Genau das ist es, was den Künstler dazu bewegte, zusammen mit Anni Tilmant und Ricarda Müller von der Alten Brücker Post das Format RedeKUNST ins Leben zu rufen. Über Bilder zu reden, ohne zu bewerten, nicht wissenschaftlich, sondern ganz persönlich. Und redet man mit dem Künstler, so gibt er auch seine persönliche Geschichte hinter dem Bild preis.

Die Besucher scheinen genau das aufzufangen, was Thomas Block-Deponte möchte – sie fragen und wundern sich, sie rätseln und spekulieren. Die Bilder fordern regelrecht auf darüber nachzudenken, was Du darauf siehst. Und von welchem Standpunkt aus der Blick auf das in diesem Moment erstarrte Bild für die Ewigkeit festgehalten wurde.

Mit seiner Kamera in der Hand durchstreift er die Gegend mit aufmerksamen Blicken und hält scheinbar unbedeutende Momente fest. So auch diese, seine Blickwinkel auf Brück, die bei den Besuchern der Vernissage ein kleines Highlight darstellen. Denn als Kind Brücks präsentiert er mit seiner Serie “Heimatblick” eine ganz geheimnisvolle Sicht auf Brück – es war interessant zu erleben, wie die Brücker Besucher versuchten den Standpunkt der Aufnahme zu lokalisieren.

Brück, Thomas Block-Deponte
Heimatblick – Brücks Skyline 😉

Kommen und tauchen auch Sie in die Ruhe der Fotografien Thomas Block-Depontes ein. Die nächste RedeKUNST und BlickTiefe können Sie das nächste Mal im Mai erleben. Einfach nur Anschauen ist bis Juni jeden Sonntag von 14 bis 18 Uhr möglich.

Heimatblick 4

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